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Die Eutin-Lübecker Eisenbahn-Gesellschaft war ein Eisenbahnunternehmen im östlichen Holstein. Sie bestand von 1870 bis 1941.

Der alte Hauptbahnhof Lübeck
Triebwagen VT A1 1001 der ELE; Baujahr 1934, Verbleib nach 1944 unbekannt
Siegelmarke Eutin-Lübecker-Eisenbahn-Gesellschaft
Lageplan der Neubau-Anlagen der LBE
Genußschein der Eutin-Lübecker Eisenbahn-Gesellschaft vom März 1926

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1870 bis 1941Bearbeiten

Erste Strecke Eutin–LübeckBearbeiten

Die 1870 gegründete Eutin-Lübecker Eisenbahngesellschaft (ELE) eröffnete am 10. April 1873 die 33 Kilometer lange, normalspurige Eisenbahnstrecke von Eutin nach Lübeck, die eine Verbindung von der Ostholsteinischen Bahn (Neumünster–AschebergEutin–Neustadt) zur Freien und Hansestadt Lübeck herstellte.

Die Strecke endete zunächst im Bahnhof der Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE) vor dem Holstentor, der 1908 durch den Lübecker Hauptbahnhof an seinen heutigen Standort ersetzt wurde.

Zweite Strecke Pönitz–AhrensbökBearbeiten

Die ELE ergänzte ihr Streckennetz am 10. Mai 1886 durch die Eröffnung einer Zweigbahn von Gleschendorf Bahnhof nach Ahrensbök um acht Kilometer. Am 15. Mai 1934 wurde der Gleschendorfer Bahnhof in Pönitz umbenannt.

Bis zur VerstaatlichungBearbeiten

 
Denkmal an die Gefallenen der Gesellschaft im Ersten Weltkrieg im ehemaligen Gebäude der LBE in Lübeck.
 
Gedenkrelief an die Eisenbahn Lübeck-Eutin am Bahnhof in Bad Schwartau

Von den insgesamt 41 Kilometern des Netzes lagen 36 Kilometer im Fürstentum Lübeck, das zum Land Oldenburg gehörte. Die restlichen fünf Kilometer befanden sich auf dem Gebiet der Stadt Lübeck. Das Fürstentum Lübeck und die Stadt Lübeck besaßen die Mehrheit der Aktien der ELE. Beide Territorien wurden im Jahr 1937 in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert.

Bereits vor der Verstaatlichung fuhren die meisten Züge auf dem Abschnitt Eutin–Lübeck von Kiel aus. Täglich befuhr 1929 ein D-Zug-Paar der Relation Kiel–Berlin die Strecke.

Nach der VerstaatlichungBearbeiten

Im Zuge der Planung der Vogelfluglinie wurde die Eutin-Lübecker Eisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht. Zum 1. Januar 1941 übernahm die Deutsche Reichsbahn die ELE, die am 2. Mai 1941 aus dem Handelsregister des Amtsgerichts Eutin gelöscht wurde. Zuständige Reichsbahndirektion wurde Schwerin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das frühere Streckennetz der ELE zur Reichsbahndirektion Hamburg, aus der 1949 die Bundesbahndirektion Hamburg wurde.

Auf der Zweigbahn Pönitz–Ahrensbök wurden der Personenverkehr am 3. Mai 1954 und der Güterverkehr am 28. Mai 1988 eingestellt. Die Strecke wurde seither abgebaut.

GegenwartBearbeiten

Strecke Eutin–LübeckBearbeiten

Die Strecke Eutin–Lübeck ist heute Teil der Bahnstrecke Kiel–Lübeck. Sie wird als Teil der Kursbuchstrecke 140 (Travemünde/Kiel–Lübeck–Hamburg) von der DB Regio Nord, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, befahren. Diese Züge fahren 2007 in der Relation Kiel–Lübeck–(Bad Kleinen)-Büchen-Lüneburg.

Gefahren wird mit der Baureihe 648. In Tagesrandlagen wird auch mit der Baureihe 218 mit n-Wagen oder Doppelstockwagen gefahren.

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Harald Kloth: Die Privatbahn Eutin-Lübeck (1870–1941). Hamburg 1983, ISBN 3-923999-08-9.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 1: Schleswig-Holstein/Hamburg. Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 12: Schleswig-Holstein 1 (östlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-671-1, (vollständige Neubearbeitung).

WeblinksBearbeiten