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Heinrich Harries

Dichter der späteren Kaiserhymmne Heil dir im Siegerkranz
Gedenkstein an der St. Johannis Kirche in Brügge (Holstein)

Heinrich Harries (* 9. September 1762 in Flensburg; † 28. September 1802 in Brügge) war ein Pfarrer in den damals zum dänischen Gesamtstaat gehörenden Herzogtümern Schleswig und Holstein. Von ihm stammt der Text zur „preußischen Nationalhymne“ Heil dir im Siegerkranz sowie sein deutschsprachiges Bekenntnis zum Dänentum Oh Dania.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Harries stammte aus einer Flensburger Kaufmannsfamilie. Sein Vater Diederich Harries (1729–1783) war von Martfeld nach Flensburg gekommen und hatte dort Christina Rasch (1730–1813), die Tochter eines Schiffseigners und Kapitäns, geheiratet. Sein Vater erwarb zunächst das Haus Angelburger Straße 28 und später das große Anwesen Große Straße 69. Er betrieb in der Stadt eine Zuckerraffinerie.

Im Alter von 9 bis 14 Jahren war Heinrich Harries Schüler der Flensburger Lateinschule. Für weitere drei Jahre besuchte er die Pensionatsschule des Pastors Christian August Valentiner in Boren, wo er auch dessen Tochter Ida Christine Margarethe (1764–1825) kennenlernte, seine spätere Frau. Nach Studium der Theologie in Kiel und Göttingen und anschließenden Examen lebte er von 1786 bis 1790 in Flensburg und arbeitete dort als Redakteur des Flensburger Wochenblatts für Jedermann.[1]

Anlässlich des 41. Geburtstags des dänischen Königs Christian VII. veröffentlichte Harries am 27. Januar 1790 in seinem Flensburger Wochenblatt ein „Lied für den dänischen Unterthan, an seines Königs Geburtstag zu singen in der Melodie des englischen Volksliedes: God save great George the King“. Es begann mit den Worten „Heil dir, dem liebenden Herrscher des Vaterlands! Heil, Christian, dir!“. Das Lied wurde von Balthasar Gerhard Schumacher umgearbeitet und auf fünf Strophen verkürzt, erschien in dieser Fassung unter dem Titel Berliner Volksgesang in der Haude und Spenerschen Zeitung vom 17. Dezember 1793 und wurde danach zunehmend populär. Andere Gedichte veröffentlichte Harries in August HenningsGenius der Zeit.[2] Die meisten seiner Gedichte wurden jedoch erst nach seinem Tod gedruckt.[3] Er übertrug auch die Dichtung Jahreszeiten von James Thomson in Jamben.

Offenbar heiratete Heinrich Harries irgendwann um 1790 Ida Christina Margaretha Valentiner, die Tochter des Borener Pastors. Noch im Jahr 1790 wurde Harries als Pastor nach Sieverstedt berufen. Während seiner ersten Jahre als Pastor verfasste er ein Weihnachtsbüchlein für die Jugend, das viel in den Schulen gebraucht worden ist, und das Erbauungsbuch Der fromme Seefahrer. Ab 1794 war er Pastor in Brügge im Amt Bordesholm. In Der holsteinische Apostel Joachim Heeschen zog er 1798 polemisch über diejenigen Gemeindeglieder her, die den kirchlichen Rationalismus der neuen Schleswig-Holsteinischen Kirchen-Agende des Generalsuperintendenten Jacob Georg Christian Adler ablehnten.

Harries Sohn Diederich (1791–1857) wurde ebenfalls Pastor und machte sich besonders als Archäologe und Denkmalschützer in Angeln einen Namen.[4]

WerkeBearbeiten

  • Gedichte (Altona 1804, 2 Bände), enthält auch seine Urfassung von Heil dir im Siegerkranz
  • Weihnachtsbüchlein für die Jugend, 1791
  • Der fromme Seefahrer, 1792
  • Thomsons Jahreszeiten / In dt. Jamben v. [Heinrich] Harries, Altona 1796
  • Der holsteinische Apostel Joachim Heeschen. Nebst Allerlei über Christusverherrlichung etc., 1798

WeblinksBearbeiten

  Wikisource: Heinrich Harries – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Grenzfriedenshefte: Freiheitsfreund und dänischer Staatspatriot. Zum 250. Geburtstag des Flensburger Dichters Heinrich Harries, Seite 219 ff.
  2. Das gelehrte Teutschland, oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller Band 3 (1797) S. 88
  3. Rezension in der Allgemeinen Literatur-Zeitung am 5. November 1804 (Digitalisat)
  4. 150. Todestag Diederich Harries