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Preisträger des Wilhelm-Dröscher-Preises 2007, im Hintergrund Vertreter von Rotes Dresden
Auftritt beim Wahlkampf der SPD in Warnemünde

Endstation Rechts ist eine Initiative der Jusos in der SPD Mecklenburg-Vorpommern, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzt. Die Informations- und Beteiligungskampagne informiert über Entwicklungen im rechten politischen Spektrum und bietet Interessierten lokale Beteiligungsmöglichkeiten. Mittlerweile gibt es die Initiative auch in anderen Bundesländern Deutschlands.

EntwicklungBearbeiten

Gegründet wurde Endstation Rechts in der Trägerschaft der Jusos Anfang des Jahres 2006 als ein gegen den Wahlerfolg der NPD bei der Landtagswahl in Sachsen 2004 gerichtetes pluralistisch orientiertes Projekt[1] im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern Ende desselben Jahres. Die damit verbundene politische Absicht bezog sich auf die Sacharbeit am Thema Rechtsextremismus.

Nach dem Einzug der NPD in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wahlergebnis von 7,3 % wurde der offizielle Webauftritt ab Herbst 2006 zu einer Plattform zur Dokumentation der bundesweiten Parteiarbeit der NPD ausgebaut. Mathias Brodkorb verweist auf rund 100.000 Internetbesucher monatlich.[1] So dokumentierte die Initiative bis zu 81 Ordnungsrufe im Januar 2008[2] sowie die Provokation der Partei[3] und ihrer Angehörigen in der Gesellschaft.[4]

2008 bzw. 2009 weitete die Initiative ihre Tätigkeit auf Sachsen und Sachsen-Anhalt aus,[1] später auch auf Bayern. Zum Freien Netz Süd in Bayern hat die Plattform 2014 Material gesammelt und den Medien zur Verfügung gestellt.[5][6]

AusrichtungBearbeiten

Als Nachrichtenportal berichtet Endstation Rechts nach eigener Aussage tagesaktuell über Rechtsextremismus in Deutschland. Obwohl das Portal von Jusos der SPD Mecklenburg-Vorpommern gegründet wurde, wird der Selbstanspruch vertreten, überparteilich zu agieren und sich um Objektivität und eine Berichterstattung nach journalistischen Prinzipien zu bemühen. Auch seien „längst nicht alle Autoren, Macher und Unterstützer in der SPD zu Hause“.[7] Inhaltlich verantwortlich für das Nachrichtenportal zeichnet jedoch der Landesgeschäftsführer der SPD in Mecklenburg-Vorpommern.[8] In Bayern wird die lokale Website von der BayernSPD getragen.[9]

Neben Berichten aus den Landtagen, in denen die NPD in Fraktionsstärke vertreten ist oder war, liegt ein zweiter Schwerpunkt der Berichterstattung in der Beobachtung und Kommentierung der Aktivitäten und Ideologien rechtsextremer Parteien sowie Kameradschaften und zivilgesellschaftlicher und demokratischer (Gegen-)Initiativen. Dabei gehört die Weiterverbreitung durch andere in Sozialen Netzwerken zum Konzept der Öffentlichkeitsarbeit. Bei Facebook habe die Plattform rund 21.000 Fans. Rund 8.000 Artikel stehen im eigenen Portal zur Verfügung.[7]

ProjekteBearbeiten

2008 wurde im Rahmen von Endstation Rechts das satirische Modelabel Storch Heinar gegründet. An beiden war der spätere mecklenburgische Minister Mathias Brodkorb als Gründer beteiligt.[10] Im Internet werden seither Kleidungsstücke mit humoristischen Anspielungen auf aktuelle rechtsextreme sowie historische nationalsozialistische Semiotik angeboten.

AuszeichnungenBearbeiten

BuchreiheBearbeiten

In der Buchreihe Endstation Rechts wurden folgende Veröffentlichungen herausgegeben:

  1. Mathias Brodkorb (Hrsg.): Extremistenjäger!? Der Extremismus-Begriff und der demokratische Verfassungsstaat (= Endstation Rechts. Bd. 1). Adebor-Verlag, Banzkow 2011, ISBN 978-3-9809375-7-3.
  2. Julian Barlen u. a. (Hrsg.): Mein Krampf. 18 Episoden aus dem selbst gefälschten Tagebuch des F. H. (= Endstation Rechts. Bd. 2). Adebor-Verlag, Banzkow 2011, ISBN 978-3-9809375-8-0 (on demand).
  3. Mathias Brodkorb (Hrsg.): Singuläres Auschwitz? Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre „Historikerstreit“ (= Endstation Rechts. Bd. 3). Adebor-Verlag, Banzkow 2011, ISBN 978-3-9809375-9-7 (on demand).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Mathias Brodkorb: Zwischen Hitlerismus und Ethnopluralismus. Ein etwas anderer Blick auf den deutschen Rechtsextremismus. In: Hartmut Brenneisen, Harald Olschok, Karsten Wulff (Hrsg.): 60 Jahre Grundgesetz (= Polizei und Sicherheitsmanagement. Bd. 6). LIT Verlag, Münster 2010, ISBN 978-3-643-10636-0, S. 236–264 (online).
  2. Andreas Speit, Andrea Röpke (Hrsg.): Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86284-006-9 (Auszüge online).
  3. Cornelia Fraune, Klaus Schubert: Grenzen der Zivilgesellschaft. Waxmann Verlag, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2370-1 (online).
  4. Beispiele aus: Mathias Brodkorb, Volker Schlotmann: Provokation als Prinzip: die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Adebor Verlag, Banzkow 2008, ISBN 978-3-9809375-5-9.
  5. Endstation Rechts: „FNS war nur noch leere Hülle“. nordbayern-online.de, 25. Juli 2014 (Interview mit Thomas Witzgall).
  6. vgl. Landesportal Bayern: Schlagwort Freies Netz Süd. endstation-rechts-bayern.de.
  7. a b Über uns. endstation-rechts.de, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  8. Impressum. endstation-rechts.de, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  9. Impressum. endstation-rechts-bayern.de, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  10. Martin Koschkar, Christian Nestler, Christopher Scheele: Politik in Mecklenburg-Vorpommern. Springer-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-658-02651-6 (Auszüge online).
  11. Preisträger 2007 Wilhelm-Dröscher-Preis, SPD, 28. Oktober 2007. Abgerufen am 21. Dezember 2015.
  12. Innenminister Caffier würdigt Engagement gegen Rechtsextremismus. Pressemitteilung des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern, 26. Februar 2009, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  13. Deutscher Engagementpreis 2012 – Würdigung für herausragendes Engagement. (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutscher-engagementpreis.de Deutscher Engagementpreis, abgerufen am 21. Dezember 2015 (Publikumspreis).
  14. Jannis Hagmann: Naziklicks gegen „Storch Heinar“. In: Die Tageszeitung, 23. Oktober 2012. Abgerufen am 21. Dezember 2015.