Gesellschaftspolitischer Konservatismus

Der gesellschaftspolitische Konservatismus (englisch social conservatism, wobei social für „gesellschaftlich“ steht) ist als eine politische Ideologie und als Teil des rechten Spektrums eine Form des Konservatismus, welche sich vor allem auf gesellschaftspolitische Fragen bezieht. Ihre Vertreter zählen oft zur christlichen Rechten und kommen dabei häufig aus dem Evangelikalismus oder Erzkatholizismus.

George W. Bush ist ein typischer Vertreter des Social conservatism

Sie stellen die Wahrung traditioneller Werte in den Mittelpunkt ihres Handelns, was auch als Wertkonservatismus bezeichnet wird. So stehen sie zum Beispiel dem sozialen Wandel generell skeptisch gegenüber und kritisieren Erfolge der (Links-)Liberalen seit dem 20. Jahrhundert, wie die Avantgarde, die 68er-Bewegung,[1] die sexuelle Revolution, die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, der Pränataldiagnostik, die Erleichterung der Ehescheidung,[2] die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe, die Frühsexualisierung und die Sterbehilfe. Als Teil der Lebensrechtsbewegung treten sie insbesondere für den Schutz des Lebens von der Empfängnis (Nidation) bis zum natürlichen Tod, sowie für den Schutz der traditionellen Familie mit klassischer Rollenverteilung ein. Darüber hinaus haben die grundrechtlichen Freiheiten und Patriotismus für sie oft einen sehr hohen Stellenwert. Von ihren Gegnern und teilweise als Selbstbezeichnung werden sie zur Reaktion gezählt und Bestrebungen, die als negativ empfundenen Veränderungen wieder rückgängig zu machen, werden als Backlash bezeichnet.

Vertreter des gesellschaftspolitischen KonservatismusBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ben Dupré: 50 Schlüsselideen Politik. Springer-Verlag, 17. Januar 2014, S. 62.
  2. Jeffrey Bell: The Case for Polarized Politics: Why American Needs Social Conservatism. Encounter Books, ISBN 978-1-59403-578-4, S. 6–10.
  3. William T. Daniel: Career Behaviour and the European Parliament: All Roads Lead Through Brussels? Oxford University Press, 2015, ISBN 978-0-19-871640-2 (google.de [abgerufen am 14. Juli 2020]).