Franz J. Beranek

deutscher Sprachwissenschaftler

Franz Josef Beranek (* 8. August 1902 in Lundenburg, Südmähren; † 11. August 1967 in Gießen) war ein deutscher Sprachwissenschaftler.[1]

LebenBearbeiten

Franz Beranek widmete sich seiner wissenschaftlichen Arbeit an der Deutschen Karls-Universität Prag und ab 1960 an der Universität Gießen der Erforschung deutscher Mundarten mit Schwerpunkt Südmähren. Während seiner Zeit in Prag wurde Beranek Mitglied des Vereins deutscher Studenten Saxonia und in den 60er Jahren auch Mitglied des Vereins deutscher Studenten Gießen.[2] Sein Lebenswerk war die Arbeit an einem Sudetendeutschen Wörterbuch.[1]

Beranek war Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) sowie der Sturmabteilung (SA). Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte er erfolglos in einem seiner Forschungsfelder, der Jiddistik, international anerkannt zu werden, stieß jedoch wegen seines nationalsozialistischen Engagements auf Ablehnung des YIVO und seines Vorsitzenden Max Weinreich.[3]

SchriftenBearbeiten

  • Die Ortsnamen Südmährens
  • Die Mundart der Brünner deutschen Sprachinsel
  • Die Mödritzer Mundart
  • Lundenburg – Eine namens- und siedlungskundliche Studie
  • Grundsätzliches zur südmährischen Mundartforschung
  • Vom Lundenburger Deutsch
  • Thayawasser
  • Mundart und Siedlung in Südmähren
  • Die Sammlung südmährischer Flurnamen
  • Die Mundart von Südmähren (Lautlehre) (= Beiträge zur Kenntnis sudetendeutscher Mundarten 7), Reichenberg: Anstalt für Sudetendeutsche Heimatforschung 1936, zugleich Dissertation Universität Wien 1930.
  • Die jiddische Mundart Nordostungarns, 1941
  • Die deutsche Besiedlung des Preßburger Großgaus (= Veröffentlichungen des Südostinstituts München 24), München: Schick 1941.
  • Das Pinsker Jiddisch, Berlin 1958.
  • Die jiddischen Ortsbenennungen in Niederösterreich, in: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, Folge XXXVI (1964), S. 870–880.
  • Westjiddischer Sprachatlas, Marburg: Elwert 1965.
  • Atlas der sudetendeutschen Umgangssprache, Teil 1 (= Handbuch der sudetendeutschen Kulturgeschichte 5), Marburg: Elwert 1970.
  • Sudetendeutsches Wörterbuch. Wörterbuch der deutschen Mundarten in Böhmen und Mähren-Schlesien, München 1982-

SekundärliteraturBearbeiten

  • Kalman Weiser: „One of Hitler’s Professors“: Max Weinreich and Solomon Birnbaum confront Franz Beranek. In: Jewish Quarterly Review 108, 2018, S. 106–124.
  • Rudolf Grulich: Beranek, Franz Josef, in: Kulturportal West-Ost, o. D. Kurzbiographie

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Franz J. Beranek (Memento vom 26. Februar 2014 im Internet Archive) (Kurz-Biographie)
  2. Marc Zirlewagen: Biographisches Lexikon der Vereine Deutscher Studenten, Bd. 1: Mitglieder A–L. Norderstedt 2014, ISBN 978-3-7357-2288-1, S. 48/49.
  3. Kalman Weiser: „One of Hitler’s Professors“: Max Weinreich and Solomon Birnbaum confront Franz Beranek. In: Jewish Quarterly Review 108(1), 2018, S. 106–124.