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Kirche des heiligen Herzen Jesu

Gąbino (deutsch Gambin) ist ein Dorf im Powiat Słupski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Gąbino liegt in Hinterpommern, etwa 16 Kilometer nordöstlich von Słupsk (Stolp), südlich des Garder Sees, an den das Wussekener Moor angrenzt, und 103 Kilometer westlich der regionalen Metropole Danzig (Gdańsk ). Das Dorf liegt in einer Talmulde.

GeschichteBearbeiten

In älterer Zeit gehörte das Dorf zu einem Rittergut, das sich seit 1403 als Lehen im Besitz der Familie Bandemer befand. Um das Jahr 1784 gab es in Gambin drei Vorwerke, vier Bauern, einen Halbbauern, drei Kossäten, einen Schulmeister, auf der Feldmark des Dorfs eine Wassermühle und einen weiteren Kossäten und insgesamt 18 Haushaltungen. Zum damaligen Zeitpunkt war das Gut in zwei Teilgüter unterteilt, Gambin A und Gambin B, die sich beide im Besitz von Mitgliedern der Familie Bandemer befanden. Zu Gambin A gehörten zwei Drittel des Gutsbezirks mit zwei Vorwerken, der Wassermühle, zwei Bauern, einem Halbbauern und drei Kossäten. Zu Gambin B gehörte ein Drittel des Gutsbezirks mit einem Vorwerk, zwei Bauern und auf der Feldmark des Dorfs einem Kossäten. 1925 standen auf der 1.971 Hektar großen Gemeindefläche 85 Wohnhäuser. 1939 wurden in Gambin 579 Einwohner gezählt, die in 149 Haushaltungen lebten.

Vor Ende des Zweiten Weltkriegs war Gambin Amtssitz des Amtsbezirks Gambin im Landkreis Stolp, Regierungsbezirk Köslin, der Provinz Pommern. Zu Gambin gehörten neben dem Dorf selbst vier weitere Wohnplätze:

  • Bahnhof Gabel
  • Dominke
  • Groond
  • Wusseken

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region am 8. März 1945 von der Roten Armee besetzt und bald danach unter polnische Verwaltung gestellt. Im Rahmen polnischer Enteignungsmaßnahmen wurde das Gut in einen Staatsbetrieb umgewandelt, und die Einwohner wurden vertrieben.

Später wurden in der Bundesrepublik Deutschland 249 und in der DDR 144 aus Gambin vertriebene Dorfbewohner ermittelt.[1]

Im Jahr 2008 hatte Gąbino 380 Einwohner.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 475 (Ortsbeschreibung Gambin; PDF)

Koordinaten: 54° 36′ N, 17° 6′ O