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Friedrich W. Deinhardt (* 26. Mai 1926 in Gütersloh; † 30. April 1992 in München) war ein deutscher Mikrobiologe und Virologe.

Deinhardt studierte Medizin an der Universität Göttingen und der Universität Hamburg. 1952 wurde er in Medizin promoviert. Er forschte am Children´s Hospital in Philadelphia bei Werner Henle und Gertrude Henle als Virologe, zunächst über Mumps und tierische Tumorviren. Ab 1961 war er Associate Professor und ab 1966 Professor für Mikrobiologie an der University of Illinois. 1977 kehrte er nach Deutschland zurück und war Professor am Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie in München, wo er 15 Jahre lang Direktor war.

Er war ein international anerkannter Experte für Hepatitisviren und auch einer der ersten, der die Existenz eines Hepatitisvirus postulierte. Deinhardt war an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Hepatitis A beteiligt. Ein weiteres Forschungsgebiet waren Retroviren bei Affen und er war in den 1980er Jahren in der AIDS-Forschung aktiv. Deinhardt war Berater der Weltgesundheitsorganisation in Fragen von Impfstoffen gegen Viren und stand einer EU-Initiative zur Entwicklung von AIDS-Impfstoffen vor (EVA, European vaccine against Aids). Deinhardt war auch einer der ersten, der Marmosetten bei Tierversuchen einsetzte.

1986 erhielt er den Emil-von-Behring-Preis. 1992 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Er war mit der britischen Wissenschaftlerin Jean Deinhardt verheiratet und hatte zwei Söhne. Er war von 1961 bis 1991 US-amerikanischer Staatsbürger.

SchriftenBearbeiten

  • Mit Jean Deinhardt (Herausgeber): Viral Hepatitis: laboratory and clinical science, Marcel Dekker, New York 1983

LiteraturBearbeiten

  • Maurice R. Hilleman A tribute to Professor Friedrich W. Deinhardt, scientist and statesman, 1926–1992, Journal of Medical Virology, Band 39, 1993, S. 89, und Journal of Hepatology, Band 18, 1993, S2
  • Erinnerungen an Prof. Dr. Friedrich Deinhardt, Gesammelt von Johanna Schlögl-Brachtendorf und Gabriele Taraz-Yazdi, Verlag Donaudruck GmbH, 1998

WeblinksBearbeiten