Eine Halbsumme ist in der Astrologie eine Winkelbeziehung zwischen drei Gestirnen im Tierkreis. Ausgangspunkt ist die Winkelhalbierende zwischen zwei Planeten. Steht diese in Konjunktion oder Opposition zu einem weiteren Planeten, so spricht man von einer direkten Halbsumme, bei einem Quadrat von einer rechtwinkligen Halbsumme. Die direkten Halbsummen wurden in der klassischen Astrologie vielfach verwendet und als Äquidistanzpunkte bezeichnet. Alfred Witte erweiterte dieses Prinzip der "Mitte" zur Halbsummentechnik. Dadurch gibt es zu jedem Planetenpaar jeweils zwei direkte und zwei rechtwinklige Halbsummenpunkte, die jeweils in Opposition zueinander stehen. So liegen z. B. die Halbsummenpunkte von 0° Widder und 0° Krebs auf 15° Stier und 15° Skorpion.

Winkelhalbierende

Als Halbsumme bezeichnet man in der Astrologie die symmetrische Gruppierung von zwei Faktoren wie z. B. Sonne, Mond und Planeten um eine gemeinsame Spiegelachse oder Symmetrieachse (Winkelhalbierende). Jeder Faktor hat von der Achse den gleichen Winkelabstand.

Gruppieren sich um dieselbe Symmetrieachse zwei weitere Faktoren, dann bilden sie eine zweite Halbsumme. Die erste und zweite Halbsumme zusammen formen ein Planetenbild.

Diese geometrische Darstellung lässt sich mathematisch wie eine Algebra-Formel schreiben: (a + b): 2 = (c + d): 2 (abgekürzte Schreibweise a/b = c/d, der Schrägstrich soll die Symmetrieachse symbolisieren).

Anstatt vier Faktoren können sich nur drei Faktoren um eine Symmetrieachse spiegeln, wobei der 3. Faktor in der Mitte steht (Punktspiegelung). Abgekürzte Schreibweise: a/b = c/c).

Anstatt vier Faktoren können sich nur zwei Faktoren um eine Symmetrieachse spiegeln, wobei beide Faktoren in der Mitte stehen (Punktspiegelung). Abgekürzte Schreibweise: a/a = c/c.

Der Begriff Planetenbild in der Astrologie wurde erstmals von Alfred Witte gewählt in seinem Aufsatz „Die Auswertung des Erd-Horoskops und die Auslösung seiner sensitiven Punkte.“ (Astrologische Rundschau, Leipzig, XI. Jahrgang, August–September 1921, Heft 11/12, Seite 172).

Der Begriff Halbsumme in der Astrologie wurde erstmals von Alfred Witte gewählt in seinem Aufsatz „Der erste Transneptunplanet Cupido.“ (Astrologische Blätter, Berlin, V. Jahrgang, Monat Juli 1923, Heft 4, Seite 52).

Halbsumme und Planetenbild sind Grundlage der von Alfred Witte (1878–1941) begründeten Hamburger Schule (1913–1928).

LiteraturBearbeiten

  • Alfred Witte: Der Mensch – eine Empfangsstation kosmischer Suggestionen. Reprint aller Aufsätze von Alfred Witte von 1913–1925. Knapp kommentiert von Hermann Sporner. Hamburg 1975, Seite 117 ff., 209 ff., ISBN 3-920807-11-1
  • Alfred Witte, Hermann Lefeldt: Regelwerk für Planetenbilder. 5. Auflage, Hamburg 1959, Seite 23–40
  • Reinhold Ebertin: Kombination der Gestirneinflüsse. Tübingen 2002, ISBN 3-925100-70-9