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John Goetz

US-amerikanischer Journalist und Autor, in Deutschland tätig

Leben und WerkBearbeiten

John Goetz lebt und arbeitet seit 1989 in Berlin. Er war unter anderem für die Sunday Times[3], die Los Angeles Times, die Süddeutsche Zeitung[4] und als Redakteur beim Spiegel tätig. Fernsehbeiträge erschienen bei 60 Minutes, den CBS Evening News, beim Rundfunk Berlin-Brandenburg und im Fernsehmagazin Panorama.[1] Seit 2011 arbeitet Goetz für den NDR im Hauptstadtstudio der ARD.[5]

Seit Anfang der 1990er Jahre mit der Situation in den Staaten des ehemaligen Ostblocks beschäftigt, produzierte Goetz 1993 unter dem Titel „Deutsche Steuergelder für lettische SS-Veteranen“ zusammen mit Volker Steinhoff einen Beitrag für Panorama, der zum Auftakt weiterer drei Sendungen wurde, die die fortdauernden deutschen Rentenzahlungen an lettische ehemalige Angehörige der SS thematisierten. Erst 1997 wurden, ausgelöst durch die Medienberichterstattung, die deutsche Gesetzgebung entsprechend geändert und die Zahlungen eingestellt.[6][7]

2006 beschäftigte sich Goetz, zusammen mit anderen Journalisten, wieder bei Panorama, mit der Rolle von Agenten des Bundesnachrichtendienstes im von der Bundesregierung abgelehnten Irakkrieg.[8][9]

Ein weiterer Panorama-Bericht von 2006, an dem Goetz mitwirkte, hatte die Entführung des deutschen Staatsbürgers Khaled al-Masri durch die CIA zum Thema. Al-Masri war von Skopje aus in ein afghanisches Gefängnis transportiert und dort nach eigener Aussage gefoltert worden. Im Film wurden die Klarnamen von beteiligten CIA-Mitarbeitern offengelegt.[10][11]

Mit dem Buch Allein gegen Kohl, Kiep & Co. (2000) trugen die Autoren Goetz, Neumann und Schröm zur Aufdeckung der Hintergründe der CDU-Spendenaffäre bei.[12][13] 2012 veröffentlichte Goetz gemeinsam mit Christian Fuchs das Sachbuch Die Zelle über die rechtsextreme Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU).

AuszeichnungenBearbeiten

Der Henri-Nannen-Preis 2011 ging für „besonders verständliche Berichterstattung“ an ein elfköpfiges Autorenteam des Spiegel, zu dem Goetz gehörte.[2][14] Ausgezeichnet wurde der Artikel Ein deutsches Verbrechen im Spiegel Nr. 5/2010, der sich kritisch mit dem Luftangriff bei Kundus am 4. September 2009 auseinandersetzt und ihn als Kriegsverbrechen bezeichnet.[15]

2015 gewann John Goetz für Jagd auf Snowden – Wie der Staatsfeind die USA blamierte in der Kategorie "Dokumentarfilm" beim Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen.

BuchveröffentlichungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: John Goetz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b John Goetz bei DokZentrum, Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. Oktober 2012; abgerufen am 3. Oktober 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dokzentrum.org
  2. a b John Goetz bei Perlentaucher. Abgerufen am 3. Oktober 2012.
  3. J. Ransom Clark: Sunday Times (London). Introduction to Documents. 26 November 2000. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 12. August 2014; abgerufen am 3. Oktober 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/intellit.muskingum.edu
  4. http://suche.sueddeutsche.de/query/John%20Goetz/sort/-news/drilldown/%C2%A7author%3A%5E%22John%20Goetz%22%24@1@2Vorlage:Toter Link/suche.sueddeutsche.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Digitalfernsehen.de am 30. Juni 2011: Journalist John Goetz kehrt zum NDR zurück. Abgerufen am 3. Oktober 2012.
  6. DokZentrum, Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg: Steuergelder für Naziverbrecher. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Februar 2014; abgerufen am 4. Oktober 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dokzentrum.org
  7. DokZentrum, Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg: Chronologie der panorama-Berichte und der Ereignisse im Bundestag. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Februar 2014; abgerufen am 4. Oktober 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dokzentrum.org
  8. NDR-50 Jahre Panorama: Bomben auf Bagdad - Deutsche Agenten am Irakkrieg beteiligt. Abgerufen am 4. Oktober 2012.
  9. NDR-50 Jahre Panorama: Operation Nebelkerze - Der BND und die Bomben auf Bagdad. Abgerufen am 4. Oktober 2012.
  10. NDR-50 Jahre Panorama: Al Masri-Entführung - auf der Spur der CIA-Kidnapper. Abgerufen am 4. Oktober 2012.
  11. NDR-50 Jahre Panorama: Presseerklärung: Vermutlich drei Entführer von Khaled al Masri enttarnt. Abgerufen am 4. Oktober 2012.
  12. Autorenporträt bei Rowohlt. Abgerufen am 3. Oktober 2012.
  13. Der Tagesspiegel am 8. Oktober 2000: "Allein gegen Kohl, Kiep & Co.": Neues Buch im Christoph Links Verlag. Abgerufen am 3. Oktober 2012.
  14. Henri-Nannen-Preis: Preisträger 2011. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Juli 2012; abgerufen am 3. Oktober 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.henri-nannen-preis.de
  15. Spiegel 5/2010: Ein deutsches Verbrechen. Abgerufen am 3. Oktober 2012.