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Als Forschungsförderung wird die staatliche oder wirtschaftlich motivierte Bemühung bezeichnet, für die Weiterentwicklung der Wissenschaften und der Technik finanzielle und organisatorische Ressourcen bereitzustellen. In Deutschland ist bei der Förderung von Forschung zu unterscheiden zwischen der Forschungsförderung von i. d. R. zeitlich befristeten Forschungsprojekten und der eher langfristigen institutionellen Förderung von Forschungsinstitutionen.

Inhaltsverzeichnis

Staatlicher BereichBearbeiten

In Deutschland gibt es seitens der staatlichen Regierungsstellen des Bundes und der Länder - neben der breiten länderfinanzierten institutionellen Förderung der Forschung an Universitäten, der bundes- und länderfinanzierten institutionellen Förderung der Wissenschaftsorganisationen (siehe auch Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen) und der bundesfinanzierten Förderung der Bundesinstitute mit Forschungsaufgaben (sogenannte Ressortforschung) - vielfältige Instrumente der Forschungsförderung (z. B. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst). Die Ministerien stellen ihre Mittel zur Forschungsförderung bspw. im Rahmen von Förderprogrammen bereit. Diese werden teilweise von Projektträgern betreut.

Darüber hinaus bestehen Instrumente staatlicher Forschungsförderung, bei denen Finanzmittel direkt an Wissenschaftler oder forschende Unternehmen übertragen werden können, bspw. über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Forschungsförderung erfolgt im Allgemeinen im Rahmen von Auswahlverfahren (Gutachten etc.), bei denen die eingereichten Forschungsprojekte von externen Gutachtern begutachtet werden.

Auch in anderen Staaten erfolgt die Forschungsförderung im staatlichen und universitären Bereich in der Regel durch die Einrichtung und finanzielle Dotierung von Förderungsfonds (siehe z. B. österreichische Fonds FFF und FWF). Eine große Rolle spielt auch die Förderung durch die Europäische Kommission, vor allem im Kontext ihrer Forschungsrahmenprogramme. Im Jahr 2011 betrug die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern in Deutschland rund 8,562 Milliarden Euro.[1]

Weitere InstrumenteBearbeiten

Daneben gewinnen breitenwirksame Instrumente indirekter Forschungsförderung international an Bedeutung. International ist seit den 1960er Jahren dazu die Forschungsförderung bzw. Schirmherrschaft der UNESCO und der IAEA anzuführen, wodurch auch nationale und regionale Förderungen möglich werden (vgl. als Modell das Internationales Zentrum für Theoretische Physik, Triest). So verfügen viele Industrieländer (außer Deutschland) und die meisten OECD- und EU-Länder über Instrumente der Steuerlichen Forschungsförderung. Diese weitgehend technologieoffenen Instrumente fördern Forschungstätigkeit, ohne dabei Wissenschaftler oder Unternehmen unnötig mit Bürokratie zu belasten. Der BDI hat einen ausführlichen Vorschlag zur Einführung einer Steuerlichen Forschungsförderung ausgearbeitet.

In Deutschland gibt es neben den staatlichen Trägern der Forschungsförderung auch eine Vielzahl von Stiftungen, die Forschung mit Projektmitteln, Stipendien, Preisen u. a. fördern. Beispiele sind hier die VolkswagenStiftung oder die Gemeinnützige Hertie-Stiftung.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) stellt auf seinem BDI-Helpdesk Technologietransfer Informationen zu Förderprogrammen bereit.

Eine ganze Reihe von Stiftungen sind unter dem Dach des Stifterverbandes zusammengefasst.

KritikBearbeiten

Im Zuge der Diskussion um Open Science und Offene Wissenschaft wurde die traditionelle staatliche und steuerfinanzierte Forschungsförderung, besonders deren Intransparenz, Bürokratie und fehlende Einbindung der wissenschaftlichen Communities kritisiert. Als Formen der offenen Forschungsförderung wurden Möglichkeiten der transparenten Beteiligung der Fachwissenschaftler vorgeschlagen, diese orientieren sich teils an Konzepten alternativer Finanzierung mittels Crowdfunding und Social Payments.[2][3]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. zitiert nach Karl Ulrich Mayer: Produktive Pfadabhängigkeiten. Ein Diskussionsbeitrag zum Verhältnis universitärer und außeruniversitärer Forschung im Kontext der Exzellenzinitiative, Einleitung, Seite 11, in: Wissenschaftspolitik im Dialog - eine Schriftenreihe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2012 online
  2. Jörg Eisfeld-Reschke, Ulrich Herb & Karsten Wenzlaff (2014). Research Funding in Open Science. In S. Bartling & S. Friesike (Hrsg.), Opening Science (pp. 237–253). Heidelberg: Springer. doi:10.1007/978-3-319-00026-8_16 (zurzeit nicht erreichbar)
  3. Ulrich Herb (2014). Open science's final frontier. Research Europe, 31. Juli 2014