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Gustav Kampmann

deutscher Maler und Graphiker
Gustav Kampmann – Talmühle 1896
Gustav Kampmann – Steigende Nebel 1896
Gustav Kampmann – Ruinen im Walde 1898
Gustav Kampmann – Talmühle um 1898
Gustav Kampmann – Winternacht in Königsfeld im Schwarzwald um 1900
Gustav Kampmann – Dämmerung 1903
Buchkunst: 2 Titelbilder im Buch Karl Ernst KnodtEin Ton vom Tode, ein Lied vom Leben. Gießen, 1905
Gustav Kampmann – Düsterer Abend II 1904–1906
Gustav Kampmann – Blaue Luft 1907

Gustav Kampmann (* 30. September 1859 in Boppard; † 12. August 1917 in Bad Godesberg) war ein Karlsruher Landschaftsmaler und Grafiker.

Kampmann war als Meisterschüler von Gustav Schönleber und Hermann Baisch ein Repräsentant der Karlsruher Landschaftsschule. Er war Gründungsmitglied und Zweiter Vorsitzender des Karlsruher Künstlerbundes und gilt als bedeutendstes Mitglied der Grötzinger Malerkolonie.

LebenBearbeiten

Aus einer rheinländischen Familie evangelischer Konfession stammend, in Boppard am Rhein bei Koblenz geboren, lebte Gustav Kampmann seit 1873 in und bei Karlsruhe. Sein Vater war der Arzt Wilhelm Kampmann, Inhaber der Kaltwasseranstalt Marienberg bei Boppard.[1] Seine Mutter war Elisabeth Nottebohm geb. Schmitz. Unter Kampmanns sieben Geschwistern und Halbgeschwistern wurde die Halbschwester, Tochter aus zweiter Ehe der Mutter mit dem aus Wattenscheid stammenden August Nottebohm, die Malerin Jenny Fikentscher geb. Nottebohm, für Kampmanns Lebensweg bedeutsam. Denn sie heiratete später Otto Fikentscher, den Gründer der Grötzinger Malerkolonie, als deren künstlerisch bedeutendstes Mitglied Kampmann gilt.[2]

Seine Kindheit verbrachte Kampmann teilweise in Kattowitz in Schlesien, wohin der Stiefvater als Regierungsbaumeister berufen worden war. In Karlsruhe gelangte Kampmann 1878 zum Schulabschluss der Mittleren Reife, des sogenannten Einjährig-Freiwilligen, und trat noch im selben Jahr in die Großherzoglich-Badische Kunstschule in Karlsruhe ein. Dort verweilte er bis 1884, wobei er 1880/1881 seine Ausbildung zur Ableistung des einjährig-freiwilligen Militärdienstes zu unterbrechen hatte. Seine Lehrer waren zunächst Hans Fredrik Gude, dann dessen Nachfolger Gustav Schönleber und schließlich Hermann Baisch, die Letztgenannten ihrerseits beide Schüler des Münchner Landschaftsmalers Adolf Heinrich Lier. Für seine Betätigung als Landschaftsmaler hatten die zahlreichen Studienreisen große Bedeutung, die er seit den 80er Jahren von wechselnden Standorten aus unternahm. 1880 verbringt er den Sommer am Bodensee. In den Jahren 1885 bis 1889 lebt er (mit einer Unterbrechung 1887/88, während der er von Lübeck aus die Ostseeküste bereist) mit seinem Malerfreund Bernhard Buttersack in München und Schleißheim bei München, von wo aus er das bei den Landschaftsmalern der Zeit beliebte Erdinger Moos erkundet und Reisen im süddeutschen Raum unternimmt.

Eine erste Ausstellungsbeteiligung hatte er 1886 an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Seither regelmäßige Beteiligung an Ausstellungen zunächst in München, dann auch in anderen deutschen Großstädten (Akademie der Künste Berlin 1988, 1892; Große Berliner Kunstausstellung 1893, 1898, 1903, 1905, 1908, 1913; Münchner Glaspalast 1889, 1892, 1897, 1898, 1900, 1911, 1912; Münchener Secession 1893, 1896, 1907; Kollektivausstellung Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld 1916). 1890 zieht er nach Grötzingen, wo er mit seiner Halbschwester und seiner Mutter eine Wohnung in dem von Fikentscher erworbenen und so vor dem drohenden Abriss geretteten Schloss Augustenburg bezieht. Dort entsteht die Grötzinger Malerkolonie. 1891 heiratet er die 1860 in Basel geborene Klavierlehrerin Anna Roth, die er während eines rheumabedingten Kuraufenthaltes 1888 am Walensee in der Schweiz kennengelernt hatte. 1894 kam sein Sohn Hans-Jürgen zur Welt. 1891 unternimmt er eine Studienreise nach Belgien und Holland. 1895 erkundet er den nördlichen Schwarzwald, das Murgtal und die Hornisgrinde, im Jahr darauf die Vogesen. 1898 wird der Schweizer Jura besucht. 1901 führt eine Reise über Frankreich und Spanien nach Tanger in Marokko. 1902 setzt mit der Berufung Friedrich Kallmorgens nach Berlin der Auflösungsprozess der Grötzinger Malerkolonie ein. Auch das Ehepaar Kampmann zieht 1905 nach Durlach, kehrt aber 1908 nach Grötzingen zurück, wohnt jedoch jetzt nicht mehr in der Augustenburg, sondern in einem eigenen kleinen Haus.

Zusammen mit 23 anderen Künstlern gründete Kampmann 1896 den Karlsruher Künstlerbund und wurde 1899 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Der Karlsruher Künstlerbund betrieb mit der Kunstdruckerei Künstlerbund Karlsruhe eine eigene Werkstatt für Lithografie und hatte einen bedeutenden Anteil an der erfolgreichen Einführung der Künstlersteinzeichnung in Deutschland, mit der das doppelte Ziel verfolgt wurde, durch preiswerte Angebote anstelle billiger Reproduktionen wie des Ölfarbendrucks originale Kunst für ein weniger betuchtes Publikum erschwinglich zu machen und dadurch einen Beitrag zur ästhetischen Volksbildung zu leisten sowie den Künstlern ein regelmäßigeres Einkommen zu sichern.[3] Dem volkspädagogischen Anliegen entsprach, dass, entgegen der für Künstlergrafik sonst üblichen Praxis der limitierten Auflage, von beliebten Blättern Auflagen von mehreren tausend, in einem Fall sogar 10 000 Exemplaren produziert wurden.[4] Kampmann wurde künstlerischer Mitarbeiter der ambitionierten Avantgarde-Zeitschrift Pan, er schuf aber auch Gebrauchsgrafik. So entwarf er beispielsweise im Auftrag des Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck Sammelbilder für Stollwerck-Sammelalben, u. a. für die Stollwerck-Sammelalben No. 4 und 5 von 1899 bzw. 1902.[5]

1901 erhielt Kampmann eine mention honorable in Paris. 1904 trat er dem Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein bei. Im selben Jahr erhielt er in Dresden die Kleine goldene Plakette. 1905 wurde er von Großherzog Friedrich I. von Baden zum Titularprofessor an der Großherzoglich Badischen Kunstschule zu Karlsruhe ernannt, nachdem er eine Berufung zum Professor an die Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig abgelehnt hatte. 1909 hielt er sich von April bis Juni in Wien auf, 1910 folgte ein Studienaufenthalt im Hegau, 1911 eine Studienreise in den Harz, 1912 eine weitere in die Rhön.

In den Jahren vor dem I. Weltkrieg stand Kampmann in freundschaftlicher Verbindung mit den liberalen Politikern Theodor Heuss und Friedrich Naumann, die als Förderer der Kunsterziehungsbewegung beide anerkennende Würdigungen seines Werkes publizierten.[6] 1914 zog er vor Beginn des Krieges in die Schweiz, trat aber dann freiwillig in die Karlsruher Reserve ein. Ab 1915 litt er unter einer schweren Hornhautentzündung des linken Auges, was ihm neben seinem nach wie vor starken Rheuma, an dem er von Jugend an litt, die Malerei zur Qual machte. Nachdem er am 28. Februar 1916 zum Hauptmann befördert worden war, erhielt er 1917 zunächst ab Mitte Februar Erholungsurlaub in Grötzingen und erlangte schließlich auf eigenen Wunsch krankheitsbedingt seine Entlassung aus dem Militärdienst. Im selben Jahr starb Kampmann während eines Kuraufenthaltes in Bad Godesberg durch eigene Hand, indem er sich die Pulsadern öffnete. Seine Witwe ließ in der Zeitung verbreiten, er sei seinen Krankheiten erlegen.

WerkBearbeiten

Das Werk umfasst vor allem Landschaftsgemälde und -lithographien, selten mit Personenstaffage, zuweilen mit architektonischen Elementen. Ab den frühen 90er Jahren entwickelt Kampmann einen persönlichen, sehr eigenwilligen Stil, für den charakteristisch ist, dass sich die Werke des Künstlers „mit ihrer Offenheit, dem bloßen Andeuten der Motive und dem spontanen Gestus fast vollständig von den gegenständlichen Konnotationen zugunsten rein malerischer Bildwirkungen lös(en) [...]. Kampmanns Bildentwürfe haben eine malerische Freiheit und einen Grad an Abstraktion, wie er zu dieser Zeit bei kaum einem anderen Künstler zu finden ist,“ urteilt Stefan Borchardt.[7] „Felder, Wiesen, Bäume und Häuser werden zu abstrahierenden geschlossenen Flächen zusammengezogen, der Himmel über die Wolkenballungen strukturiert, der reliefhafte Farbauftrag behauptet sich gleichwertig gegenüber den dargestellten Gegenständen.“[8] Kampmann, der sich indes nirgends zu kunsttheoretischen Fragen geäußert hat, schafft „um die Jahrhundertwende eine ganz aus dem Malerischen heraus lebende Bildästhetik [...], die ihren Impuls aus dem Erleben der Reize der realen Landschaft empfängt, diese aber nicht eigentlich wiedergibt, sondern dafür aus rein malerischen Mitteln ein ästhetisches Äquivalent entwickelt.“ Oft wählt er dabei Landschaftsausschnitte ohne jede pittoreske, romantische oder heroische Qualität aus, „die eigentlich motivisch nichts bieten als Fläche und Streifen aus Feldern, Wiesen und Himmel und deren optischer Reiz allein in den Witterungsmomenten liegt, auf die sich die malerische Aufmerksamkeit richtet.“[9] „Kampmanns rigorose Bildsprache seiner reifen Zeit bedeutete eine Negation des traditionell komponierten Landschaftsgemäldes. Mit logischer Konsequenz beschritt er den Weg vom realitätsbezogenen Abbild zur kürzelhaften Chiffre.“[10] Mit deutschtümelnder Heimatmalerei hatte seine „tradierte Sehgewohnheiten revolutionierende Landschaftsinterpretation“ bei zeittypischen aller zeittypischen Liebe zur heimatlichen Landschaft, die auch ihn als Zeitgenossen der Wanderbewegung antrieb, außer dem Gegenstand nichts gemein.[11] Zwar ist es auch bei ihm eine vom Menschen nicht oder nicht allzu invasiv berührte, von technischen Installationen noch freie Landschaft (die Lokomotive in Eisenbahn am Abend von 1899, die bedrohlich auf den Betrachter zukommt und den ganzen Himmel mit ihrem dunklem Rauch einhüllt, nimmt eine Ausnahmestellung im Werk ein), die er zum Ausgangspunkt seiner Kunst macht, aber die zeittypische völkisch sowie kulturpessimistisch und modernitätskritisch motivierte Verherrlichung und Propagierung vormoderner Landwirtschaft als vermeintlich gesunder und natürlicher Lebensgrundlage oder gar die Heroisierung der landwirtschaftlichen Arbeiten wie des Pflügens, Säens, Dreschens oder Kornschneidens findet man bei ihm nicht. Allein das traditionelle Bauernhaus oder Dorf als Bildgegenstand bedient gelegentlich die romantische Nostalgie. Weder das Leben in der Großstadt, dem sich Kampmann mit seiner Entscheidung für die Malerkolonie entzogen hatte, noch die moderne Gesellschaft oder die Technik und Industrie spielen in seinem Werk als unmittelbarer Bildgegenstand eine Rolle. Allenfalls bilden sie als perhorreszierte Gegenwart und Zukunft im Bewusstsein des Künstlers und des zeitgenössischen Betrachters die Folie, vor der sich seine heilen Landschaften als ästhetische Gegenwelt abheben.

Kampmanns Kunst strebt nach absoluter ästhetischer Autonomie. Wie bei dem Dichter Stefan George sollen weder die abzuschildernden Eigenschaften des Gegenstandes noch eine auf reale Vorgänge bezogene Narrativik und auch nicht die darzustellenden spontan erlebten Gefühle beteiligter Personen das Kunstwerk ausmachen, sondern allein die vom Künstler geschaute und geschaffene Gestalt, in der, wie Hubert Arbogast formuliert, „Inhalte als Form dargestellt werden. [...] Deren Äußeres aber ist nicht etwas Äußerlich-Akzidentielles, sondern der Ausdruck eines inneren Vorganges.“[12] Das läuft auf eine konsequente Abkehr vom Naturalismus hinaus, dessen Vertreter die Natur als Lehrmeisterin des Künstlers und damit als die eigentliche Künstlerin angesehen hatten, der sich jener nur anzuschließen brauche. Kampmann dagegen ging es wie George um die Autonomie der Kunst. Die Konsequenz, mit der er dabei vorging, war zumindest in seinem Umfeld ein Alleinstellungsmerkmal. Von den Grötzingern hat jedenfalls keiner einen Weg zurückgelegt, der ihn so weit über seine akademische Ausbildung und seine künstlerischen Anfänge hinausführte, wie Kampmann.

In der Lithographie (52 Arbeiten allein im Rahmen des Künstlerbund Karlsruhe erschienen) erweist sich „die Modernität Kampmanns im Unterschied zu üblichen Postkartenmotiven [...] in der äußerst exzentrischen und asymmetrischen Komposition [...] Die Farben (werden hier) satter und deutlicher eingesetzt als in den meisten Gemälden. Farbflächen werden in sich weniger mit Nuancen differenziert und abgegrenzt, eher nebeneinander gestellt. Insgesamt werden die Farbkontraste und der Hell-Dunkel-Kontrast entschiedener zugunsten großflächiger Bildwirkungen eingesetzt, damit dem Zielmedium entsprechend.“[13]. In den Gemälden hingegen kommt es „im Farbigen nur höchst selten zu einer Verwendung reiner Farben und dem Einsatz starker Farbkontraste, wie sie in dieser Zeit dominierend war“, sondern widmet Kampmann „sich eher einer Ausdifferenzierung und Bereicherung der Zwischentöne“. Die Bildwirkung entwickelt er „farblich ganz aus einer reduzierten Ton-in-Ton-Malerei mit feinen Abstufungen und dem Einsatz von Gegenlicht.“[14] Über die Lithografie führte der Weg auch zur Betätigung als Buchillustrator.

Während er mit seinen Lithografien durchaus erfolgreich war, blieb der Absatz seiner ca. 500 Gemälde, von denen nur etwa ein Viertel zu seinen Lebzeiten einen Käufer fand, eher begrenzt. Abgesehen von Kampmanns Kompromisslosigkeit in ästhetischen Belangen und dem für ein von Patriotismus und Heimatverbundenheit motiviertes Publikum zu geringen Wiedererkennungswert seiner Landschaften dürfte dies nicht zuletzt an der düsteren Grundstimmung der meisten seiner Gemälde gelegen haben. „Einge wenige Kritiker (darunter Gustav Glück[15] und Theodor Heuss[16]) erkannten in der für damalige Verhältnisse unerhörten und radikalen Vereinfachung und Synthetisierung des Landschaftsbildes jedoch eine besondere Qualität.“[17] Zu Lebzeiten erlangte Kampmann kaum die seiner Bedeutung gebührende Aufmerksamkeit. „Fast alle der insgesamt 446 Gemälde des Künstlers (befinden sich) in Privatbesitz. Nur acht Bilder gelangten zu seinen Lebzeiten in öffentliche Sammlungen (Staatl[iche] Kunsthalle Karlsruhe, Museum Folkwang Essen, Gemäldegalerie Wien, städt[ische] Galerien in Danzig, Zwickau, Koblenz und Dortmund).“[18] Daran hat sich bis heute nichts Grundsätzliches geändert, da er „außerhalb des lokalen Kontextes der Grötzinger Malerkolonie und der Karlsruher Kunst“ außer einigen Ausstellungen in Karlsruhe „nicht ausgestellt worden und daher nahezu unbekannt“ geblieben ist. Immerhin wurde seit den 1960er Jahren das Werk des nach seinem Tode bald nahezu Vergessenen durch eine Reihe von Ausstellungen, „durch die seine herausragende Stellung innerhalb dieser (der Grötzinger) Künstlergruppe konstatiert“ wurde, wieder in Erinnerung gerufen.[19] Rudolf Theilmann urteilte gar: „Die Kühnheit und Eigenständigkeit seiner Kompositionen stellen Kampmann in die erste Reihe der deutschen Landschafter um 1900.“[20] Trotzdem hat Kampmann bis heute weder den nationalen, geschweige denn internationalen Rang erlangt, der ihm aufgrund seiner Rolle bei der Überwindung des Naturalismus um 1900 als einem der Pioniere der Abstraktion und einer Ästhetik der reinen Form nach Meinung der zitierten Fachleute zukommt. Als seiner Wertschätzung abträglicher Faktor wirkte dabei zum einen der Umstand, dass Kampmann keiner der etablierten Stilrichtungen der Epoche, dem Naturalismus, dem Impressionismus, dem Jugendstil oder dem Symbolismus eindeutig zugeordnet werden kann. Sein relativ früher Tod noch vor dem Ende des I. Weltkrieges verhinderte zum anderen, dass sein Verhältnis zur dann führenden Stilrichtung, dem Expressionismus, auf den manche Eigentümlichkeiten seines Werks durchaus vorausweisen, zu einer Klärung gelangen konnte. So schien ihm als zwar eigenständigem und anspruchsvollem, aber eben doch abseits der Hauptlinien der Stilentwicklung anzusiedelndem Künstler ohne nennenswerten Einfluss auf den weiteren Verlauf der Kunstgeschichte kein gesteigertes Interesse zuzukommen. Die seit der Jahrhundertmitte stark abnehmende Begeisterung für Landschaftsmalerei und deren rückläufige Bedeutung in der Gegenwartskunst taten ein Übriges, sodass es außerhalb der Region bislang weder zu einer grundsätzlichen Wiederentdeckung des keineswegs unbedeutenden Künstlers noch zu einer ästhetischen Neubewertung seines anspruchsvollen Werks durch ein breiteres Publikum gekommen ist.

Einzelne Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)Bearbeiten

Ein ausführliches Werkverzeichnis bietet Brandenburger-Eisele (s. unten »Literatur«)

Gemälde:

Lithographien:

Radierungen

Zeichnungen

Bücher und Schriften mit Illustrationen Kampmanns (Auswahl)Bearbeiten

  • Gesellschaft für vervielfältigende Kunst (Hg.): Die graphischen Künste. Jahrgang XXIII, 1900. Kaiserlich Königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien, 1900.
  • Musenklänge aus dem Karlsruher Künstlerbund. Voigtländer, Leipzig 1902.
  • Wilhelm Schäfer (Hg.): Die Rheinlande – Monatsschrift für deutsche Kunst. 4. Band (April 1902 – September 1902). Verlag der "Rheinlande", Düsseldorf, 1902.
  • Max Martersteig (Hg.): Jahrbuch der bildenden Kunst 1903. Unter Mitwirkung von Woldemar von Seidlitz-Dresden. Zweiter Jahrgang. (Almanach für bildende Kunst und Kunstgewerbe, Folge 3). Deutsche Jahrbuch-Gesellschaft. Berlin. 1903.
  • Jeannot Emil Freiherr von Grotthuss (Hg.): Türmer-Jahrbuch 1904 Greiner und Pfeiffer, Stuttgart 1904.
  • Karl Ernst Knodt: Fontes Melusinae. Ein Menschheitsmärchen. Mit Bildern von G. Kampmann. Altenburg, Geibel 1904.
  • Karl Ernst Knodt: Ein Ton vom Tode. Ein Lied vom Leben. Neue Verse von Karl Ernst Knodt. Mit 2 Titelbildern von Gustav Kampmann. Emil Roth, Gießen, o. J. (1905).
  • Auguste Supper: Da hinten bei uns. Erzählungen aus dem Schwarzwald. Eugen Salzer, Heilbronn 1905.
  • Hanns von Gumppenberg, Alfred Auscher (Hgg.): Licht und Schatten (Wochenschrift für schwarzweiß Kunst und Dichtung) Jahrgang 2, 1912, Heft Nr. 34. Verlag Licht und Schatten, München 1912.
  • Fritz Heyder: Deutsche Zeichenkunst 1917. Die Bilder des vergriffenen 9. Jahrgangs des Kalenders Kunst und Leben. Fritz Heyder, Berlin-Zehlendorf, 1916 (-1917).
  • Fritz Heyder: Deutsche Zeichenkunst 1917. Die Bilder des vergriffenen 10. Jahrgangs des Kalenders Kunst und Leben. Fritz Heyder, Berlin-Zehlendorf, 1918.
  • Hindurch! Deutsches Volk im Kriege. Bilder des Kalenders Kunst und Leben 1914 - 1918. Gedichte aus der Kriegszeit. Heyder, Berlin-Zehlendorf 1920.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zu den Lebensdaten vgl. Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 89.
  2. Vgl. Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 7; S. 9–17; Erika Rödiger-Diruf, Brigitte Baumstark (Hgg.), Deutsche Künstlerkolonien 1890–1910. Worpswede, Dachau, Willingshausen, Grötzingen, Die Brücke, Murnau. Städtische Galerie Karlsruhe 26. September 1998 bis 17. Januar 1999. Städtische Galerie Karlsruhe, Karlsruhe 1998, S. 236–238; S. 244; Rudolf Theilmann (Hg.), Gustav Kampmann. 1859 – 1917. Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Ausstellung 22. Oktober 1994 bis 29. Januar 1995, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 11; Rudolf Theilmann (Hg.), Die Grötzinger Malerkolonie. Die erste Generation 1890 – 1920. Karl Biese, Jenny Fikentscher, Otto Fikentscher, Franz Hein, Margarethe Hormuth-Kallmorgen, Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann. Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe vom 28. November 1975 bis zum 1. Februar 1976. Müller, Karlsruhe 1975, S. 15.
  3. Vgl. Karl Storck, Die Künstlerlithographien des Karlsruher Künstlerbundes. Zu unseren Kunstbeilagen, in: Jeannot Emil Freiherr von Grotthuss (Hg.), Türmer-Jahrbuch. Greiner und Pfeiffer, Stuttgart 1904, S. 215–240 (mit der Original-Lithografie „Dämmergrund“ G. Kampmanns nach S. 244).
  4. Vgl. Stefan Borchardt, Von Dämmerung zu Dämmerung. Zu den Landschaften Gustav Kampmanns, in: Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 12f.
  5. Lorenz, Detlef: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder, Reimer-Verlag, 2000.
  6. Vgl. Th. Heuss, Gustav Kampmann. Ein deutscher Landschaftsmaler, in: Westermanns illustrierte deutsche Monatshefte 53, 1909, S. 773–785, wiederabgedruckt in: Stefan Borchardt (Hg.): Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Katalog zur Ausstellung in der Kunststiftung Hohenkarpfen vom 28. März bis 18. Juli 2010. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 19–27; Friedrich Naumann, Form und Farbe. Buchverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg 1909.
  7. Stefan Borchardt, Von Dämmerung zu Dämmerung. Zu den Landschaften Gustav Kampmanns, In: Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 10.
  8. Stefan Borchardt, Von Dämmerung zu Dämmerung. Zu den Landschaften Gustav Kampmanns, In: Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 9.
  9. Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 14.
  10. Rudolf Theilmann, Kampmann, Gustav. In: Bernd Ottnad (Hg.): Badische Biographien. Neue Folge, Band 3. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 145.
  11. Rudolf Theilmann, Kampmann, Gustav. In: Bernd Ottnad (Hg.): Badische Biographien. Neue Folge, Band 3. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 146.
  12. Hubert Arbogast, Die Erneuerung der deutschen Dichtersprache in den Frühwerken Stefan Georges. Eine stilgeschichliche Untersuchung. Böhlau, Köln / Graz 1967, S. 1 (die Hervorhebung im Original).
  13. Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 13.
  14. Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 10
  15. Gustav Glück, Gustav Kampmann, in: Die Graphischen Künste 23, 1900, S. 101–112.
  16. Vgl. Theodor Heuss, Gustav Kampmann. Ein deutscher Landschaftsmaler, in: Westermanns illustrierte deutsche Monatshefte 53, 1909, S. 773–785, wiederabgedruckt in: Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 19–27.
  17. Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 14.
  18. Rudolf Theilmann, Kampmann, Gustav. In: Bernd Ottnad (Hg.): Badische Biographien. Neue Folge, Band 3. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 148.
  19. Stefan Borchardt, Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. In: Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 7.
  20. Rudolf Theilmann, die Grötzinger Malerkolonie. Ein Kapitel badischer Kunstgeschichte. In: Rudolf Theilmann (Hg.), die erste Generation 1890 – 1920. Karl Biese, Jenny Fikentscher, Otto Fikentscher, Franz Hein, Margarethe Hormuth-Kallmorgen, Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann. Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe vom 28. November 1975 bis zum 1. Februar 1976. Müller, Karlsruhe 1975, S. 15. Ähnlich urteilt Stefan Borchardt, Von Dämmerung zu Dämmerung. Zu den Landschaften Gustav Kampmanns. In: Stefan Borchardt (Hg.), Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 9–18, hier S. 17.

LiteraturBearbeiten

  • Gustav Glück: Gustav Kampmann, in: Die Graphischen Künste 23, 1900, S. 101–112.
  • Theodor Heuss: Gustav Kampmann. Ein deutscher Landschaftsmaler, in: Westermanns illustrierte deutsche Monatshefte 53, 1909, S. 773–785, wiederabgedruckt in: Stefan Borchardt (Hg.): Gustav Kampmann. Zwischen Tag und Nacht. Gemälde Zeichnungen, Lithographien. Katalog zur Ausstellung in der Kunststiftung Hohenkarpfen vom 28. März bis 18. Juli 2010. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2010, S. 19–27.
  • Robert Schwerdtfeger: Gustav Kampmann. In: Die Rheinlande 17, 1909, S. 37–47.
  • Katalog der Originallithographien des Künstlerbund Karlsruhe. Lithographien, Radierungen, Holzschnitte. Verlag der Kunstdruckerei Künstlerbund, Karlsruhe 1900–1914.
  • Ferdinand Avenarius: Gustav Kampmann (Nekrolog). In: Deutscher Wille (Kunstwart 31, 1917, Heft 1, S. 27–29).
  • O. Kellner: Kampmann, Gustav. In: Ulrich Thieme, Felix Becker|, Hans Vollmer (Hgg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künste von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 19/20. E. A. Seemann, Leipzig 1927/28, S. 509–511.
  • Richard Bellm: Kampmann, Gustav. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 93 f. (Digitalisat).
  • Edith Amann: Das graphische Werk von Gustav Kampmann (Schriften der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe 3). Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1944.
  • Rudolf Theilmann (Hg.): Die Grötzinger Malerkolonie. Die erste Generation 1890 – 1920. Karl Biese, Jenny Fikentscher, Otto Fikentscher, Franz Hein, Margarethe Hormuth-Kallmorgen, Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann. Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe vom 28. November 1975 bis zum 1. Februar 1976. Müller, Karlsruhe 1975.
  • Kunst in Karlsruhe 1900 – 1950. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Ausstellung im Badischen Kunstverein, Karlsruhe 24. Mai – 19. Juli 1981. Müller, Karlsruhe 1981 ISBN 3-7880-9661-6.
  • Helga Walter-Dressler, Sylvia Bieber (Hgg.): Farblithographien des Karlsruher Künstlerbundes um 1900. Eine Initiative gegen den Öldruck. Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais Karlsruhe, 18. Juli bis 11. Oktober 1987. Städtische Galerie Karlsruhe, Karlsruhe 1987. ISBN 3-923344-10-4.
  • Rudolf Theilmann: Kampmann, Gustav, in: Bernd Ottnad (Hg.): Badische Biographien. Neue Folge, Band 3. Kohlhammer, Stuttgart 1990, ISBN 3-17-009958-2, S. 145–148 (Online)
  • Hans Linde: Gustav Kampmann (1859–1917). Anmerkungen zu Leben und Werk. In: Gustav Schönleber (1851 – 1917), Gustav Kampmann (1859 – 1917). Zweimal Natur um 1900. Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais Karlsruhe, 15. Dezember 1990 - 17. Februar 1991. Städtische Galerie Karlsruhe, Karlsruhe 1990, ISBN 3-923344-16-3, S. 97–107.
  • Erika Rödiger-Diruf: Zu Form und Inhalt in Gustav Kampmanns Malerei. In: Gustav Schönleber (1851 – 1917), Gustav Kampmann (1859 – 1917). Zweimal Natur um 1900. Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais Karlsruhe, 15. Dezember 1990 - 17. Februar 1991. Städtische Galerie Karlsruhe, Karlsruhe 1990, ISBN 3-923344-16-3, S. 109–151.
  • Gerlinde Brandenburger-Eisele: Gustav Kampmann (1859–1917) Ein Beitrag zur deutschen Landschaftskunst um 1900 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 28 Kunstgeschichte 112). Peter Lang, Frankfurt am Main et al. 1991 ISBN 3-631-43898-2 (auch Diss. phil. Frankfurt am Main 1988).
  • Rudolf Theilmann (Hg.): Gustav Kampmann. 1859 – 1917. Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Ausstellung 22. Oktober 1994 bis 29. Januar 1995, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1994. ISBN 3-925212-27-2.
  • Erika Rödiger-Diruf, Brigitte Baumstark (Hgg.): Deutsche Künstlerkolonien 1890–1910. Worpswede, Dachau, Willingshausen, Grötzingen, Die Brücke, Murnau. Städtische Galerie Karlsruhe 26. September 1998 bis 17. Januar 1999. Städtische Galerie Karlsruhe, Karlsruhe 1998 ISBN 3-923344-43-0, S. 231–249, bes. S. 236–238; S. 241; S. 243–245; S. 247 (Lit. S. 388).
  • Erika Rödiger-Diruf, Brigitte Baumstark (Hgg.): Wie Malerei? Lithografie um 1900. Städtische Galerie Karlsruhe 22. April bis 2. Juli 2006. Neuer Kunstverlag, Stuttgart 2006 ISBN 3-923344-65-1, S. 8–25; S. 90–95; Abb. S. 12; S. 23; S. 25; S. 58; S. 55; S. 61; S. 64; S. 66f.; S. 104f.
  • Stefan Borchardt (Hg): Gustav Kampmann – Zwischen Tag und Nacht. Gemälde. Zeichnungen und Lithografien. Katalog zur Ausstellung in der Kunststiftung Hohenkarpfen vom 28. März bis 18. Juli 2010. Beuroner Kunstverlag, Beuron, 2010. ISBN 978-3-87071-212-9.

WeblinksBearbeiten