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Hartmut Hirsch-Kreinsen

deutscher Soziologe

Hartmut Hirsch-Kreinsen (* 18. September 1948 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Soziologe und lehrte von 1997 bis 2015 als Professor für Wirtschafts- und Industriesoziologie an der Technischen Universität Dortmund.

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Akademischer WerdegangBearbeiten

Seine akademische Ausbildung erfuhr Hartmut Hirsch-Kreinsen an der Technischen Hochschule Darmstadt, wo er 1976 als Wirtschaftsingenieur diplomiert wurde. Er war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter von 1978 bis 1984 am Soziologischen Institut an der TH Darmstadt und nach seiner Promotion (1983) von 1985 bis 1997 am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung, ISF München tätig, bevor er 1997 auf den Lehrstuhl Wirtschafts- und Industriesoziologie an der TU Dortmund berufen wurde. Seit Frühjahr 2015 ist er pensioniert und ist von der TU Dortmund als „Seniorprofessor“ beauftragt worden, weiterhin industrie- und arbeitssoziologische Forschungen im Themenfeld Digitalisierung von Arbeit und Industrie 4.0 durchzuführen. Er leitet seitdem das Forschungsgebiet Industrie- und Arbeitsforschung, wo in enger Kooperation mit der Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschungsprojekte im Themenfeld Digitalisierung durchgeführt werden.

Seine Dissertation Organisation mit EDV erschien 1984; seine Habilitationsschrift wurde 1993 unter dem Titel NC-Entwicklung als gesellschaftlicher Prozess – Amerikanische und deutsche Innovationsmuster der Fertigungstechnik veröffentlicht. Seine Forschungsschwerpunkte sind Entwicklung von Industriearbeit, Unternehmensstrategien und Netzwerke, Innovationsprozesse und Technologieentwicklung. Einen besonderen Fokus richtet er dabei auf die Entwicklungsperspektiven „reifer“ Industriesektoren. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Digitalisierung von Arbeit und die Frage, wie sich Industriearbeit unter den Bedingungen von Industrie 4.0 verändern wird.

Hirsch-Kreinsen war Vorsitzender der Sektion Arbeits- und Industriesoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in den Jahren 2006 bis 2008. Er war Visiting Professor an der Finance University in Moskau, der John Paul II Catholic University of Lublin (KUL), Faculty for Social Science und der L.N. Gumilev Eurasian National University in Astana/Kazakhstan. Darüber hinaus ist er unter anderem Mitglied einer Reihe nationaler und internationaler innovationspolitischer Beratungsgremien. Unter anderem ist er sozialwissenschaftliches Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Plattform Industrie 4.0 und Mitglied im Beirat „Zukunft der Arbeit“ beim Vorstand der IG Metall.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Organisation mit EDV. R. Frankfurt am Main 1984: R.G. Fischer
  • NC-Entwicklung als gesellschaftlicher Prozess. Amerikanische und deutsche Innovationsmuster der Fertigungstechnik. Frankfurt am Main 1993: Campus
  • Wirtschafts- und Industriesoziologie. Weinheim 2005: Juventas (2., aktualisierte Aufl. 2009).
  • Hrsg. (zusammen mit David Jacobson) Innovation in Low-tech Firms and Industries. Cheltenham 2008: Edward Elgar
  • Hrsg. (zusammen mit Heiner Minssen): Lexikon zur Arbeits- und Industriesoziologie. Berlin 2013: edition sigma
  • Hrsg. (zusammen mit Peter Ittermann, Jonathan Niehaus): Digitalisierung industrieller Arbeit. Die Vision Industrie 4.0 und ihre sozialen Herausforderungen. Baden-Baden 2015: Nomos

Literatur über Hirsch-KreinsenBearbeiten

  • Abel, Jörg; Bender, Gerd; Hahn, Katrin (Hg.): Traditionell innovativ. Festschrift für Hartmut Hirsch-Kreinsen zum 65. Geburtstag. Berlin 2013: edition sigma

WeblinksBearbeiten