Hauptmenü öffnen

Fourteen Words (deutsch vierzehn Wörter) ist eine besonders in den Vereinigten Staaten, mittlerweile aber auch in Europa häufig gebrauchte verschleiernde Umschreibung für einen verbreiteten Glaubenssatz weißer Neonazis und Rassisten: „We must secure the existence of our people and a future for White children.“ Zu Deutsch: „Wir müssen die Existenz unseres Volkes und eine Zukunft für die weißen Kinder sichern.“ Als Erfinder der Fourteen Words gilt der US-Rechtsextremist David Eden Lane.[1]

Mit „our people“ (unser Volk) ist in dem Satz von Lane nicht das Staatsvolk der Vereinigten Staaten gemeint, sondern die „arische Rasse“. Der Satz fasst die Überzeugung von Neonazis insbesondere in den USA zusammen, die der Weltsicht der deutschen Nationalsozialisten sehr ähnlich ist: Nach dieser Auffassung sei die „weiße Rasse“ den anderen „Rassen“ überlegen. Diese anderen „Rassen“ – besonders Juden und Schwarze – würden versuchen, die Weißen zu unterdrücken. Dagegen müssten sich die Weißen wehren, sowohl um den vermeintlich rechtmäßigen Platz für ihre heute lebenden Mitglieder zu sichern als auch um einen solchen Platz für ihre zukünftigen Mitglieder zu ermöglichen (White Supremacy).

Die meisten Anhänger dieser Weltsicht verstehen unter der geforderten Sicherstellung, dass die Weißen als Herrschaftsschicht über den anderen „Rassen“ stehen sollen, die als nützliche Diener geduldet, aber einer Rassentrennung unterworfen würden. Dieses Konzept ähnelt den Plänen der deutschen Nationalsozialisten hinsichtlich der Slawen. Andere streben eher eine großräumige geografische Trennung an, bei der vor allem in Nordamerika nur Weiße leben dürften. Eine Vernichtung der nichtweißen Menschen im Sinne eines Holocaust wird zumindest bisher nicht von breiten Gruppen vertreten.

Die Fourteen Words werden häufig durch den Zahlencode 14 weiter verschleiert; das Glaubensbekenntnis ist dann im Wesentlichen nur für Eingeweihte erkennbar. Häufig tritt die 14 in Kombination mit anderen Codes auf, insbesondere als 1488, 14/88 oder 88/14, beispielsweise als Grußformel in Briefen und E-Mails, in Liedtexten, als T-Shirt-Aufdruck, Aufnäher, Schmuck, Jackenemblem oder auf CD-Hüllen. Die 88 kann sich dabei entweder auf David Eden Lanes „88 Grundsätze“ beziehen oder als Code für „Heil Hitler“ stehen (H ist der 8. Buchstabe im Alphabet, siehe Rechtsextreme Symbole und Zeichen).

Seit spätestens Mitte der 1990er Jahre wurden Konzept und Zahlencode auch von Neonazis in den europäischen Ländern übernommen. Eine bekannte Rechtsrock-Band, die 1996 gegründet wurde und bei der mehrere Mitglieder der verbotenen Freien Kameradschaft Skinheads Sächsische Schweiz mitwirken, trägt den Namen 14 Nothelfer. In ihrem Lied 14 Words heißt es: „Es gibt einen Satz, den vergesse nie! Kämpfe, lebe, streite nach ihm! 14 words, never forget!“.

1488 ist auch der Name einer Band, deren 1995 auf Doktor Records, einem Sub-Label von Torsten Lemmers Rechtsrock-Label Funny Sounds, veröffentlichtes Album „Vergangene Zeiten“ die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien 2013 als „jugendgefährdend“ eingestuft und indiziert hat.[2]

André Eminger, Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund, benutzte die Kennung 14/88 mehrfach in seiner schriftlichen Kommunikation.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Mattias Gardell: David Lane. In: Jeffrey Kaplan (Hrsg.): Encyclopedia of White Power. A Sourcebook on the Radical Racist Right. Altamira Press, Washington, D. C. 2000, S. 167–169 (Vorschau).

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Jan Adam: Erfinder des rechtsextremen Zahlencodes „14 words“ gestorben. In: Endstation Rechts, 27. Juni 2007. Übersetzung nach Christian Fuchs, John Goetz: Die Zelle: Rechter Terror in Deutschland. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2012, S. 137 (E-Book).
  2. Liste der Titel, die durch die Landeskriminalamt zur Indizierung angeregt wurden und durch die BPjM indiziert worden sind (PDF). Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg, 2013.
  3. Stefan Aust, Dirk Laabs: Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU. Pantheon, München 2014, S. 383 f.; Andrea Röpke: NSU-Komplex: Braune Familienbande (Memento vom 7. April 2016 im Internet Archive). In: Publikative.org, 2. April 2014.