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Harry von Arnim (Diplomat)

preußischer Diplomat
Harry von Arnim

Harry Karl Kurt Eduard Graf von Arnim-Suckow (* 3. Oktober 1824 in Moitzelfitz, Kreis Fürstenthum; † 19. Mai 1881 in Nizza, Südfrankreich) war ein preußischer Diplomat.

Inhaltsverzeichnis

HerkunftBearbeiten

Er entstammte der uckermärkischen Familie von Arnim. Seine Eltern waren Christian Ernst von Arnim (1792–1842) und dessen Ehefrau Auguste von Blankenburg (1795–1849). Sein Onkel war der Politiker Heinrich Alexander von Arnim (1798-1861).

FamilieBearbeiten

Er heiratete am 28. Dezember 1846 Elise von Prillwitz (* 23. Juni 1827 in Berlin; † 22. Dezember 1854 in Rom), die Tochter von Auguste von Prillwitz. Das Paar hatte einen Sohn:

∞ Anna von Törring-Jettenbach (* 11. Oktober 1863; † 26. Februar 1888)
∞ 1891 Mary Annette Beauchamp

Nach ihrem Tod heiratete er am 21. April 1857 in Berlin Sophie Adelheid von Arnim-Boitzenburg (1836–1918), eine Tochter des Grafen Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg. Das Paar hatte drei Töchter, darunter:

  • Margarethe (* 9. Dezember 1859; † 2. Mai 1940) ∞ Bernd von Arnim (Politiker)
  • Caroline Mathilde (* 30. Dezember 1865; † 18. Juli 1898) ∞ Clemens Adolf von Einsiedel (* 29. Oktober 1853; † 1. März 1917)
  • Elise Adolphine (* 16. März 1858; † 16. Januar 1874)

Arnim wurde am 28. Juli 1870 in Berlin in den preußischen Grafenstand nach dem Recht der Erstgeburt (Primogenitur) erhoben.

LebenBearbeiten

Arnim-Suckow war Gesandter der preußischen Regierung am Heiligen Stuhl zu Beginn des Kulturkampfes. Kurz darauf handelte er zusammen mit Bismarck den Friede von Frankfurt aus (10. Mai 1871), der den Deutsch-Französischen Krieg beendete (1870/71). Im Jahr 1872 war er deutscher Botschafter in Paris. In dieser Funktion geriet er schnell in einen Konflikt mit Bismarck um die künftige Staatsform Frankreichs. Während Bismarck eine Republik bevorzugte, um Frankreich für die Monarchien Europas bündnisunfähig zu machen und damit zu isolieren, wollte Arnim eine Monarchie errichten. Maßgeblich trug er zum Sturz von Präsident Adolphe Thiers im Mai 1873 bei, indem er den monarchistischen Kräften deutsche Unterstützung versprach.

Da Arnim-Suckow den Altkonservativen nahestand, für eine Entschärfung des Kulturkampfs eintrat und angeblich nach dem Amt des Reichskanzlers strebte, brach der Konflikt mit Bismarck ab 1873 offen aus. Anfang 1874 setzte der Kanzler die Abberufung Arnim-Suckows aus Paris durch. Dieser eröffnete seinerseits eine Pressekampagne gegen Bismarck und nahm Unterlagen aus der Botschaft mit sich, um weiter gegen seinen Widersacher zu kämpfen. Gerade diese Tatsache ermöglichte es Bismarck ein sensationelles Strafverfahren gegen Arnim-Suckow zu eröffnen, weil dieser diplomatische Aktenstücke veruntreut habe. Schließlich wurde er zu neun Monaten Haft verurteilt. Nach ihm ist der „Arnim-Paragraph“ (§ 353a StGB) benannt, der Vertrauensbruch im Auswärtigen Dienst mit Strafe bedroht.

Harry von Arnim floh vor der Verhaftung ins Ausland und setzte von dort seinen publizistischen Kampf gegen Bismarck fort, worauf er in Abwesenheit wegen Landesverrats zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nach diesem Richterspruch trat er nicht mehr in der Öffentlichkeit auf.

Todesanzeige und GrabredeBearbeiten

 
Todesanzeige, Nizza (20. Mai 1881)
  • Todesanzeige für Graf Harry von Arnim. Nizza, den 20. Mai 1881, als Brief an Pastor Heußinger in Schlagenthin gesandt.[1]
  • Aufgruß bei Gelegenheit der Beisetzung seiner Excellenz Wirklicher Geheimer Rath Dr. juris Graf Harry von Arnim. Gehalten von Pastor Heinrich August Heußinger am 8. Juni 1881 in der Grabkapelle am Berge bei Schlagenthin. Manuskript, 12 Seiten.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Originalbrief stammt aus Nachlass der Enkelin von Heinrich August Heußinger, der Schwiegermutter von Gerhard Hund.