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System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Perm Lopingium Changhsingium 254,2–252,2
Wuchiapingium 259,9–254,2
Guadalupium Capitanium 265,1–259,9
Wordium 268,8–265,1
Roadium 272,3–268,8
Cisuralium Kungurium 279,3–272,3
Artinskium 290,1–279,3
Sakmarium 295,5–290,1
Asselium 298,9–295,5
tiefer tiefer tiefer älter

Das Guadalupium (auch Mittelperm oder Mittleres Perm; im deutschen Sprachgebrauch auch verkürzt zu Guadalup) ist in der Erdgeschichte die mittlere chronostratigraphische Serie bzw. geochronologische Epoche des Perm. Sie begann vor etwa 272,3 Millionen Jahren und endete vor etwa 259,9 Millionen Jahren. Ihr voraus geht die Cisuralium-Serie (Unterperm). Ihr nach folgt die Lopingium-Serie (Oberperm).

Inhaltsverzeichnis

NamensgebungBearbeiten

Die Serie ist nach den Guadalupe Mountains im Westen des US-Bundesstaates Texas benannt. Der Name wurde bereits 1902 von George H. Girty als lithostratigraphische Einheit eingeführt. 1982 schlug John Bruce Waterhouse vor, diese Einheit als chronostratigraphische Einheit zu übernehmen.

Definition und GSSPBearbeiten

Die Basis der Guadalupium-Serie (und der Roadium-Stufe) ist durch das Erstauftreten der Conodonten-Art Jinogondolella nanginkensis definiert. Das Ende des Guadalupiums (bzw. der Beginn des Lopingium) wird durch das Erstauftreten der Conodonten-Unterart Clarkina postbitteri postbitteri angezeigt. Der GSSP (Typlokalität und Typprofil) des Gudalupiums (und des Roadium) ist ein Profil im Stratotype Canyon in den südlichen Guadalupe Mountains in Texas, USA (31° 52' 36,1" N, 104° 52' 36,5" W).

UntergliederungBearbeiten

Das Guadalupium ist in drei geologische Stufen untergliedert:

Das Guadalupium in MitteleuropaBearbeiten

In Mitteleuropa dauerte die Ablagerung des Rotliegend an, die sich noch bis in das ältere Lopingium fortsetzt und dort von der Sedimentation des Zechstein abgelöst wird.

Flora und FaunaBearbeiten

Das Ende des Guadalupiums war durch ein kleineres Massenaussterben gekennzeichnet, welches dem großen Perm-Trias-Massenaussterben, bei dem bis zu 90 % aller Tier- und Pflanzenarten verschwanden, vorausging. Als Ursache für dieses Sterben wurde ein heftiges vulkanisches Ereignis in Südchina (bei dem die sogenannten Emeishan-Flutbasalte entstanden) und die damit verbundene globale Beeinträchtigung der Ökosysteme identifiziert.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zhou Mei-Fu, John Malpas, Song Xie-Yan, Paul T. Robinson, Sun Min, Allen K. Kennedy, C.Michael Lesher, Reid R. Keays: A temporal link between the Emeishan large igneous province (SW China) and the end-Guadalupian mass extinction. Earth and Planetary Science Letters 196, Nr. 3–4, S. 113–122 doi:10.1016/S0012-821X(01)00608-2.

LiteraturBearbeiten

  • Yugan Jin, Shuzhong Shen, Charles M. Henderson, Xiangdong Wang, Wei Wang, Yue Wang, Changqun Cao und Qinghua Shang: The Global Stratotype Section and Point (GSSP) for the boundary between the Capitanian and Wuchiapingian Stage (Permian). Episodes, 29(4): 253–263, Beijing 2006 ISSN 0705-3797.
  • Yugan Jin, S. L. Mei, W. Wang, Xiangdong Wang, S. Z. Shen, Qinghau Shang und Z. Q. Chen: On the Lopingian Series of the Permian System. Palaeoworld, 9: 1–18, Nanjing 1998 ISSN 1871-174X
  • Brian F. Glenister, Bruce R. Wardlaw, Lance L. Lambert, Claude Spinosa, S. A. Bowring, D. H. Erwin, Manfred Menning und Garner L. Wilde: Proposal of Guadalupian and Component Roadian, Wordian and Capitanian Stages as International Standards for the Middle Permian Series. Permophiles, 34: 3–11, 1999 PDF
  • Bruce R. Wardlaw, Vladimir I. Davydov und Felix Gradstein: The Permian Period. S. 249–270 In: Felix Gradstein, Jim Ogg & Alan Smith (Hrsg.): A Geologic timescale. Cambridge University Press 2004 ISBN 978-0-521-78673-7

WeblinksBearbeiten