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Girolamo Sartonio, auch Hieronimo Sartonio, Hieronymo Sartonio, Geromino Sartonio oder Geronimo Sartorio, (* vor 1667 in Venedig; † April 1707) war ein italienischer Architekt, der hauptsächlich in Hannover, Hamburg, Leipzig und Erfurt tätig war. Sartorios klassizistische Bauweise ist an Palladio orientiert.

Sartorio war Fachmann für die Einrichtung von Bühnentechnik und Theatermaschinen und wurde als Baumeister oder als beratender Architekt beim Bau von Opernhäusern in Hamburg (1677), Amsterdam (1681), Brüssel, Hannover, Leipzig (1692/93) und Prag zu Rate gezogen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Sartorio war von 1667 bis 1685 Bauverwalter im Dienst des Hannoveraner Herzogs Ernst August. Während seiner Tätigkeit in Hannover wurden unter seiner Leitung oder Mitwirkung bedeutende Baumaßnahmen zur Verschönerung der Stadt getroffen. Er war federführend bei der Erweiterung der Herrenhäuser Gärten. Beteiligt war er an der Erweiterung des Leineschlosses, wo er das kleine Theater einbaute und mit Dekorationen versah.

Die Schloßbrücke über die Leine wurde wahrscheinlich nach seinen Plänen gebaut. Sartorio entwarf den (1802 abgerissenen) Parnaßbrunnen am Neustädter Marktplatz.[1] Das erste Hamburger Opernhaus, die Oper am Gänsemarkt, wurde nach seinen Plänen erbaut.

Während seines Aufenthalts in Hannover schrieb er auf Bitten von Leibniz, der damals in Wolfenbüttel als Bibliothekar tätig war, ein Gutachten für den Bau einer Bibliothek. 1692/93 war er in Leipzig tätig, wo er die erste Opernbühne der Stadt am Leipziger Brühl einrichtete.

FamilieBearbeiten

Girolamo war der Bruder der venezianischen Komponisten Antonio Sartorio und Gasparo Sartorio (1625–1680). Er heiratete Emerantia Gertrud von Wintheim, Tochter des Patriziers Erich von Wintheim.[2]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Girolamo Sartorio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Rainer Ertel: Parnass-Brunnen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 495
  2. Helmut Zimmermann: WINTHEIM (Windheim), von. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 391 u.ö.; teilweise online über Google-Bücher