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Die Handwerkskammer zu Leipzig ist eine von 53 deutschen Handwerkskammern und hat ihren Sitz in Leipzig. Sie betreut nahezu 12.000 Handwerksbetriebe[1] des Direktionsbezirkes Leipzig mit etwa 100.000 Beschäftigten. Neben der kreisfreien Stadt Leipzig gehören die beiden Landkreise Nordsachsen und Leipzig zum Kammerbezirk, dessen Fläche mit dem Landesdirektionsbezirk Leipzig identisch ist. Im Kammerbezirk Leipzig arbeiten drei Kreishandwerkerschaften.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte der Handwerkskammer zu Leipzig reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Das Sächsische Gewerbegesetz von 1861 verfügte die Bildung von Handels- und Gewerbekammern. In Leipzig fand schließlich am 2. August 1862 die konstituierende Sitzung der Handels- und Gewerbekammer statt. In dieser waren – anders als heute – alle Gewerbetreibenden organisiert, also Industrieunternehmen, Großhändler, aber auch Handwerker und Kleingewerbetreibende. Groß- und Kleingewerbe waren in den Kammern in zwei separate Abteilungen getrennt. Diese gemeinsame Interessenvertretung durch eine Kammer erwies sich für beide Gruppen als ungenügend. Bereits 1868 entstand in Leipzig die erste sächsische Gewerbekammer, die Vorgängerin der heutigen Handwerkskammer. Ähnlich wie in den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck hatte Leipzig damit relativ früh eine Kammer, die schwerpunktmäßig für das Handwerk zuständig war. Dies begründete sich aus Leipzigs herausragender Stellung als Handelsmetropole.

Im Jahr 1900 trat das Handwerksgesetz auf Reichsebene in Kraft. Darin wurde die Vertretung des Handwerks durch Handwerkskammern als öffentlich-rechtliche Körperschaften gesetzlich festgeschrieben. Die Handwerkskammern wurden als Träger der allgemeinen berufsständischen und öffentlich-rechtlichen Selbstverwaltung im Handwerk installiert. Auch während der DDR gab es die Leipziger Handwerkskammer, allerdings fehlten hier wesentliche demokratische Grundelemente wie die Selbstverwaltung des Wirtschaftsbereiches.

Unmittelbar nach den Ereignissen vom Herbst 1989 nahmen die Leipziger Handwerker ihr Schicksal wieder selbst in die Hand. Die ersten freien Wahlen zur Vollversammlung der Handwerkskammer zu Leipzig fanden im Frühjahr 1990 statt. Der erste Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig im vereinigten Deutschland wurde Joachim Dirschka. Er stand der Kammer bis Juni 2011 vor. Seit dem 1. Juli ist Ralf Scheler Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig.

StandorteBearbeiten

Die Handwerkskammer zu Leipzig hat ihren Sitz im Haus des Handwerks, Dresdner Straße 11/13. Das Industriegebäude im Graphischen Viertel wurde 1996, nach dem Umbau in ein modernes Büro- und Geschäftshaus, eingeweiht. In Borsdorf, etwa 20 km östlich von Leipzig, unterhält die Handwerkskammer zu Leipzig ein Bildungs- und Technologiezentrum mit über 700 Werkstattplätzen, in denen in mehr als 30 Handwerksberufen aus- und weitergebildet wird. Für Fragen des Umweltschutzes ist das Umwelt- und Transferzentrum im Rittergut Trebsen Ansprechpartner für Handwerksbetriebe. Außerdem gibt es Außenstellen der Kammer im gesamten Direktionsbezirk Leipzig. Diese befinden sich in Oschatz, Torgau, Eilenburg, Delitzsch, Borna und Grimma.

OrganisationBearbeiten

Die Handwerkskammer zu Leipzig ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Selbständige Handwerker und Arbeitnehmer aus dem Handwerk bestimmen im Rahmen der Selbstverwaltung über die Ausgestaltung der Kammeraufgaben. Zentrales ehrenamtliches Gremium der Handwerkskammer ist die 36 Personen – 24 Arbeitgeber und zwölf Arbeitnehmer – starke Mitgliederversammlung, auch Vollversammlung genannt. Aus deren Reihen wird der Vorstand, jeweils für eine Dauer von fünf Jahren, gewählt. Dieser besteht aus dem Präsidenten, den beiden Vizepräsidenten (Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter) und sechs weiteren Mitgliedern, davon zwei Arbeitnehmervertretern. Die Vollversammlung bestellt den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, der an der Spitze des Hauptamtes steht. Der Hauptgeschäftsführer führt das operative Geschäft im Auftrag des Vorstandes.

AufgabenBearbeiten

Erschließung von MärktenBearbeiten

Die Handwerkskammer zu Leipzig ist Mitglied im Enterprise Europe Network. Das Netzwerk unterstützt Unternehmen bei der Erschließung von Auslandsmärkten und der Umsetzung von Innovationen. Außerdem organisiert die Kammer regelmäßig Veranstaltungen, die auf das Auslandsgeschäft vorbereiten. Dazu gehören Kontakttreffen, Unternehmerstammtische, Ländersprechtage oder Unternehmerreisen in ausgewählte Zielländer. Eine Vermarktungsmöglichkeiten für Produkte und Dienstleistungen des Handwerks ist die Teilnahme an Messen. Die Handwerkskammer zu Leipzig bietet ihren Mitgliedsbetrieben Beratung zur Vorbereitung ihrer Messeteilnahme und organisiert Firmengemeinschaftsstände.

BerufsorientierungBearbeiten

Die Handwerkskammer zu Leipzig unterstützt Jugendliche bei der Berufsauswahl und der Lehrstellensuche. Im Bildungs- und Technologiezentrum der Kammer in Borsdorf findet Berufsorientierung statt. Diese richtet sich an Schüler und Schülerinnen der Klassen sieben bis zehn. Zu diesem Zweck wurden bisher mit 36 Schulen Kooperationsverträge abgeschlossen. Pro Jahr durchlaufen mehr als 2.000 Schüler Berufsorientierungskurse im Bildungszentrum. In den Schulferien haben die Schüler die Möglichkeit, sich bis zu zwei Wochen in verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren. Um Schüler bereits frühzeitig an die Wirtschaft heranzuführen, organisiert die Handwerkskammer den Wettbewerb "Innovativste Geschäftsidee zur Gründung einer Schülerfirma".

Überbetriebliche LehrunterweisungBearbeiten

Im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer zu Leipzig in Borsdorf wird in über 40 Berufen ausgebildet. Die Lehrlinge durchlaufen hier parallel zur betrieblichen Ausbildung die Überbetrieblichen Lehrunterweisung (ÜLU). Damit wird sichergestellt, dass auch Lehrlingen aus kleinen Handwerksbetrieben alle dem Berufsbild entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Als Teil der fachpraktischen Ausbildung ergänzt die ÜLU die betriebliche Lehre.

MeisterausbildungBearbeiten

Im Bildungszentrum der Kammer können Meisterschüler aus dreizehn Gewerken den fachpraktischen und berufstheoretischen Vorbereitungskurs für die Meisterprüfung absolvieren. Der arbeitspädagogische und betriebswirtschaftliche Teil kann sowohl in Leipzig als auch in Borsdorf in Teil- oder Vollzeit besucht werden.

DenkmalpflegeBearbeiten

Die Handwerkskammer zu Leipzig engagiert sich für die Denkmalpflege. Handwerker, die diesen Markt für sich erschließen wollen, haben die Möglichkeit, sich zum Restaurator im Handwerk oder zum Geprüften Fachhandwerker für Denkmalpflege ausbilden zu lassen. Die Lehrgänge finden in Trebsen beim Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege e. V. - Rittergut Trebsen – statt. Außerdem lobt die Handwerkskammer zu Leipzig aller zwei Jahre den Denkmalpflegepreis aus und unterhält eine Datenbank für Fachbetriebe.

Beratung zu E-Commerce, Internet und neuen MedienBearbeiten

Seit 1998 besteht das „Mitteldeutsche Kompetenzzentrum für den elektronischen Geschäftsverkehr - mdc-ecomm“. Die Handwerkskammer zu Leipzig leitet das Projekt. Das mdc-ecomm bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Handwerksbetrieben der Region Unterstützung und Hilfe bei der Einführung und Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs. Dazu werden regelmäßig Veranstaltungen zum Thema E-Business organisiert, beziehungsweise individuelle Beratungsleistungen angeboten.

Beratungszentrum Bundeswehr - Handwerk und GewerbeBearbeiten

Die Handwerkskammer zu Leipzig arbeitet eng mit der Bundeswehr zusammen. Das Beratungszentrum Bundeswehr - Handwerk und Gewerbe der Region Leipzig hat seinen Sitz im Bildungs- und Technologiezentrum der Kammer. Einerseits werden für Jugendliche Wege eröffnet, eine qualifizierte Ausbildung zu erhalten, um dann als Zeitsoldat tätig zu werden. Andererseits berät und qualifiziert das Zentrum ausscheidende Soldaten bei ihrer beruflichen Wiedereingliederung.

Naturwissenschaftliche FrühförderungBearbeiten

Sachsen fördert naturwissenschaftliche und technische Frühförderung. Kinder sollen spielerisch lernen und verstehen. Das Handwerk fördert die Initiative, weil frühkindliche Bildung wichtig für den späteren Lern- und Arbeitserfolg im Unternehmen ist. Die Handwerkskammer zu Leipzig fungiert als Projektpartner und schult beispielsweise Betreuerinnen aus Kindertagesstätten in naturwissenschaftlichen Experimenten im Rahmen des Projekts "Kleine Forscher".

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten