Harry R. Sokal

rumänischer Filmproduzent

Harry R. Sokal, gebürtig Richard Henry Sokal[1] (* 20. Februar 1898 in Craiova, Kleine Walachei, Königreich Rumänien; † 7. März 1979 in München)[A 1], war Filmproduzent rumänischer Herkunft.

BiografieBearbeiten

Der gelernte Bankangestellte und Kaufmann beteiligte sich an der Finanzierung verschiedener Filmprojekte, darunter 1925 Die freudlose Gasse. Kurz darauf gründet er seine eigene Produktionsfirma, die H. R. Sokal-Film GmbH in Berlin.

Einer seiner ersten Filme war ein Remake des Stummfilmklassikers Der Student von Prag. Sokal entwickelte sich zum Bergfilm-Spezialisten, der mehrere richtungweisende Inszenierungen Arnold Fancks sowie Leni Riefenstahls Regiedebüt Das blaue Licht produzierte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte er zunächst nach Paris, wo 1934 sein Sohn Henri geboren wurde. Nach einer kurzen Zwischenstation in England, wo er 1936 die Produktionsleitung zu Dusty Ermine übernahm, produzierte er 1937 in Frankreich mit einer Firma das Schneelustspiel Aber mein Hans, der kann's.

1941 ließ er sich in den USA nieder. Dort kamen seine Projekte über Treatments nicht hinaus. Trotz eines Vertrags In München gründete er die Henry Sokal-Film. Unter dem Titel Föhn produzierte er sein erstes Nachkriegswerk, eine Neuverfilmung seines größten Erfolges Die weiße Hölle vom Piz Palü. Bei der Wintersportkomödie Karneval in Weiß führte er selbst Regie. Sein am meisten beachteter Nachkriegsfilm wurde 1958 Helden nach der Komödie von George Bernard Shaw mit O. W. Fischer. Helden war 1959 für den „Oscar“ als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

Er war in erster Ehe mit der Schauspielerin Agnes Esterházy[2], in dritter Ehe mit Charlotte Kerr (1927–2011) verheiratet.[A 2] 1972 erhielt er das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Sein Grab befindet sich im Waldfriedhof Grünwald.

Filmografie (als Filmproduzent)Bearbeiten

  • 1933: Love on Skis
  • 1936: Dusty Ermine (Produktionsleitung)
  • 1940: Aber mein Hans, der kann's (Le Grand élan) (auch Co-Regie)
  • 1946: The Face of Marble (Produktionsleitung)
  • 1947: Winter Wonderland
  • 1950: Föhn
  • 1952: Karneval in Weiß (auch Co-Regie)
  • 1956: Zärtliches Geheimnis (auch Co-Drehbuch)
  • 1958: Helden
  • 1959: Und das am Montagmorgen
  • 1960: Heldinnen

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 463 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Die Lebensdaten entsprechen den Angaben bei filmportal.de, Kay Weniger und der Inschrift auf der Grabplatte. Irritierend ist, dass in den US-Dokumenten, die Herr Sokal selbst unterschrieben hat, das Geburtsdatum, das Geburtsjahr, der Geburtsort und die Nationalität signifikant abweichen.
  2. Charlotte Kerr spielte 1952 eine Hauptrolle in Sokals Film "Karneval in Weiß".

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Antrag auf Einbürgerung, Petition for Naturalization Nr. 128989, ausgestellt in Los Angeles am 28. Mai 1946. Quelle: ancestry.com
  2. Quelle: Mein Film, Nr. 149, S. 22, Mein Film, Nr. 241, S. 14.