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Haruna Yukawa

japanischer Staatsbürger, der von der Terrormiliz IS im August 2014 im Norden Syriens entführt worden war

Haruna Yukawa (jap. 湯川 遥菜 Yukawa Haruna; * 27. April 1972[1] als Masayuki Yukawa (湯川 正行); † Januar 2015) war ein japanischer Staatsbürger, der von der Terrormiliz IS am 14. August 2014 im Norden Syriens entführt wurde, als er syrische Rebellen begleitete.[2][3]

Nach der Schule eröffnete er einen Laden für Militärbedarf in Chiba, der 2005 allerdings bankrott ging. 2008 versuchte er Selbstmord zu begehen, wurde jedoch rechtzeitig von seiner Frau gerettet, die zwei Jahre später an Lungenkrebs starb. Dies verstärkte seine Lebenskrise und er änderte im Glauben, eine wiedergeborene Mandschu-Prinzessin zu sein, seinen Vornamen von Masayuki in das weibliche Haruna. 2013 wandte er sich der ultrarechten (Uyoku) Gruppierung Ganbare Nippon zu und eröffnete das Briefkastenunternehmen Private Military Company für Sicherheitsdienstleistungen.[4][5]

Im April 2014 besuchte er erstmals Syrien, wo er von der Freien Syrischen Armee aufgegriffen wurde und sich dort mit dem japanischen Journalisten Kenji Gotō anfreundete. Nach seiner Freilassung kehrte er erst nach Japan zurück, reiste dann aber im Juni 2014 über den Irak, wo er abermals Gotō traf, wieder nach Syrien. Ende Juli 2014 schloss er sich der Freien Syrischen Armee an. Am 14. August 2014 wurde er vom IS gefangen genommen, als dieser eine Stellung der FSA überrannte.[4][5]

Seine Entführer verlangten 200 Millionen USD Lösegeld. Am 24. Januar 2015 wurde ein Bild mit der enthaupteten Leiche Yukawas veröffentlicht. Der japanische Regierungschef Shinzo Abe nahm Stellung: „Dies ist eine abscheuliche und unverzeihliche Tat, die mich sehr wütend macht. Wir verurteilen sie aufs schärfste.“[6] Auch das Weiße Haus verurteilte die Ermordung in einer Stellungnahme.[7] Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, erklärte, die Tat sei ein Beleg, dass der IS mit sämtlichen weltweit anerkannten Werten und Rechten breche.[8] Der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga räumte ein, dass die Regierung keinen Versuch unternommen habe, den IS zu kontaktieren, da Japan nicht mit Terroristen verhandele.[9]

Der Journalist Kenji Gotō, der nach Syrien gereist war, um den IS um die Freilassung Yukawas zu bitten, wurde ebenfalls entführt. Video- und Bildaufnahmen zeigten beide Geiseln gemeinsam mit Jihadi John.[10] Gotō wurde Ende Januar 2015 ermordet, nachdem kein Austausch gegen die Terroristin Sadschida al-Rischawi zustande gekommen war.[11] Die Regierung Jordaniens ließ al-Rischawi in Reaktion auf die Ermordung der IS-Geisel Muʿādh al-Kasāsba Anfang Februar 2015 hinrichten.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. [1]
  2. Geisel nach Ablauf von Frist hingerichtet
  3. Isis video purports to show beheading of Japanese hostage Kenji Goto
  4. a b Teppei Kasai, Antoni Slodkowski: A broken man living on dreams pulls Japan into Syria hostage drama. In: Reuters. 27. August 2014, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  5. a b Justin McCurry: Haruna Yukawa: death in the desert marks a violent end to a troubled life. In: The Guardian. 25. Januar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  6. Jürgen Hanefeld: Japanische IS-Geisel ermordet. In: ard.de. 25. Januar 2015, archiviert vom Original am 26. Januar 2015; abgerufen am 15. Februar 2015.
  7. Statement by the President on the Death of Haruna Yukawa. The White House, 24. Januar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  8. Statement of the HR/VP Federica Mogherini on the execution of Japanese hostage Haruna Yukawa. EU-Kommission, 25. Januar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  9. Vergeblicher Rettungsversuch für einen Freund. In: sueddeutsche.de. 1. Februar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015.
  10. IS bestätigt Tod einer japanischen Geisel. In: Express.de. 25. Januar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015.
  11. Gabriel Dominguez: Kenji Goto wollte seinen Freund retten. In: dw.de. 28. Januar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015.