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Franz Brantzky

deutscher Architekt, Bildhauer und Maler

LebenBearbeiten

Brantzky absolvierte an den gewerblichen Fachschulen in Köln eine Ausbildung in Dekorationsmalerei, Modellieren und Ziselieren und arbeitete ab 1888 im Atelier des Architekten Georg Eberlein. Ab 1896 war er selbständiger Architekt und erzielte zahlreiche Wettbewerbserfolge, zum Beispiel für seinen Entwurf für die Bergschule Bochum. Ab 1902 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste München bei Franz von Stuck und eröffnete im gleichen Jahr sein „Atelier für künstlerische Architektur und Ausführung“. Er arbeitete ab 1904 wieder in Köln und konzipierte als Architekt Denkmäler, Villen und die Staumauer der Möhnetalsperre, damals die größte Sperrmauer in Europa, und 1908 den Anbau zum Kunstgewerbemuseum für das damals neue Museum Schnütgen. Brantzky nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Bei seinem Tod im Jahre 1945 war er völlig verarmt.

Architekt im Kölner KarnevalBearbeiten

Brantzky entwarf in den 1920er und 1930er Jahren zahlreiche Karnevalswagen für den Kölner Rosenmontagszug. In der Zeit des Nationalsozialismus waren darunter auch solche, die sich kritisch mit NS-Amtsträgern auseinandersetzten. Später verwandte er jedoch auch antisemitische Motive für seine Wagen. Das Festkomitee Kölner Karneval beauftragte ihn 1936 und 1937 mit der Gesamtbauleitung des Rosenmontagszuges.

Bauten und Entwürfe (Auswahl)Bearbeiten

 
Grabstein für den 1918 tödlich verunglückten Kölner Radrennfahrer Peter Günther
 
Grabmal der Familie Fera auf dem Friedhof Ohlsdorf

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1905: Goldene Medaille der Stadt Köln
  • 1909: Internationaler Kunstpreis München
  • 1928: Ehrenmitgliedschaft der Kunstakademie Düsseldorf

SchriftenBearbeiten

  • Reise-Skizzen, Berlin: Kanter & Mohr 1898.
  • Architektur : 60 Tafeln in Autotypie, Strichätzung und Original-Radierung, Köln: Karl Geerling Verlag 1906 (Digitalisat).
  • zusammen mit Fritz Bräuning und Georg R. Risse: Der Wettbewerb für die architektonische Ausbildung der Möhnetalsperre. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 1908, S. 61–65.
  • Modell der evangelische Kirche für Velbert. In: Moderne Bauformen, 1909, S. 398.
  • Der Römerbrunnen in Cöln a. Rh. In: Moderne Bauformen, 1916, S. 18–20.

LiteraturBearbeiten

  • Käthe Menne-Thomé: Franz Brantzky (1871–1945). Ein Kölner Architekt in seiner Zeit. Dissertation, Universität Köln, 1980.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Franz Brantzky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Obchodní a živnostenská komora auf liberec-reichenberg.net (Tschechisch), abgerufen am 16. Dezember 2018
  2. Max Schmid (Hrsg.): Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen. Düsseldorfer Verlagsanstalt, Düsseldorf 1911. (n. pag.)
  3. Kölner Stadt-Anzeiger vom 1. Dezember 1919
  4. Renate Franz: Peter Günther. In: rheinische-geschichte.lvr.de. 11. April 2016, abgerufen am 27. Juni 2016.
  5. Fritz Bilz, Ulrich Eumann: Der Fall Winterberg-Spangenberg und der Kampf um die Deutungshoheit. In: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins, Band 79 (2008), S. 139–175. (online als PDF)