Hafez Modirzadeh

US-amerikanischer Musikwissenschaftler und Jazzmusiker

Hafez Modirzadeh (* 3. Mai 1962 in Durham, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Musikwissenschaftler, Alt- und Tenorsaxophonist und Komponist des World Jazz, der als Hochschullehrer tätig ist.

Leben und WirkenBearbeiten

Modirzadehs Vater Jamal Modir stammt aus dem Iran und ist ein persischer Perkussionist; seine Mutter hat europäische Wurzeln. Er wuchs in den Vereinigten Staaten, aber zwischen 1970 und 1972 auch in Montpellier und dann ein Jahr in Teheran auf. Bereits während seines Bachelor-Studiums in Musik an der San José State University beschäftigte er sich sowohl mit afroamerikanischer Musik wie Blues und Jazz als auch mit den Traditionen klassischer iranischer Musik. Er erhielt Privatstunden auf dem Saxophon bei Musikern wie Sonny Stitt, James Moody, Joe Henderson sowie Sonny Simmons und bei dem iranischen Geiger und Tarspieler Mahmoud Zoufonoun, anschließend studierte er 1983 am New England Conservatory Saxophon bei Joe Allard und Musiktheorie bei George Russell; den Master erwarb er 1986 an der UCLA. Ab 1986 promovierte er in Musikethnologie an der Wesleyan University über Chromodality and the Cross-Cultural Exchange of Musical Structure; die Arbeit schloss er 1992 ab.[1] 1989 und 1991 war er Stipendiat (NEA Jazz Fellow); mit einem Fulbright-Stipendium studierte er 2005/06 bei Gnawa- und Flamenco-Musikern in Marokko und Andalusien, woraus das Album Bemsha Alegria (2007, Disques Chromodal) entstand.

Daneben verfolgte er eine Karriere als Musiker und arbeitete u. a. mit Don Cherry, Zakir Hussain, Steve Lacy, Oliver Lake, George Lewis, Peter Apfelbaum, William Lowe, James Newton, Wadada Leo Smith, Omar Sosa, Royal Hartigan, außerdem mit Musikern des Asian American Jazz Movement wie Fred Ho, Miya Masaoka, Liu Chi Chao, Danongan Kalanduyan, Mark Izu, Anthony Brown, Akira Tana und Kenny Endo. 2007 trat er mit Ornette Coleman beim San Francisco Jazz Festival auf. 2009 nahm er seine Radif Suite gemeinsam mit Amir ElSaffar auf. 2012 erschien sein Album Post-Chromodal Out (Pi Recordings), an dem Amir ElSaffar, Vijay Iyer, Ken Filiano und Royal Hartigan sowie Gastmusiker auf dem Santur bzw. dem Kulintang mitwirkten. Modirzadehs mikrotonale Spielweise basiert teilweise auf den persischen Dastgah-Tonsystemen und ist von Ornette Coleman beeinflusst.[2]

Modirzadeh ist Professor im Fachbereich World Culture in Music der San Francisco State University.

WerkeBearbeiten

SchriftenBearbeiten

  • The Chromodal Approach to Improvised Music Spartan Books Press, 1996
  • Makam X: Musical Archetype of the People in: Fred Ho, William Mullen (Hg.) Afro/Asia: Revolutionary Connections in Asian/African American Politics and Culture Autonomedia Publications. Brooklyn, NY. 2003
  • Aural Archetypes and Cyclic Perspectives in the Work of John Coltrane and Ancient Chinese Musical Theory, Black Music Research Journal. 22(1) 2002
  • Spiraling Chinese Cyclic Theory and Modal Jazz Practice Across Millenia, Journal for Music In China. 2(2) 2000
  • On the Convergence Liberation of Makam X. in: Critical Studies in Improvisation/Études critiques en improvisation. 7(2) 2011
  • A discourse on Brazilian popular music and US Jazz education. IASPM journal 5.1 (2015): 23-35 (mit Almir Cortes Barreto)

Diskographische HinweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Chromodality and the Cross-Cultural Exchange of Musical Structure
  2. Howard Mandel: 2012 Top Jazz Beyond Jazz recordings