Hanno (Worms)

Bischof von Worms

Hanno, oft auch Anno († 24. Dezember 978) war Benediktiner und von 950 bis 978 Bischof von Worms.

Hanno entstammte einer adeligen Familie aus dem Umfeld Kaiser Ottos I.[1] Die auf älteren Quellen basierende Wormser Chronik des Friedrich Zorn (1604) sagt über den Bischof "ein Hess mit Namen Hanno" und führt auch den Text seiner Grabinschrift an.[2] Er begann sein christlich-theologisches Wirken als Mönch der Benediktinerabtei St. Maximin in Trier. König Otto I. bestimmte ihn 937 zum ersten Abt des Mauritiusklosters Magdeburg.

13 Jahre später (950) wurde Hanno auf Geheiß des späteren Kaisers und durch dessen Ernennung der 15. Bischof von Worms. 952 nahm er mit dem Hl. Ulrich an der Synode von Augsburg teil.[3] 964 hielt sich Bischof Hanno in Rom auf; in der Engelweihbulle bezüglich des Schweizer Benediktinerklosters Maria Einsiedeln, nennt ihn Papst Leo VIII. am 11. November des Jahres unter den Prälaten, die aus Deutschland nach Rom gekommen seien und von ihm in dieser Sache zu Rate gezogen wurden.[4][5] 970 weilte Hanno erneut in Italien, wo er am 29. März, zu Ravenna, neben der Kaiserin und Kronprinz Otto, als Zeuge einer Urkunde Kaiser Otto I. für das Trierer Kloster St. Maximin erscheint.[6] 976 übertrug ihm Kaiser Otto II. das Benediktinerkloster Mosbach.[7]

Da der 24. Dezember 978 als Todestag von Hanno überliefert ist, wird heute am Heiligen Abend – neben dem von Adam und Eva – auch der Namenstag von Hanno gefeiert.

Hanno wird im Benediktiner-Martyrologium zu den Heiligen gerechnet, sein liturgischer Gedenktag im Bistum Worms war der 20. September.[8]

Gemäß der Wormser Chronik von Friedrich Zorn (1604) war der bischöfliche Nachfolger Hildebold sein Bruder.[9]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinrich Büttner: Ladenburg am Neckar und das Bistum Worms bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. In: Friedrich Köpp (Hrsg.): Hessische historische Forschungen. Festschrift für Ludwig Clemm (= Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung. Bd. 14). Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung u. a., Darmstadt u. a. 1963, S. 83–98, hier S. 91 (Auszug bei Google Books).
  2. Friedrich Zorn: Wormser Chronik (= Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart. 43). Mit den Zusätzen von Franz Berthold von Flersheim herausgegeben von Wilhelm Arnold. Litterarischer Verein, Stuttgart 1857, S. 34.
  3. Anton Joseph Binterim: Pragmatische Geschichte der deutschen National-, Provinzial- und vorzüglichsten Diöcesanconcilien, vom vierten Jahrhundert bis auf das Concilium zu Trient. Band 1: Einleitung und Geschichte der Concilien vom vierten bis zum achten Jahrhundert. Kirchheim, Schott und Thielmann, Mainz 1835, S. 181.
  4. Joseph F. Damberger: Synchronistische Geschichte der Kirche und der Welt im Mittelalter. Band 5. Pustet, Regensburg 1852, S. 40.
  5. Regestenseite zur Engelweihbulle von 964
  6. Joseph F. Damberger: Synchronistische Geschichte der Kirche und der Welt im Mittelalter. Band 5. Pustet, Regensburg 1852, S. 121.
  7. Quelle zur Übertragung des Klosters Mosbach 976
  8. Anno V. In: Johann Evang. Stadler, Franz Joseph Heim (Hrsg.): Vollständiges Heiligen-Lexikon. Band 1: A – D. Schmid, Augsburg 1858, S. 231.
  9. Friedrich Zorn: Wormser Chronik (= Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart. 43). Mit den Zusätzen von Franz Berthold von Flersheim herausgegeben von Wilhelm Arnold. Litterarischer Verein, Stuttgart 1857, S. 35.
VorgängerAmtNachfolger
RichowoBischof von Worms
950–978
Hildebold