Frank Briegmann

deutscher Musikmanager, Präsident Universal Music D/A/CH und Deutsche Grammophon

Frank Briegmann (* 31. August 1967 in Rietberg) ist ein deutscher Musikmanager und Präsident Zentraleuropa der Universal Music Group International (UMGI) und der Deutschen Grammophon sowie Chairman & CEO von Universal Music Deutschland. Damit leitet er die Geschäfte des Major-Labels in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Griechenland den Nordischen Ländern, den Benelux-Staaten und Osteuropa sowie die der Deutschen Grammophon.[1] Er ist Mitglied des globalen UMG Executive Management Board und des dreiköpfigen Führungsgremiums für Europa.[2]

LebenBearbeiten

Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster begann Frank Briegmann seine Karriere 1995 als Referent Strategie bei der Bertelsmann Music Group (BMG) in München, wo er nach mehreren Stationen 2002 zum Senior Vice President International aufstieg. In dieser Position war er in Deutschland für die Vermarktung aller internationalen Künstler ausländischer BMG Labels zuständig.[1]

2004 wechselte Frank Briegmann an die Spitze von Universal Music Deutschland und wurde damit zum bislang jüngsten Chef eines Major-Labels in Deutschland. 2010 übernahm er zusätzlich die Leitung der Universal Music Ländergesellschaften in Österreich und der Schweiz sowie des weltweit tätigen Klassiklabels Deutsche Grammophon. 2013 wurde er zum Präsidenten Zentraleuropa ernannt, wodurch sich sein Verantwortungsbereich um die Territorien Nord- und Osteuropa erweiterte.[1] Gleichzeitig wurde er ins UMGI International Management Board, 2015 ins UMG Executive Management Board aufgenommen, den weltweiten Führungszirkel des Musikunternehmens.[3] 2016 wurden seinem Bereich auch die Universal Music Unternehmungen in Italien und den Benelux-Staaten zugeordnet.[4]

Frank Briegmann führte Universal Music auch durch die Absatzkrise der Musikwirtschaft, die um die Jahrtausendwende durch die digitale Transformation ausgelöst und erst 2013 von einer Phase neuen Wachstums beendet wurde.[5][6] Dabei erwies er sich als Kritiker einer restriktiven Distributionspolitik und setzte stattdessen auf digitale Businessmodelle und auf die Stärke des eigenen Angebots.[7] Frank Briegmann sagt: „Wenn der Konsument sich einmal entschieden hat, nutzt es nichts, sich dagegen zu sperren. Man kann es auch auf ein Wort reduzieren: Kundenorientierung.“[8] Später ergänzt er: „Im Ökosystem Musikindustrie können die Akteure nur gemeinsam Erfolg haben – Künstler, Labels und digitale Plattformen. Sie sind keine Wettbewerber, sondern Partner.“[9]

Frank Briegmann ist Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Musikindustrie und im Aufsichtsrat des media.net berlinbrandenburg. Er hat einen Sitz im Beirat Ost[10] der Deutschen Bank, im Kuratorium der C/O Berlin Foundation[11] und der Stiftung Deutsche Sporthilfe[12] sowie im Beirat von Betterplace.org[13]. Außerdem ist er Beiratsmitglied des von Björn Ulvaeus (ABBA) mitgegründeten Pop House Sweden, eines Unternehmens, das sich unter anderem mit der globalen Auswertung der Marke ABBA beschäftigt.[14]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Lebenslauf: Frank Briegmann. In: Universal Music Deutschland, abgerufen am 5. Mai 2020
  2. Pressemitteilung: Universal Music Group Announces New Executive Management Board And International Structure To Drive Growth And Creative Excellence. In: Universal Music Group, 29. Oktober 2015, abgerufen am 6. Juni 2017
  3. Andreas Potzel: Universal beruft Frank Briegmann in neues Executive Management Board, strukturiert weltweit um (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musikmarkt.de. In: Musikmarkt, 29. Oktober 2015, abgerufen am 6. Juni 2017
  4. Martina Gabric: Universals Frank Briegmann nun auch für Italien und Benelux-Staaten verantwortlich (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musikmarkt.de. In: Musikmarkt, 19. Februar 2016, abgerufen am 6. Juni 2017
  5. Michael Kroker: Totale Disruption: So stark hat die digitale Transformation die Musikindustrie getroffen. In: Wirtschaftswoche, 7. Januar 2016, abgerufen am 7. Juni 2017
  6. Musikindustrie erzielt erstes Umsatzplus seit zwölf Jahren. In: Spiegel Online, 18. März 2014, abgerufen am 6. Juni 2017
  7. Varinia Bernau: Lücken sind für Start-ups. In: Süddeutsche Zeitung, 28. November 2014, abgerufen am 6. Juni 2017
  8. Wie die Universal Music Group die Herausforderungen der Digitalisierung meisterte@1@2Vorlage:Toter Link/the-smart-innovator.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . In: The Smart Innovator, 22. Januar 2016, abgerufen am 6. Juni 2017
  9. Thomas Tuma: Musikindustrie erlebt neuen Boom: „Dem Streaming gehört die Zukunft“. In: Handelsblatt, 27. Februar 2020, abgerufen am 11. Mai 2020
  10. Verzeichnis der Beiratsmitglieder (PDF). In: Deutsche Bank, Februar 2013, abgerufen am 6. Juni 2017
  11. Kuratorium. In: C/O Berlin Foundation, abgerufen am 6. Juni 2017
  12. Kuratorium. In: Stiftung Deutsche Sporthilfe, abgerufen am 5. Mai 2020
  13. Beirat. In: Betterplace.org, abgerufen am 6. Juni 2017
  14. Jonas Kiß: Universal: Sundin zieht ins Pop House, Briegmann übernimmt Sitz im Beirat. In: MusikWoche, 7. August 2019, abgerufen am 5. Mai 2020