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Ewald Schnug

deutscher Agrarwissenschaftler, Hochschullehrer und Forscher mit Schwerpunkten in Pflanzenernährung und Bodenkunde
Ewald Schnug, 2014

Ewald Schnug (* 7. September 1954 in Hachenburg, Westerwald) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler, Hochschullehrer und Forscher mit Schwerpunkten in Pflanzenernährung und Bodenkunde.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Schnug wuchs als erster Sohn des Gärtnermeisters Ewald Schnug und seiner Ehefrau Marianne, geb. Haas, auf dem elterlichen Betrieb in Altenkirchen im Westerwald auf. Er war von 1975 bis 2005 verheiratet und ist Vater dreier erwachsener Töchter.

Ausbildung und wissenschaftlicher WerdegangBearbeiten

Schnug besuchte zunächst die katholische Volksschule in Altenkirchen und machte im Jahr 1974 sein Abitur im naturwissenschaftlichen Zweig des Westerwaldgymnasiums in Altenkirchen. Im Jahr 1978 erhielt er das Diplom in der Fachrichtung Pflanzenproduktion an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Jahr 1982 promovierte er zum Dr. sc. agr. an der dortigen landwirtschaftlichen Fakultät, wo er im Jahr 1989 auch habilitierte. Im Jahr 1992 erhielt er den Titel Dr. rer. nat. habil. an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig.

BerufBearbeiten

Er war von 1979 bis 1992 am Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Christian Albrechts Universität zu Kiel tätig. Zunächst bis 1983 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, anschließend bis 1989 als Hochschulassistent und schließlich bis 1992 als Junior-Professor. Zwischen 1982 und 1990 unterrichtete er darüber hinaus an der Fachhochschule für Landwirtschaft in Rendsburg angewandte Chemie. Im Jahr 1984 gründete er das Institut für landwirtschaftliche und landökologische Innovationen und Technologien (ILLIT) GmbH in Kiel, dem er bis 1994 als Gesellschafter und Direktor R & D, CEO vorstand. Als Stipendiat der Heisenberg-Stiftung absolvierte er zwischen 1990 und 1992 Lehr- und Forschungsaufenthalte in Newcastle upon Tyne und Aberdeen. Von 1992 an leitete er das Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig (FAL) und seit 2008 das Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Bundesforschungsinstitutes für Kulturpflanzen, Julius-Kühn Institut in Braunschweig/Quedlinburg. Seit 1996 ist er darüber hinaus für das 1933 in Rom gegründete Internationale wissenschaftliche Zentrum für Dünger und Düngung (CIEC) tätig. Von Juni 1996 bis September 2010 war er dort Vize-Präsident für Forschung und strategische Planung, in der Folge erster deutscher Präsident der Gesellschaft.

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1982: Fakultätspreis der landwirtschaftlichen Fakultät der Christian Albrechts Universität zu Kiel
  • 1990: Stipendiat der Werner-Heisenberg-Stiftung
  • 2008: Ehrendoktorwürde der Rumänischen Akademie für Land- und Forstwissenschaften "Gheorghe Ionescu-Şişeşti"
  • 2016: Ernennung zum Gastprofessor der "China Stabilized Fertilizer Technology Innovation Strategic Alliance in Shenyang, China"
  • 2016: Ernennung zum Gastprofessor am "Institute of Applied Ecology der Chinese Academy of Sciences in Shenyang, China"

Forschungsschwerpunkte und deren MeilensteineBearbeiten

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  • 1976: Wasserlöslichkeit von Phosphatdüngern ist die Voraussetzung für ihre vollständige Ausnutzbarkeit
  • 1977: Nährstoffmangel beeinflusst nicht die spektrale Signatur einer Pflanze im infraroten Bereich, beginnt mit Schwefelforschung
  • 1980: Entdeckt bei Altenhof zum ersten Mal akuten Schwefelmangel an Raps im Freiland
  • 1981: findet Gold in Sellerie, Düngung mit Elementarschwefel verringert die Pflanzenverfügbarkeit von Eisen im Boden; N/Fe+Zn Synergismus, S/Mo Antagonismus; Mo/Cu Antagonismus
  • 1982: bodenversauernde Düngung verbessert die Manganversorgung von Pflanzen; wendet erstmals Hauptkomponenten- und Diskriminanzanalyse auf landwirtschaftliche Versuchsdaten an; kein physiologischer P/Zn Antagonismus
  • 1984: Silizium-Düngung reduziert Pathogenbefall, CocaCola Methode zur Bestimmung verfügbarer Schwermetall in Böden
  • 1985: Schwefel Eintrag aus der Atmosphäre quantifiziert; Bedeutung regionaler Variabilität von Merkmalen der Bodenfruchtbarkeit für die Düngung thematisiert
  • 1986: Röntgenfluoreszenzanalyse zur Bestimmung des Gesamtglucosinolat (GSL) Gehaltes von Rapssaat; identifiziert das Weißblühen von Raps als Schwefelmangelsymptom, erste Vorstellung von GPS auf DLG Feldtagen
  • 1987: GSL mit RFA im Feld, S-Düngung erhöht GSL Gehalt in Rapssaat
  • 1987: Computer Aided Farming (CAF)
  • 1988: RFA-Methode für Vorernteuntersuchungen und Rapsextraktionsschrot, Uran in Rohphosphaten; Weizensorten mit adversem P/Mn Aneignungsvermögen
  • 1989: bestimmt den Flächenertrag von Miscanthus mittels Fernerkundung, erste Ertragskarte, in Birkenmoor erste Anwendungsdemonstration von GPS im Feld, GSL sind reaktivierbare S-Ressourcen in Brassicaceen: Verbindung S-Versorgung-GSH/GSSG/-Myrosinase-GSL/DGSL (S-Versorgung - Halliwell Zyklus - GSL-Abbau), Räumliche Variabilität von Bodenmerkmalen in Versuchsanlagen, Equifertile
  • 1991: erste Online Ertragskarte vom Mähdrescher, LORIS erfunden, entdeckt bei Darry zum ersten Mal akuten Schwefelmangel an Getreide im Freiland
  • 1992: PIPPA (Ertragsgrenzwerte und Grenzlinien für Nährelemente in Getreide, Raps, Zuckerrüben, Lein, Baumwolle und Gummibaum), Light Particle Erosion, Schwefelmangel beeinträchtigt Backvolumen
  • 1993: Local Ressource Management
  • 1994: Monitor-Pedozellen
  • 1997: Surf-Eye & LASSIE, Self-Surveying
  • 1995: BOLIDES (BoundaryLine Developing System)
  • 1998: erste Ausgabe von AgroPrecise in UK
  • 1999: Beginnt mit Uranforschung
  • 2000: MOPS (MOdel for Predicting Sulphurdeficiency), Jagdschrot aus Kalkperlen
  • 2001: Erste Veröffentlichung von Urangehalten in deutschen Mineralwässern
  • 2002: Konzept zum vorbeugenden Hochwasserschutz durch ökologischen Landbau (HOT),Spatial-Speciation
  • 2003: Misteln indizieren Schadstoffe in Böden
  • 2006: letaler Phosphormangel durch Phosphit, erstmals Grenzwert für Uran in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung
  • 2007: Jagdschrot aus abgereichertem Uran
  • 2009: erstmals Grenzwert für Uran in deutschem Trinkwasser
  • 2012: KBU veröffentlicht seine Grenzwerte für Uran in Düngern
  • 2013: Nährstoffinduzierte Konkurrenz zur schonenden Beikrautregulierung, Energieneutrale Erzeugung sauberer Phosphordünger durch Verwendung nativen Urans in Rohphosphaten
  • 2016: KBU veröffentlicht sein Konzept HOT, ökologischer Landbau als vorbeugender Hochwasserschutz

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Multivariate statistische Verfahren als Hilfsmittel zur Auswertung mehrfaktorieller Düngungsversuche am Beispiel der Faktorenanalyse. In: VDLUFA-Schriftenreihe. 16, 1986, S. 615–624.
  • mit S. Haneklaus: Indirekte Bestimmung des Gesamtglucosinolatgehaltes von Rapssamen mittels Röntgenfluoreszenzanalyse. In: Fresenius Z. Anal. Chem. 326, 1987, S. 441–445.
  • mit H. Beringer: Sulphur in Agro-Ecosystems. (Mineral Nutrition in Ecosystems, 2). Kluwer Academic Publ. Dordrecht, 1998, S. 1–38.
  • mit S. Haneklaus: Sulphur deficiency symptoms in oilseed rape (Brassica Napus L.) – The aesthetics of starvation. In: Phyton. 45(3), 2005, S. 79–95.
  • mit S. Haneklaus, L. J. De Kok, I. Stulen und E. Bloem: Sulfur. In: Barker and Pilbeam (Hrsg.): Handbook of Plant Nutrition. CRC Press, Boca Raton, Florida 2006, S. 183–238.
  • mit S. Haneklaus: Site specific nutrient management – objectives, current status and future research needs. In: A. Srinivasan (Hrsg.): Precision Farming – A global perspective. Marcel Dekker, New York, 2006, S. 91–151.
  • mit S. Haneklaus und E. Bloem: Sulfur and Plant Disease. In: Datnoff u. a. (Hrsg.): Mineral Nutrition and Plant disease. APS Press Minneapolis MN USA, 2007, S. 101–118.
  • mit L. J. De Kok: Loads and fate of fertilizer derived uranium. Backhuys Publishers, Leiden 2008.
  • Uran in Phosphor-Düngemitteln und dessen Verbleib in der Umwelt. In: Strahlentelex. 612-613, 2012, S. 1–8.
  • mit N. Haneklaus, H. Tulsidas und B. Tyobeka: High Temperature Gas-Cooled Reactors Enable Closed Phosphate Fertilizer Production. In: Dawei Zheng (Hrsg.): Proceeding of the International Conference on Frontiers of Environment, Energy and Bioscience. 2013, ISBN 978-1-60595-133-1, S. 792–798.
  • Fertilizer derived uranium and its thread to human health. In: Environmental Science & Technology 47, 2013, S. 2433–2434, doi:10.1021/es4002357.
  • mit A..E. Ulrich, H.-M. Prasser und E. Frossard: Uranium endowments in phosphate rock. In: Science of the Total Environment. 478, 2014, S. 226–234, doi:10.1016/j.scitotenv.2014.01.069.
  • mit L.J. De Kok (2016): Phosphorus in Agriculture: 100 % Zero Springer, ISBN 978-94-017-7612-7.
  • mit S. Haneklaus (2016): Glucosinolates – The Agricultural Story. In S. Kopriva (Ed.), Glucosinolates. pp. 281–302, 2016 Elsevier Ltd., ISBN 9780081003275.

LiteraturBearbeiten

  • Feldhoff, H. und Gneist, C.: Ewald Schnug in Westerwälder Köpfe - 33 Porträts herausragender Persönlichkeiten Rhein Mosel Verlag, Zell/Mosel 2014, ISBN 978-3-89801-073-3, S. 147–150.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ewald Schnug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien