Groß Nikobar

Insel in Indien

Groß Nikobar (englisch Great Nicobar, Hindi: बड़ा निकोबार, Baṛā Nikobār, nicobarisch: टोकिओंग लोंग oder Tokieong Long[1]) gehört zu der indischen Inselgruppe der Nikobaren im Golf von Bengalen, im Osten liegt die Andamanensee. Politisch gehört die Insel zum indischen Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren.

Groß Nikobar
Topographische Karte (engl.), grün ist das Biosphärenreservat dargestellt.
Topographische Karte (engl.), grün ist das Biosphärenreservat dargestellt.
Gewässer Indischer Ozean
Inselgruppe Nikobaren
Geographische Lage 7° 5′ N, 93° 48′ OKoordinaten: 7° 5′ N, 93° 48′ O
Groß Nikobar (Andamanen und Nikobaren)
Groß Nikobar
Länge 55 km
Breite 28 km
Fläche 1 045 km²
Höchste Erhebung Mount Thuillier
642 m
Einwohner 9439
9 Einw./km²
Hauptort Campbell Bay

GeografieBearbeiten

Sie ist mit 9.439 Einwohnern auf 1.045 Quadratkilometern nur sehr dünn besiedelt. Die Insel ist die größte und südlichste der Nikobaren, liegt über 600 km westlich von Malaysia und ungefähr 140 km nördlich der indonesischen Insel Sumatra. Wenige Kilometer nördlich, jenseits der St.-Georg-Straße, liegt die Nachbarinsel Klein Nikobar. Direkt vor der westlichen Küste befindet sich das Inselchen Megapod, vor der nördlichen Küste Kondul.

Hauptort ist Campbell Bay an der Ostküste, mit 5.257 Einwohnern, mehr als der Hälfte der Inselbevölkerung. Daneben gibt es noch 25 weitere bewohnte Dörfer. Zweitgrößter Ort ist Govind Nagar mit 875 Einwohnern.[2]

Der südlichste Punkt der Insel, Indira Point, stellt zugleich den südlichsten Punkt Indiens dar. Der höchste Berg, der Thuillier mit 642 m, erhebt sich im Norden der Insel, ein Höhenzug zieht sich von hier nach Süden. Die Flüsse, darunter Alexandra, Amrit Kaur, Dogmar und Galatea, fließen größtenteils nach Westen und Süden.

GeschichteBearbeiten

Arabische, malayische und burmesische Schiffe liefen ab dem 7. Jahrhundert die Nikobaren an. 1711 landeten drei französische Jesuiten aus Pondicherry auf der Insel und lebten dort für 30 Monate, bevor sie nach Car Nicobar weiterzogen[3].

 
Menschen vom Volk der Shompen (1886)

Anfang 1756 erreichte ein dänisches Schiff aus Trankebar unter Leutnant Thanck die bewohnte Insel, damals auch Sianbalong genannt, und nahm sie für Dänemark in Besitz. Doch von 150 Männern lebten bald nur noch 30, der Rest starb an Krankheiten. Für den Misserfolg wurde vor allem die ungünstig gewählte Lage der Siedlung verantwortlich gemacht, obwohl auch die Uneinigkeit und das unangemessene Verhalten der Kolonisatoren eine Rolle gespielt haben mag. Der Stützpunkt wurde im Oktober 1756 nach Camorta verlegt[4].

1989 wurde ein Großteil der Insel als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt.

Groß Nikobar wurde durch den Tsunami infolge des Seebebens vom 26. Dezember 2004 schwer getroffen.

BevölkerungBearbeiten

Das Volk der Shompen verfügt noch über 400 Sprecher im Hinterland der Insel.

Tiere und PflanzenBearbeiten

Die Insel beheimatet eine Vielzahl nur hier vorkommende (endemische) Arten.

Wichtige Pflanzenarten sind Feigenbäume (Ficus), Schraubenbäume (Pandanus), Stinkbäume (Sterculia), Prunkwinden (Ipomea). Nur auf dieser Insel wächst der Baum Nicobariodendron sleumeri. Einzigartig und nur im Süden der Insel finden sich der Baumfarn Cyathea albosetacea und die Orchidee Phalaenopsis speciosa.

Wichtige Tierarten sind: Leistenkrokodil (Crocodylus porosus), Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), Nikobaren-Spitzhörnchen (Tupaia nicobarica), Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis), Netzpython (Python reticulatus), Nicobar-Langschwanzmakak (Macaca fascicularis umbrosa), der Segler Weißnestsalangane (Aerodramus fuciphagus, Syn.: Collocalia fuciphaga) und der zu den Zehnfußkrebsen gehörenden Palmendieb (Birgus latro)[5].

BiosphärenreservatBearbeiten

Ungefähr 85 % der Inselfläche wurde im Januar 1989 als Biosphärenreservat "Great Nicobar Biosphere Reserve" unter Schutz gestellt (auf der Karte rechts oben ist es grün dargestellt). Der Kern des Schutzgebietes umfasst ca. 885 km², umgeben von einer 12 km breiten Pufferzone und besteht aus zwei Teilen: den größeren Campbell Bay National Park im Norden und den kleineren Galathea Bay National Park im Inselinneren des Südens.

Die 15 % Inselfläche, die nicht unter Schutz stehen, werden durch die westlichen und östlichen Küstengebiete im Süden der Insel gebildet[6].

Am 28. Mai 2013 wurde das Biosphärenreservat auch von der UNESCO anerkannt.[7]

LiteraturBearbeiten

WeblinkBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Seite der Polizei mit den Inselnamen (engl.) (Memento des Originals vom 27. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/police.and.nic.in
  2. Seite der Polizei mit Daten von 2001 (engl.) (Memento des Originals vom 21. Juli 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/police.and.nic.in
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 28. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.andaman.org
  4. Maurer: Die Nikobaren, S. 90
  5. Seite des Biosphärenreservats (Memento des Originals vom 8. Februar 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/forest.and.nic.in
  6. Seite des Biosphärenreservats (Memento des Originals vom 8. Februar 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/forest.and.nic.in
  7. UNESCO nimmt elf neue Biosphärenreservate auf (Memento des Originals vom 21. August 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unesco.de