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Franz Marc Museum mit Erweiterungsbau

Das Franz Marc Museum in Kochel am See zeigt Meisterwerke des expressionistischen Malers Franz Marc in Verbindung mit Kunstwerken seiner Zeitgenossen und anderer bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts in einer Dauerausstellung und Wechselausstellungen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und KonzeptionBearbeiten

 
Das Franz Marc Museum (Altbau)

1986 wurde das Franz Marc Museum gegründet, um das Werk Franz Marcs – eines der bedeutendsten Künstler Bayerns des 20. Jahrhunderts – in der Region zu präsentieren, die diesem Künstler so viel Inspiration gab. Bereits als Akademieschüler zog es den Münchner Marc für Malstudien in die Kocheler Gegend. 1908 zog er dann endgültig ins bayerische Oberland und kaufte 1914 ein Haus in Ried (Gemeinde Kochel am See). Die Landschaft um Kochel nannte er sein „Blaues Land“.

 
Franz Marc: Hocken im Schnee, 1911, Franz Marc Museum
 
Ernst Ludwig Kirchner: Zwei Tänzerinnen, 1910/11
 
Zwei Frauen am Berg, Skizze, 1906. Sie zeigt Marie Schnür (links) und Maria Franck

Im Franz Marc Museum sind über 150 Werke aus dem Nachlass Franz Marcs zu sehen, die durch verschiedene Leihgaben ergänzt werden. Darüber hinaus finden sich hier viele persönliche Gegenstände und schriftliche Dokumente aus seinem Leben ebenso wie Kunstwerke seiner Künstlerfreunde wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Alexej von Jawlensky. Die Ausstellung veranschaulicht, wie Franz Marc und seine Künstlerfreunde des Blauen Reiters die Kunst entscheidend beeinflussten: vom Abbild zum Sinnbild zur Abstraktion.

2008 brachte der neue Erweiterungsbau von den Schweizer Architekten Diethelm & Spillmann neue Möglichkeiten für die Museumskonzeption: Er erweiterte die Ausstellungsfläche um ca. 700 Quadratmeter, so dass endlich das Werk Franz Marcs in ganz neue Zusammenhänge gestellt werden konnte. Insbesondere nachdem die Sammlung der Stiftung „Etta und Otto Stangl“ zur bisherigen Sammlung der Franz Marc Stiftung hinzugewonnen wurde, wurde es möglich, dem Werk von Franz Marc auch Werke seiner Zeitgenossen, wie etwa den Brücke-Künstlern, gegenüberzustellen. Aber auch das Wirken Marcs auf Künstler deutscher abstrakter Kunst nach 1945 wird durch ausgewählte Kunstwerke verdeutlicht, die in Bezug zu seinem Werk gezeigt werden.

Die Hängung im Franz Marc Museum wird regelmäßig neu konzipiert. Darüber hinaus zeigen Wechselausstellungen die verschiedenen Aspekte des Sammlungsbestands. Dadurch ist es möglich, die ganze Bandbreite des theoretischen und künstlerischen Werks Franz Marcs sowie seine Persönlichkeit und seinen visionären Reformgeist vorzustellen.

Zum 100. Todestag des Künstlers am 4. März 2016 widmete ihm das Museum eine Ausstellungstrilogie unter dem Sammeltitel „Franz Marc – Zwischen Utopie und Apokalypse“ („Das arme Land Tirol“, „Weidende Pferde“, „Kämpfende Formen“).[1]

WerkeBearbeiten

die wichtigsten Werke sind

  • 1 Franz Marc, Springendes Pferd, 1912
  • 2 Franz Marc, Kleine Komposition IV, 1914
  • 3 August Macke, Große Promenade 1914
  • 4 Ernst Ludwig Kirchner, Zwei Tänzerinnen, 1910–11
  • 5 Willi Baumeister, Figur in absoluter Stellung, 1919
  • 6 Franz Marc, Moorhütten im Dachauer Moor, 1902
  • 7 Franz Marc, Kleine Pferdestudie II, 1905
  • 8 Franz Marc, Zwei Frauen am Berg, 1906

Verein „Freunde des Franz Marc Museums“Bearbeiten

Die Freunde des Franz Marc Museums fördern Ausstellungen zu Franz Marc, Künstlern des Blauen Reiters bzw. der Brücke sowie zu abstrakter Kunst des 20. Jahrhunderts, vor allem deutscher Nachkriegskunst. Durch ihr Engagement ermöglichen sie, Kunstwerke zur Ergänzung der Sammlungen des Franz Marc Museums anzukaufen.

Sie unterstützen die Entwicklung neuer Vermittlungsangebote zur Förderung von Kunstverständnis und dem Aufzeigen von Zusammenhängen und Hintergründen. Darüber hinaus ermöglichen sie Gesprächsreihen, Veranstaltungen und Symposien, wissenschaftliche Tagungen rund um Kunst- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie Publikationen, die diese Ereignisse dokumentieren oder neue Forschungsergebnissen präsentieren. Auch fördern sie Kulturveranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte und unterstützen Vermittlungsangebote für bildungsferne Bevölkerungsschichten und Jugendliche.

AusstellungenBearbeiten

  • 2012: Else Lasker-Schüler. Gestirne und Orient. Zeichnungen und Lyrik der Dichterin.[2]
  • 2013: Max Beckmann: Kleine Stillleben, 16. Juni bis 22. September.
  • 2013: 1913 – Bilder vor der Apokalypse, Katalog im Sieveking Verlag, München.
  • 2015/2016: shades of black – Grafik der Nachkriegszeit, Ausstellungsprojekt mit Studierenden der LMU München[3]
  • 2017/2018: Hinterglasmalerei zwischen Volkskunst und Avantgarde, Katalogheft.
  • 2018: Lektüre. Bilder vom Lesen – Vom Lesen der Bilder, 17. Juni bis 23. September, Katalog im Verlag Schirmer Mosel.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Franz Marc Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Franz Marc Jahr 2016, franz-marc-museum.de, abgerufen am 25. Februar 2016
  2. Oh, wie schön ist Theben in FAZ vom 9. Oktober 2012, Seite 30.
  3. Bericht auf der Website des Department Kunstwissenschaften der LMU München, Informationen auf der Website des Franz Marc Museums und Projektblog
  4. franz-marc-museum.de: Aktuelles

Koordinaten: 47° 39′ 2,1″ N, 11° 21′ 54,8″ O