Nord-Süd-Schnitt durch den Monte San Giorgio

Unter einem geologischen Profil versteht man einen Querschnitt durch die obersten Bereiche der Erdkruste, in welchem die räumliche Anordnung von Gesteinskörpern, Störungen und anderen geologischen Strukturen im Untergrund dargestellt ist. Ein geologisches Profil ist oft eine Ergänzung zu einer geologischen Karte oder wird in einem Modell dargestellt. Zur Erstellung eines geologischen Profils werden sowohl direkte Gesteinsaufschlüsse (an der Erdoberfläche und aus Bohrkernen) als auch indirekte Daten aus geophysikalischen Messungen (Bohrlochgeophysik, seismische Untersuchungen) herangezogen.

Profilschnitt durch das Nordwestdeutsche Becken von Westsüdwest nach Ostnordost. Abgebildet sind die Schichten ab der Zechsteinperiode (Oberperm)

Das erste geologische Profil stammte wahrscheinlich von Johann Gottlob Lehmann (Versuch einer Geschichte der Flöz-Gebirge 1756) und ist vom Südharzrand bei Nordhausen. Es zeigt einen Schnitt von Grauwacke über Rotliegend und Zechstein bis Buntsandstein von Ilfeld bis Nordhausen[1]. Darauf baute wenig später Georg Christian Füchsel in Thüringen mit der ersten geologischen Karte in Deutschland 1762 auf.

Johann Gottlob Lehrmanns Profil durch den Südharz 1756 bei Ilfeld und Nordhausen

In England fertigte John Whitehurst 1782 in Derbyshire geologische Profile an und ab 1785 der Bildhauer White Watson in Form von Schautableaus.

Geologisches Profil von White Watson

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wagenbreth, Geschichte der Geologie in Deutschland, Springer 1999, Abbildung 21, S.26. Die Geologie der Gegend findet sich auch in einem Blockbild in Wagenbreth, Steiner, Geologische Streifzüge, Leipzig 1990, S. 69