Gotthard Panorama Express

Zug im touristischen Angebot der Schweizerischen Bundesbahnen über die Gotthardbahn

Der Gotthard Panorama Express ist ein Zugpaar im touristischen Angebot der Schweizerischen Bundesbahnen über die Gotthardbahn, das zusammen mit der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees angeboten wird.

Gotthard Panorama Express im Bahnhof Bellinzona, 2017

GeschichteBearbeiten

Nachdem durch die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zahlreiche Fahrplantrassen auf der historischen Bergstrecke der Gotthardbahn freigeworden waren und auch der Personenverkehr weitestgehend in den Basistunnel verlagert wurde, ergaben sich Möglichkeit und Nachfrage, die landschaftlich interessante Bergstrecke mit einem vorwiegend touristisch genutzten Zug zu befahren. Die zuvor von den InterRegio-Zügen (IR) auf der Gotthardbahn mitgeführten Panoramawagen 1. Klasse des Typs Apm61Pano wurden dadurch frei, da durch die Nutzung des Basistunnels das Durchfahren der Landschaft entfällt. Das Angebot wurde in der Folge 2017 geschaffen.[1]

AngebotBearbeiten

 
Detailansicht eines Panoramawagens mit entsprechender Beschriftung, in diesem Fall jedoch als Eurocity nach München eingesetzt

Der Gotthard Panorama Express greift das Konzept anderer in der Schweiz verkehrender Panoramazüge, etwa des Glacier-Express oder des Bernina-Express auf. Über die Zugfahrt hinaus gehört zum Produkt «Gotthard Panorama Express» auch die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee. Das Vorgängerprodukt «Wilhelm-Tell-Express» setzte auf ein ähnliches Konzept. Jedoch wurde dabei kein eigener Zug eingesetzt, sondern die Reisenden wurden mit regulären Interregios befördert.[1]

Der Zug führt drei klimatisierte Panoramawagen 1. Klasse und zwei unklimatisierte Fotowagen 2. Klasse der Gattung Bpm51 mit. Letztere besitzen zu öffnende Übersetzfenster, was Fotografen spiegelfreie Bilder ermöglicht. Unabhängig davon kann der Zug seit 2019 jedoch ausschliesslich mit Fahrkarten der 1. Klasse benutzt werden.[2] Ein Speisewagen wird nicht mitgeführt, da auf der Schifffahrt ein Restaurant zur Verfügung steht. Jedoch sind an Bord Imbiss und Getränke aus der Minibar erhältlich. Reiseleiter begleiten die Fahrt im Zug. Während der Reise werden den Fahrgästen über Lautsprecherdurchsagen der Bau der Bahnstrecke und Sehenswürdigkeiten am Rand der Strecke erläutert. Bei der Durchfahrt durch den Scheiteltunnel wird dieses auch audiovisuell dargestellt.[1]

Der Gotthard Panorama Express verkehrt als reservierungspflichtiger Panorama Express (PE), bis 2019 Zugkategorie Interregio, ausserhalb des Taktfahrplans vormittags von Lugano nach Arth-Goldau (Zugnummer 3092) und nachmittags zurück (Zugnummer 3093). Zwischenhalte sind Bellinzona, Airolo, Göschenen und Flüelen, in letztgenannter Station erfolgt der Umstieg von und zum Schiff.

2017 nutzten mehr als 12'000 Fahrgäste den Zug, dies waren doppelt so viele wie bei dem Vorgängerprodukt «Wilhelm-Tell-Express».[3] Ein Drittel davon waren Schweizer, ein weiteres Drittel Touristen aus Europa – die grösste Gruppe stellen hier die Deutschen – und ein weiteres Drittel kam von ausserhalb Europas, überwiegend aus den USA und Australien.[1]

Das Angebot umfasst die Reise mit Schiff und Zug von Luzern nach Bellinzona/Lugano oder umgekehrt. Es ist auch möglich nur eine Zugstrecke zu buchen. Hierfür benötigen Gäste einen gültigen Fahrausweis für die entsprechende Strecke sowie den obligatorischen Zuschlag für die Sitzplatzreservation. Der Gotthard Panorama Express verkehrt in den Sommermonaten Mitte April bis Mitte Oktober täglich, ausser montags. Die Fahrt kann auf zwei Tage ausgedehnt werden, mit Übernachtung in Luzern oder Lugano.

Alternativ kann ab Lugano die Reise mit einer Busfahrt nach Tirano verbunden und von dort mit dem «Bernina Express» wieder in die Schweiz zurück unternommen werden.[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Ostwald/Nunic, S. 610.
  2. Beni Frenkel: Nur noch teure 1. Klasse im Gotthard-Panorama-Express, Artikel vom 30. April 2019 auf saldo.ch, abgerufen am 23. Mai 2020
  3. a b Ostwald/Nunic, S. 611.