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Eteokles

König der griechischen Mythologie
Alfred J. Church: Eteokles und Polyneikes (1885)

Eteokles (altgriechisch Ἐτεοκλῆς) ist eine Person der griechischen Mythologie.

Stammbaum von Eteokles gemäß der Version von Sophokles

Eteokles entstammte entweder, gemäß vor allem der Versionen attischer Tragiker, der inzestuösen Ehe zwischen Ödipus und Iokaste oder, gemäß u. a. der Bibliotheke des Apollodor und der Oidipodeia des Kinaithon[1], der zweiten Ehe des Ödipus mit Euryganeia.[2][3] Kinder der überhaupt Er war Bruder des Polyneikes, der Antigone und der Ismene, und Vater des Laodamas.

Auch Eteokles und sein Bruder Polyneikes wurden Opfer des Fluchs der Labdakiden, der mit der Entführung des Chrysippos durch Oidipus' Vater Laios seinen Anfang nahm. Wahrscheinlich erstmals für die zyklische Thebais[4] ist der Fluch des Ödipus gegen seine beiden Söhne belegt. Damnach wurden Eteokles und Polyneikes von ihrem Vater zweimal verflucht: Streit und Krieg um das väterliche Erbe wünschte er ihnen, nachdem Polyneikes ihn an einen Tisch des Kadmos gesetzt und ihm einen Becher des Laios gereicht hatte. Als Eteokles und Polyneikes ihm nach einem Opfer nicht, wie gewohnt, das Schulterstück, sondern das Lendenstück des Opfertiers sendeten, verfluchte Ödipus seine Söhne, sie mögen sich gegenseitig im Kampf töten. Nach dem Tod des Ödipus oder als Eteokles und Polyneikes erwachsen waren – nach dieser Version hatte Kreon die Regierung für die minderjährigen Oidipussöhne übernommen – sollten sie im jährlichen Wechsel über Theben herrschen. Jedoch weigerte sich Eteokles nach seiner ersten Amtsperiode, den Thron wieder abzugeben.[5] Polyneikes hielt sich während der Regentschaft seines Bruders in Argos auf, wo er Argeia, die Tochter des Königs Adrastos, geheiratet hatte und damit auch Schwager des Tydeus wurde. Polyneikes, Adrastos und Tydeus gewannen, nachdem sich Eteokles weigerte, die Herrschaft vereinbarungsgemäß an seinen Bruder zu übergeben, weitere Fürsten für einen Feldzug gegen Theben, um Polyneikes zur Macht zu verhelfen (s. dazu auch „Sieben gegen Theben“, die Verarbeitung dieser Sage durch Aischylos). An sechs der sieben Stadttore Thebens blieb Eteokles siegreich, am siebenten töteten die Brüder einander im Zweikampf.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. So Pausanias 9,5,5.
  2. siehe hierzu auch ausführlicher Oswald Wolff: Polyneikes. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2661 f. (Digitalisat). mit weiteren Quellen.
  3. Zudem ist seit der Antike unklar und strittig, wie in Homers Odyssee (11,274) das Wort ἂφαρ (das u. a. „bald“ bedeuten kann) zu interpretieren sei, das als zeitliche Angabe zwischen der Heirat Epikastes (=Iokaste) und Ödipus und der Aufdeckung durch die Götter und den darauf folgenden Freitod der Epikaste verwendet wird. Dabei geht es um die Frage, ob zwischen Heirat und Tod der Iokaste überhaupt Zeit genug lag, Nachkommen zu zeugen. s. hierzu ausführlich: Christiane Zimmermann: Der Antigone-Mythos in der antiken Literatur und Kunst (= Classica Monacensia. Münchener Studien zur klassischen Philologie. Band 5). Narr, Tübingen 1993, S. 61ff.
  4. Anders Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Die sieben Tore Thebens. Hermes 26, 1891, S. 227, Anm. 2, wonach der Thebais „der Geschlechterfluch ohne Zweifel ganz fremd gewesen“ sei. Vgl. dazu Oswald Wolff: Polyneikes. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2663–2663 (Digitalisat).
  5. Diese Version nennt auch Herodot, Historien 4,147.
VorgängerAmtNachfolger
PolyneikesKönig von Theben
13. Jahrhundert v. Chr.
(fiktive Chronologie)
Kreon