Frederick Augustus, Duke of York and Albany

britischer Feldmarschall, Fürstbischof von Osnabrück

Prince Frederick Augustus, Duke of York and Albany KG GCB GCH (deutsch Prinz Friedrich August, * 16. August 1763 in London; † 5. Januar 1827 ebenda) war ein britischer Prinz und Feldmarschall aus dem Haus Hannover. Er war zudem bis 1802 der letzte Fürstbischof des Hochstifts Osnabrück.

Frederick Augustus, Duke of York and Albany
Joshua Reynolds: Frederick Augustus, Duke of York and Albany (1788)
Wappen des Frederick Augustus, Duke of York and Albany

LebenBearbeiten

Frederick Augustus war der zweite Sohn König Georgs III. von Großbritannien, Herzog und Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Bereits als Säugling wurde er am 27. Februar 1764 von seinem Vater zum Fürstbischof von Osnabrück bestimmt. Das Hochstift Osnabrück wurde aufgrund der Regelungen des Westfälischen Friedens abwechselnd von einem katholischen Bischof und einem lutherischen erwählten Bischof aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg regiert. Frederick Augustus erwarb dadurch erhebliche Einkunftsrechte.

Sein Vater nahm ihn jeweils als Knight Companion am 30. Dezember 1767 in den Order of the Bath und am 19. Juni 1771 in den Hosenbandorden auf. 1780 begann er eine militärische Ausbildung und wurde in den Brevet-Rang eines Colonel des britischen Heeres erhoben.[1] Von 1781 bis 1787 lebte er in Deutschland und nahm an Manövern der österreichischen und preußischen Armee teil. 1782 wurde er zum Major-General befördert und zum Colonel der 2nd Horse Grenadier Guards ernannt, sowie 1784 zum Lieutenant-General befördert und zum Colonel der Coldstream Guards ernannt. Am 27. November 1784 verlieh ihm sein Vater die britischen Adelstitel Duke of York and Albany und Earl of Ulster.

1791 heiratete er Prinzessin Friederike von Preußen, die älteste Tochter von König Friedrich Wilhelm II.

Anlässlich der Revolutionskriege wurde er 1793 zum General befördert und zum Befehlshaber der britisch-hannoverschen Armee in den Niederlanden ernannt. Nach der Einnahme von Valenciennes unternahm er die Belagerung von Dünkirchen, erlitt hier zwischen dem 6. und 8. September eine Niederlage und zog sich 1794 nach Niedersachsen zurück, wo sich die Reste des Heeres nach Großbritannien einschifften. Ungeachtet dieser Misserfolge, durch welche seine militärische Unfähigkeit als hinlänglich bewiesen erschien, beförderte ihn der König 1795 zum Field Marshal[2] und ernannte ihn zum Oberbefehlshaber des britischen Heeres. 1799 mit der Leitung der britisch-russischen Expedition nach Holland betraut, wurde Frederick Augustus von Brune bei Bergen op Zoom am 19. September und bei Castricum am 6. Oktober geschlagen. Am 18. Oktober ergab er sich in der Kapitulation von Alkmar, in deren Folge sich die Verbündeten einschifften.

Am 29. Oktober 1802 legte er die Herrschaft als Bischof über das Hochstift Osnabrück nieder, welches bereits am 3. Juni 1802 von den Franzosen dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg und damit seinem Vater als erbliches Fürstentum zugesprochen worden war; der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 bestätigte dies.

1809 verwickelte ihn ein Zwist mit seiner Mätresse Mary Anne Clarke, die einen förmlichen Handel mit Offizierstellen trieb und einem Mitglied des House of Commons, Colonel Gwyllym Lloyd Wardle, Mitteilungen über die Heeresverwaltung machte, in einen Skandalprozess. Die eingeleitete Untersuchung endete zwar mit Fredericks Freispruch, doch war die öffentliche Meinung so entschieden gegen ihn, dass er am 20. März 1809 seinen Oberbefehl niederlegte.

Gleichwohl wurde er von seinem Bruder, dem Prinz-Regenten, schon im Mai 1811 wieder in die Stelle eines Feldmarschalls und Oberbefehlshabers des Heers eingesetzt. An den parlamentarischen Verhandlungen des Oberhauses nahm er nur als Gegner der Katholikenemanzipation Anteil. Kaiser Franz I. verlieh ihm im Juni 1814 für seine Verdienste im Kampf gegen Napoleon das Großkreuz des Maria-Theresien-Ordens und ernannte ihn zum österreichischen Feldmarschall.[3]

Anlässlich der Reform des Order of the Bath wurde er am 2. Januar 1815 zum Knight Grand Cross dieses Ordens erhoben. Am 12. August 1815 wurde er zudem zum Großkreuzritter des Guelphen-Ordens ernannt.

Seit 1820 sein Vater gestorben und sein älterer Bruder Georg IV. gekrönt worden war, war er als Heir Presumptive britischer Thronfolger. Er starb jedoch kinderlos am 5. Januar 1827. Ihm ist in London im St. James’s Park ein Denkmal errichtet worden.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Prince Frederick, Duke of York and Albany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. London Gazette. Nr. 12132, HMSO, London, 31. Oktober 1780, S. 1 (PDF, englisch).
  2. London Gazette. Nr. 13750, HMSO, London, 7. Februar 1795, S. 133 (PDF, englisch).
  3. Jaromir Hirtenfeld: Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder. Wien 1857, S. 1122.
VorgängerAmtNachfolger
Titel neu geschaffenDuke of York and Albany
1784–1827
Titel erloschen
Jeffrey Amherst, 1. Baron AmherstOberbefehlshaber der britischen Armee
1795–1809
Sir David Dundas
Sir David DundasOberbefehlshaber der britischen Armee
1811–1827
Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington
Clemens August I. von BayernFürstbischof von Osnabrück
1764–1802
Territorium zu Kurhannover (Georg III.)
Bischofsamt vakant (ab 1857: Paulus Melchers)