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Friedrich Kaiser (Maler)

deutscher Historien und Schlachtenmaler
Verbrüderungsfeier zwischen Franzosen und der Basler Bevölkerung um den Freiheitsbaum auf dem Basler Münsterplatz am 20. Januar 1798 im Verlauf der Helvetischen Revolution. Kolorierte Radierung von Friedrich Kaiser

Friedrich Kaiser (* 21. Januar 1815 in Lörrach; † 13. Oktober 1890 in Berlin) war ein deutscher Historien- und Schlachtenmaler sowie Lithograf.

LebenBearbeiten

Kaiser wurde wahrscheinlich von Christian Meichelt am Lörracher Pädagogium im Zeichnen unterrichtet. Er wollte zunächst Lithograf werden und begann 1833 die Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe. Es wird angenommen, dass er 1837 nach Paris kam, wo er durch die Schlachtenbilder Horace Vernets so gefesselt wurde, dass er sich diesem Zweig der Malerei zu widmen beschloss.

Von 1845 bis zur Fertigstellung 1848 dokumentierte Kaiser den Bau des Abschnitts der Rheintalbahn zwischen Schliengen und Efringen in 12 Zeichnungen.[1]

Nach einem Aufenthalt in München ging er 1848 nach Karlsruhe, wo er beim Zeichnen militärischer Aktionen von den Freischaren gefangen wurde und beinahe als Spion erschossen worden wäre.

Von 1848 bis 1871 erstellte er Zeichnungen für die Bildberichterstattung der Leipziger illustrierten Zeitung über die Badische Revolution 1848/49, den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, den Deutschen Krieg von 1866 und den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.

1850 zog er nach Berlin und malte in Öl und Aquarell zunächst mehrere Szenen aus den verflossenen Kriegsjahren, aber auch Szenen aus andern Kriegen, die, lebendig aufgefasst, nur in der Farbe zu bunt sind. Darüber hinaus wirkte er als Bildhauer und malte Porträts, so zum Beispiel eine großformatiges ovales Bild von seiner Ehefrau, das in Familienbesitz ist.

WerkeBearbeiten

 
Einzug einer Freischärlerkolonne unter Gustav Struve in Lörrach am 20. April 1848 auf dem Weg zur Unterstützung des Heckerzugs beim Gefecht von Kandern.[2][3] (Ölgemälde)
 
Tempo der Gründerzeit, Umbau der Grenadierstraße (heute: Almstadtstraße), 1875

1879 stellte er ein figurenreiches Bild,

Sammlung und WürdigungBearbeiten

Das Dreiländermuseum beherbergt in seiner Sammlung 88 Werke, darunter Zeichnungen, Ölbilder und Lithographien. Zum 100. Geburtstag des Malers zeigte das Museum am Burghof (heute Dreiländermuseum) erstmals in einer Sonderausstellung (1. August 1990 – 24. Januar 1991) die Werke des Künstlers.[4] Zum 200. Geburtstag würdigt das Dreiländermuseum Friedrich Kaiser mit der Sonderausstellung Friedrich Kaiser – Zeitzeuge eines unruhigen Jahrhunderts. In der Ausstellung kommt auch der ältere Bruder des Künstlers, der Lörracher Arzt und Politiker Eduard Kaiser (1813–1903), mit seinen (1910 publizierten) Lebenserinnerungen über das Großherzogtum Baden im 19. Jahrhundert, zu Wort.[5]

Das Stadtmuseum Rastatt würdigt seinem Andenken und seiner Berichterstattung über die Badische Revolution 1848/49 mit einer Ausstellung vom 11. November 2017 bis 2. April 2018. Kaiser war zur Zeit der Revolutionsereignisse in Rastatt anwesend und dokumentierte das Geschehen.

  Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise/AnmerkungenBearbeiten

  1. XII Ansichten aus der Umgebung des Isteiner Klotzes längs der Eisenbahn zwischen Schliengen & Efringen im badischen Oberlande. Nach der Natur und auf Stein gezeichnet von Fr. Kaiser. Carlsruhe, Verlag der P. Wagner´schen Lithographie
  2. Gustav Struve: Geschichte der drei Volkserhebungen in Baden 1848/ 1849; Freiburg, 1980, S. 67f., Zitat: „Um so schnell als möglich die Verbindung mit der Heckerschen Schar herzustellen, zog die Weißhaar-Struve’sche Colonne, etwa 700 Mann stark, am folgenden Morgen, Gründonnerstag, den 20. April, nach Lörrach. Daselbst sollte Rast gehalten werden.
  3. Willy Real: Die Revolution in Baden 1848/49 (Stuttgart, 1983), Abb. 3 (zw. S. 64 u. 65)
  4. Gerhard Moehring: Friedrich Kaiser der Historien- und Schlachtenmaler. Zu seinem 100. Todestag am 13. Oktober 1990. Sonderdruck, Lörrach 1990.
  5. [1].Website Dreiländermuseum. Abgerufen am 24. Dezember 2015.