Hauptmenü öffnen
Grabendach
Geöffnete Dachfläche in Ziegeldeckung (daneben – geöffnet – ein übliches Satteldach sowie vorne ein Mansarddach in Blech mit Gauben). An der rechten Hauskante erkennt man das Fallrohr (hier traufseitig abgeleitet, da die Blendwand auf den Dom schaut). – Salzburg, Kapitelplatz

Das Grabendach ist eine Dachform, die durch ein kontinuierliches Aufsteigen und Absteigen der ebenen Dachflächen gekennzeichnet ist. Es ist also eine beliebig lange Aneinanderreihung von Schmetterlingsdächern und ähnelt dem Sheddach.

GeschichteBearbeiten

Das Grabendach findet man bei der Inn-Salzach-Bauweise (Inn-Salzach-Stil). Es stellt eine – vor Erfindung des Flachdachs – ab etwa dem 16. bis 17. Jahrhundert verwendete Möglichkeit dar, auch große Grundflächen sparsam zu überdachen.

Dabei wird es durch einen Blendgiebel verdeckt, die Entwässerung muss mittels Durchbrüchen durch die Firstwand erfolgen. Das Grabendach ist so von der Straße aus nicht als solches wahrnehmbar, die Form der Giebelwand kann also beliebig ausgeführt werden – meist schlicht mit ebener Oberkante, aber auch romanisierend und anderen Stilelementen – und zeichnet sich durch seine typischen „mitten“ in der Wand angebrachten, oft aufwendig gearbeiteten Endstücke mit dem in der Fläche hinuntergeführten Fallrohr aus. (Näheres hierzu siehe Dachrinne bzw. Galanteriespenglerei)

In neueren Zeiten findet es wieder bei Fabrikhallen und anderen großflächigen Bauten im Hallenbau Verwendung, da es Tragwerke in Leichtbauweise ermöglicht, die oftmals günstiger als massive Betonkonstruktionen sind. Ein markantes Beispiel ist die in der DDR verwendete VT-Falte, bei der jedoch keine Blendgiebel vorhanden sind.

KonstruktionBearbeiten

Die oberen First-Pfetten und Fußpfetten (somit auch die Dachkehlen des Grabendachs) liegen entweder auf Innenwänden auf oder überspannen den Innenraum frei zwischen den Außenwänden.

Probleme entstehen durch stauende Nässe bei nicht genügender Abführung der Niederschläge sowie bei mangelnder Wärmedämmung oder bei unzureichender Bauwerksabdichtung gegenüber von Feuchtigkeit. Außerdem gestaltet sich händische Schneeräumung extrem aufwendig.

LiteraturBearbeiten

  • Franz Martin: Das Salzburger Grabendach. Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Band 56. Wien 1926[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grabendach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten