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Eingang zum Fort

Das Fort de Seclin, (kurzzeitig auch Fort Duhoux) genannt, ist ein halb unterirdisches Fort in Seclin, das Teil eines Gürtels von Forts war, die Lille umgaben.

BenennungBearbeiten

Ursprünglich war es Fort de Seclin benannt. Per Präsidialdekret vom 21. Januar 1887 setzte der Kriegsminister Georges Boulanger um, dass alle Forts, befestigte Artillerieanlagen und Kasernen des Système Séré de Rivières die Namen von ehemaligen Militärkommandanten zu tragen haben, weswegen das Fort dann den Namen Fort Duhoux nach dem Revolutionsgeneral Charles François Duhoux erhielt.[1] Am 13. Oktober 1887 wurde das vom Nachfolger Boulangers, Théophile Ferron, mit der Note n° 14980 vom gleichen Datum rückgängig gemacht und das Fort erhielt seinen ursprünglichen Namen zurück.

GeschichteBearbeiten

Im Deutsch-Französischen Krieg wurden im Herbst 1870 die französischen Armeen innerhalb weniger Wochen besiegt und Kaiser Napoléon III. gefangen genommen. Frankreich führte jedoch als Republik den Krieg weiter und war erst nach einer ausgedehnten Belagerung von Paris im Frühjahr 1871 zum Frieden von Frankfurt bereit.

Nach dem Kriegsende entstand in Frankreich ein massiver Revanchismus. Vor diesem Hintergrund wurden über 400 Forts und andere Verteidigungsanlagen gebaut. Der Krieg hatte gezeigt, dass das neue französische Mitrailleuse-Maschinengewehr eine furchtbare Waffe war, die große Mengen an Feinden in Schach halten bzw. bei einem Angriff niedermähen konnte.

Die Befestigung um Lille système Séré de Rivières wurde zwischen 1873 und 1875 gebaut. Das Fort von Seclin hatte eine Gebäudefläche von etwa 5 Hektar (50.000 m²) auf einem Gelände von 17 Hektar. Es enthielt eine Bäckerei, ein Krankenhaus sowie Platz für 1000 Soldaten und einige Pferde.

Ab etwa 1890 verbreiteten sich Brisanzgeschosse. Sie hatten eine deutlich größere Zerstörungswirkung als die davor verwendeten Artilleriegeschosse. Das Fort wurde nicht an die Weiterentwicklung angepasst oder – wie andere Forts – mit Betonarmierungen verstärkt.

1914 wurde das Fort von einem bayrischen Regiment besetzt und am 17. Oktober 1918 wurde das Fort von Engländern besetzt.

Im Rahmen des Westfeldzuges im Mai und Juni 1940 wurde das Fort von der Wehrmacht besetzt. Am 7. Juni 1944 wurden sieben Résistance-Mitglieder im Fort hingerichtet.

1989 wurde das Fort offiziell demilitarisiert und 1996 an eine Privatperson verkauft. Heute ist es das einzige Verteidigungsfort bei Lille in einem sehr guten Erhaltungszustand.

MuseumBearbeiten

Seit Oktober 2003 haben die Eigentümer ein Museum eingerichtet. Es zeigt Exponate zu Artillerie, Kavallerie und Infanterie von 1870 bis 1920, die meisten davon aus dem Ersten Weltkrieg.

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Note n° 5285 vom 25. März 1886 des Kriegsministers Boulanger an die Generalkommandanten der Militärregionen; Präsidialdekret vom 21. Januar über die Umbenennung der Forts, befestigte Artillerieanlagen und Kasernen gemäß dem Vorschlag des Kriegsministers M. le général Boulanger.

Koordinaten: 50° 33′ 20,8″ N, 3° 3′ 11,1″ O