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Erik Niedling (2009)

Erik Niedling (* 18. Oktober 1973 in Erfurt) ist ein deutscher Künstler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Erik Niedling wuchs in Erfurt auf. Er lebt und arbeitet in Berlin.

WerkBearbeiten

Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn setzte sich Niedling in seinen Arbeiten mit dem Konstrukt von Geschichte auseinander und den Spuren, die es im kollektiven Bewusstsein hinterlässt. Beispiele dafür sind die großformatigen fotografischen Arbeiten, die sich im Band „Fotografien/Photographs“ (2006) finden. Spätere Arbeiten sind ebenfalls mit Fragen zu Sammeln, Archivieren und Ordnen geprägt, wobei das Bewahren und (fiktive) Verschwinden der eigenen Identität in den Vordergrund rückt.

Seit Mitte der 2000er Jahre etablierte sich Niedling als Konzeptkünstler und kollaboriert im Zuge dessen seit 2006 mit Schriftsteller Ingo Niermann. Dabei stellt die Auseinandersetzung mit dem Pyramidenberg als individuelle Begräbnisstätte ein strukturgebendes Denkmodell seiner künstlerischen Arbeit dar.[1] Zusammen mit Niermann produzierte Niedling 2010 den Dokumentarfilm The Future of Art. Darin entwickelt Niermann die Idee eines Pyramidenbergs als Kunstwerk, das zugleich die individuelle Bestattungsstelle eines Sammlers ist. Am Ende der Dreharbeiten übertrug Niermann die Idee an Niedling, der sie seitdem in zuweilen radikalen Kunstprojekten weiterführt. Dazu zählt insbesondere „Mein letztes Jahr“, bei dem Niedling, einen Drill von Ingo Niermann umsetztend, im Zeitraum vom 1. März 2011 bis 29. Februar 2012 konsequent ein Jahr lang lebte, als sei es sein letztes.[2] Darauf folgten Ausstellungen und Publikationen, die sich mit seinem künstlerischen und biografischen Nachlass sowie mit der weiteren Realisierung des Pyramidenbergs beschäftigen.[3] Eine kritische Reflexion seiner Tätigkeiten erfolgte durch Tagebuchveröffentlichungen, Interviews[4] und in dem 2019 veröffentlichten Buch "Burial of the White Man".

Ausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

  • 2002 „5x5“ – Neue Sächsische Galerie, ChemnitzG
  • 2004 „Extrem“ – Galerie Station Mousonturm, Frankfurt am MainG
  • 2005 „Archiv“ – Goethe-Institut, BratislavaE
  • 2006 „Was ist deutsch?“ – Germanisches Nationalmuseum, NürnbergG
  • 2007 „Überblick – Konstruktionen der Wahrheit“ – Darmstädter Tage der Fotografie, DarmstadtG
  • 2008 „Formation“ – Hamish Morrison Galerie, BerlinE
  • 2009 „Gastspiel“ – Hetjens-Museum, DüsseldorfG
  • 2010 „Status“ – Angermuseum, ErfurtE
  • 2010 „Redox“ – Hamish Morrison Galerie, BerlinE
  • 2011 „Wahlverwandtschaften III“ – Neues Museum Weimar, WeimarG
  • 2011 „Mein letztes Jahr“ – Galerie Tobias Naehring, LeipzigE
  • 2012 „18.10.1973 – 29.02.2012“ – Neues Museum Weimar, WeimarE
  • 2013 „Chamber“ – Exile, BerlinE
  • 2014 „Eine Pyramide für mich“ – Haus am Lützowplatz, BerlinE
  • 2018 „EXILE X Summer Camp: May the bridges I burn light the way“ – Manifesta 12, PalermoG
  • 2018 „The Future of Art: A Camp“ – Haus am Lützowplatz, BerlinE
E Einzelausstellung
G Gruppenausstellung

LiteraturBearbeiten

SammlungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Michael Bartsch: Die Neopyramidalen. In: taz. 30. Juli 2012, abgerufen am 11. August 2018.
  2. Dörte Fiedler: Listen für ein letztes Jahr. In: Deutschlandfunk Nova. 27. März 2015, abgerufen am 11. August 2018.
  3. Frauke Adrians: Erik Niedling verarbeitet ein Jahr intensiven Lebens. In: Thüringer Allgemeine. 22. Juni 2012, abgerufen am 11. August 2018.
  4. Ruth Schneeberger: "Mir ist nichts mehr peinlich". In: Süddeutsche Zeitung. 23. Dezember 2014, abgerufen am 11. August 2018.