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Gurschengletscher

Gletscher in der Schweiz

Der Gurschengletscher (auch Gurschenfirn) ist ein kleiner Gletscher im Gotthardmassivs im Schweizer Kanton Uri. Er liegt am Nordhang des Gemsstocks (2961 m ü. M.) sowie westlich des Gurschenstocks (2866 m ü. M.). Der alpinistisch wenig bedeutende Gletscher liegt im Skigebiet Andermatt-Gemsstock. Er wurde dadurch bekannt, dass er im Jahr 2005 einer der ersten Schweizer Gletscher war, an dem durch Abdeckung im Sommer versucht wurde, das Abschmelzen zu mindern. Der Gletscher hatte zuvor während 15 Jahren im oberen Bereich unterhalb des Gemsstock 20 Meter an Mächtigkeit verloren.[1] Auch im 19. Jahrhundert ist eine Phase des Rückzugs des Gletschers dokumentiert: Damals hatte sich der Gletscher zwischen den Jahren 1861 und 1875 um 300 Meter zurückgezogen und das Gletscherende lag dann auf 2535 Metern Höhe, knapp 200 Meter höher.[2]

Gurschengletscher
Lage Kanton Uri, Schweiz
Gebirge Gotthardmassiv
Typ Gebirgsgletscher
Exposition Nord
Koordinaten 689696 / 162473Koordinaten: 46° 36′ N, 8° 37′ O; CH1903: 689696 / 162473
Gurschengletscher (Kanton Uri)
Gurschengletscher
Entwässerung Gurschenbach → UnteralpreussReuss

Die Schmelzwässer des Gurschengletschers fliessen über den Gurschenbach in die Unteralpreuss und in Andermatt in die Reuss.

SkigebietBearbeiten

Der Gletscher befindet sich im Skigebiet Skiarena Andermatt-Sedrun. Über den Gletscher führt der sogenannte „Bernhard-Russi-Run“, eine steile Skiabfahrt, die zu Ehren des Schweizer Skifahrers Bernhard Russi, dem Olympiasieger von 1972, benannt ist.[3]

Bekannt geworden ist der Gletscher durch eine Aktion im Mai 2005. Dabei wurde versucht, das Abschmelzen der von der Bergstation der Gemsstock-Bahn auf den Gletscher führenden Schneerampe zu mindern. Hierzu wurden 2.500 Quadratmeter Spezialfolie aus Vliesstoff verwendet.[4] Die Massnahme war erfolgreich und wurde in den folgenden Jahren wiederholt und ist auch nach Ansicht des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) ökologisch sinnvoll. Allerdings dient diese Massnahme nicht dem Schutz des eigentlichen Gletschers – wie das in den Medien häufig dargestellt wurde –, sondern vermindert den Aufwand zur Wiederherstellung dieser Rampe im Frühwinter bei Wiedereröffnung des Skigebiets.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marcia Phillips: Snow, glaciersand permafrost: changesin theAlpine environmentand consequencesfor high-altitudetourisminfrastructure@1@2Vorlage:Toter Link/www.congresdeneu.ad (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 4,7 MB)
  2. Jahrbuch des Schweizer Alpenklub. Jahrgang 33. 1897–1898, Seite 258 (online)
  3. www.andermatt.ch
  4. Bericht der ETH zur Gletscherabdeckung@1@2Vorlage:Toter Link/www.ethlife.ethz.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Jürg Meyer: Gletscherabdeckungen. In: Die Alpen. 7/2005 (online@1@2Vorlage:Toter Link/alpen.sac-cas.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)