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Der Begriff Gummihals ist ein schweizerischer Ethnophaulismus für einen deutschen Staatsangehörigen in der Schweiz, dem ein opportunistisches Verhalten nachgesagt wird.

Der Begriff stammt aus den späten 1970ern und wurde zunächst vor allem von Studenten an Schweizer Universitäten verwendet, die sich über ihre deutschen Kommilitonen oder Dozenten beschweren oder lustig machen wollten. Über die genaue Bedeutung des Wortes wird seit Jahren spekuliert. Der Ausdruck wurde etwa dann verwendet, wenn der als aufdringlich empfundene Wortschwall von Deutschen in keinem Verhältnis zur eher zurückhaltenden Ausdrucksweise von Schweizern stand. Dabei leitet sich Gummihals vom übertreibenden Vergleich ab: „Selbst wenn du ihnen den Hals umdrehen könntest, sie würden immer noch unaufhörlich weiterreden.“

Mitte der 1990er Jahre wurde irrtümlicherweise davon ausgegangen, der Gummihals stelle ein Synonym für das in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 populär gewordene Wort „Wendehals“ dar. Diese These ist jedoch Anfang des 21. Jahrhunderts widerlegt worden. Sprachforscher der Universität Zürich haben herausgefunden, dass der Begriff Gummihals aus den 1970ern stammt und damit älter als der Begriff Wendehals ist.

Seit der letzten Jahrhundertwende ziehen jährlich 40.000 deutsche Staatsbürger in die Schweiz. Diese Tatsache stößt vor allem in weiten Teilen der Deutschschweiz auf Widerstand in der Bevölkerung und so erlebt der Begriff „Gummihals“ seit 2000 eine Renaissance. Der Autor Bruno Ziauddin beschreibt in seinem Buch Grüezi Gummihälse. Warum uns die Deutschen manchmal auf die Nerven gehen diese kulturellen Unterschiede in humorvoller Art. Der Begriff „Gummihals“ kommt laut Ziauddin daher, dass deutsche Jungärzte immer heftig nicken, wenn Chefärzte mit ihnen reden. Das wird von den Schweizern als „Zustimmung nach oben“ aufgefasst.

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LiteraturBearbeiten