Freizeitgesellschaft

Gesellschaftsform, in der Bürger im Vergleich zu heute weniger arbeiten und mehr Freizeit haben

Die Freizeitgesellschaft ist eine vorhergesagte, zukünftige Gesellschaft, die es dem Einzelnen erlauben wird, weit weniger zu arbeiten und dadurch wesentlich mehr Freizeit zu haben, als es heute normalerweise möglich ist.[1]

Der Begriff der Freizeitgesellschaft ist vielfach mit Vorbehalt verwendet worden, so zum Beispiel:

„Während einst berufsbezogener, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aufstieg mit individualpsychologischem Glücksempfinden harmonierte, werden für viele Menschen neben- und außerberufliche Rollen künftig noch wichtiger werden. In diesem nuancierten Sinne mag der Terminus Freizeitgesellschaft eine Bedeutung haben; genauer wäre: Gesellschaft weniger berufsbezogener Werthaltungen.

Helmar Krupp (1984) [2]

Ein angenommenes Problem der Freizeitgesellschaft ist der Mangel an Motivation, höherstufige Wünsche zu verfolgen, was eine Ursache für Dekadenz sein könnte. Andererseits ist das Arbeitsleid reduziert.

Während die Freizeitgesellschaft, ähnlich wie in der Antike, zu einem Anstieg des Interesses an der Politik führen könnte, ist eine panem-et-circenses-Mentalität beklagt worden, dass nämlich die Zeit zu mehr Zerstreuung genutzt wird. So hat z. B. die Ausweitung der Sportberichterstattung dazu geführt, dass wichtige politische oder gesellschaftliche Fragen in den Massenmedien in den Hintergrund gedrängt werden.[3]

Eine potentiell auf die Freizeitgesellschaft folgende Gesellschaftsform, in der das Nachgehen einer festen Erwerbsarbeit auf Grund von Automatisierung weitgehend obsolet geworden ist, ist die Post-Arbeitsgesellschaft.

Siehe auch Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Markus Lamprecht, Hanspeter Stamm: Auf dem Weg zur Freizeitgesellschaft? In: www.nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 6. September 2007, abgerufen am 24. Oktober 2021.
  2. Werden wir's erleben? Ein technisch-wirtschaftliches Zukunftspanorama (PDF; 1,1 MB), Helmar Krupp, Sonderdruck aus: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 17. Jahrgang, hrsg. von Jutta Allmendinger, 1984, S. 12
  3. Arnd Krüger: Cui bono? Zur Wirkung des Sportjournalismus. In: Arnd Krüger, Swantje Scharenberg (Hrsg.): Wie die Medien den Sport aufbereiten - Ausgewählte Aspekte der Sportpublizistik. Tischler, Berlin 1993, ISBN 3-922654-35-5, S. 24–65.