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Ferdinand Pleßner

Herzoglich Sachsen-Gothaischer Oberbaurat, Eisenbahnbau-Ingenieur und Unternehmer

Gustav Wilhelm Ferdinand Pleßner (* 7. Oktober 1824 in Erfurt; † 2. November 1895 in Gotha) war ein deutscher Bauingenieur und Unternehmer.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Gustav Wilhelm Ferdinand Pleßner war der Sohn eines Hauptmanns und Lehrers an der Regimentsschule in Erfurt.

Pleßner besuchte in Erfurt die Realschule, die er Ostern 1842 verließ. Danach leistete Pleßner einen einjährigen Militärdienst beim Pionierbataillon in Erfurt. Am Gymnasium in Nordhausen erwarb Pleßner das Abitur um danach ein Bauingenieurstudium an der Bauakademie in Berlin zu beginnen. Noch während der Ausbildung wurde er 1848 zum Bauführer ernannt. Erste Projekte als Bauführer waren Straßen und Brückenbauten in Berlin. Von 1849 bis 1852 war er auch am Bau der Preußischen Ostbahn (Berlin–Königsberg) beteiligt. Im Mai 1852 beendete Pleßner sein Studium als Baumeister. Im gleichen Jahr heiratete Pleßner. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor.

Pleßner trat 1853 in den preußischen Staatsdienst ein und wurde Eisenbahnbaumeister in Posen. Während dieser Zeit war Pleßner u. a. am Bau der Linken Rheinstrecke bei Koblenz beteiligt. Eine Anstellung als Stadtbaurat in Posen wurde durch das zuständige Ministerium nicht genehmigt, worauf er aus dem preußischen Staatsdienst wieder ausschied. Daraufhin unternahm Pleßner eine Studienreise nach Frankreich, die ihn nach Paris und Bordeaux führte.

Nach seiner Rückkehr übernahm Pleßner dann selbständig Eisenbahnbauten. Für die Preußische Staatsbahn und andere Auftraggeber leitete Pleßner den Bau von Strecken in Pommern, Schlesien und den Thüringischen Staaten. Während des Deutschen Krieges von 1866 war Pleßner mit dem Bau von Feldbahnen und Aufräumungsarbeiten betraut. Nach dem Krieg leitete Pleßner den Bau des neuen Kriegshafens in Heppens, der heute als Wilhelmshaven bekannt ist.

Im Jahr 1870 wurde unter seiner Anteilsbeteiligung die Saxonia, Eisenwerke und Eisenbahnbedarf-Fabrik in Radeberg gegründet, die ihre Produkte bewarb.[1]

In Berlin war Pleßner im März 1870 Mitgründer der Bau-Gesellschaft für Eisenbahn-Unternehmungen F. Plessner & Comp. und wurde einer der persönlich haftenden Geschäftsinhaber und Direktoren. Die Firma arbeitete insbesondere für Eisenbahngesellschaften in den thüringischen Staaten, in Sachsen und in Preußen. Infolge der Gründerkrise kam sie jedoch schon bald in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Januar 1875 ging sie in Konkurs.[2] Bald darauf war auch Ferdinand Pleßner, der mit seinem ganzen Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Firma haftete, zahlungsunfähig.

Von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha erhielt Pleßner den Titel Oberbaurat. In Gotha wurde Pleßner 1884 zum Stadtverordneten und 1887 zum Senator gewählt. Dort erwarb er sich bleibende Verdienste bei der Einrichtung der elektrischen Beleuchtung und Bau der elektrischen Straßenbahn.

WerkeBearbeiten

  • Notizen zum Veranschlagen der Eisenbahnen nebst Preis-Ermittelungen und einem Anhang. Vergleichende Zusammenstellung der hauptsächlichsten Oberbausysteme bei deutschen Eisenbahnen., Verlag Ernst & Korn, Berlin 1853 (Digitalisat)
  • Mitarbeit an Encyklopädie des gesamten Eisenbahnwesens in alphabetischer Anordnung, 1890–1895 in 7 Bänden, Verlagsbuchhandlung Carl Gerold’s Sohn, Wien.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Annonce, Anzeiger zum Centralblatt der Bauverwaltung, 28. Dezember 1882, S. 2., abgerufen am 14. Dezember 2012.
  2. Die Mendelssohns in Berlin. Eine Familie und ihre Stadt, bearbeitet von Rudolf Elvers/Hans-Günter Klein (= Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Ausstellungskataloge, Bd. 29); Berlin [West]: Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz 1983, ISBN 3-88226-185-4, S. 246.