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Jan van Eyck – Engelskonzert (Detail vom Genter Altar, um 1430)
Blasco de Grañén – Maria als Himmelskönigin mit Engelskonzert (um 1438/9), Museo de Zaragoza

Die Engelsmusik (Engelskonzert) ist ein Motiv der christlichen Ikonographie sowie ein Bestandteil vieler Gemälde der europäischen Malerei von der Spätgotik bis zum Barock; es unterstreicht die Festlichkeit und Feierlichkeit der Hauptszene.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Wie weit das Thema „Engelskonzert“ zurückreicht, ist bislang nicht erforscht. Posaune blasende Engel finden sich bereits in der Bildhauerkunst des Mittelalters, wobei sie jedoch meist einzeln stehen und nur mit deutlichem Abstand voneinander als Gruppe zu verstehen sind; sie gehören als Begleitpersonal zu den Weltgerichtsdarstellungen in den jeweiligen Tympana (Mt 24,31 EU). Als Musikinstrumente haltende, nebeneinander sitzende Gruppe treten – wenn überhaupt – nur die Ältesten der Apokalypse in Erscheinung (z. B. in Oloron). Erst ab dem 14. Jahrhundert übernehmen Engel die musikalische Untermalung himmlisch-irdischen Geschehens.

BeispieleBearbeiten

 
Giotto di Bondone – Baroncelli-Polyptychon (1334)

Eine der ersten gemalten „Engelsmusiken“ findet sich im „Baroncelli-Polyptychon“ (um 1334) von Giotto di Bondone, dessen zentrales Thema eine Marienkrönung ist; auch im Genter Altar (um 1430) findet ein Engelskonzert statt. In der Spätgotik werden die Beispiele häufiger und finden sich in zahlreichen Marienbildnissen des 15. Jahrhunderts (z. B. in mehreren Bildern des aragonesischen Malers Blasco de Grañén (um 1400–1459) oder bei Hans Memling (1433–1494)[1][2]. Die wohl bekannteste Version des Themas stammt von Matthias Grünewald und befindet sich im geöffneten Mittelteil des Isenheimer Altars (1512–1516); das Konzert findet hier anlässlich der Geburt bzw. der Menschwerdung Christi statt.[3] Auch El Greco nahm sich um das Jahr 1608 des Themas an, löste es jedoch von seiner traditionellen Bindung an Maria und machte ein eigenes Bildthema daraus.[4] Selbst bei Künstlern der Barockzeit war es noch beliebt, so in einer Zeichnung von Gaspare Diziani (1689–1767)[5] und auch in der Kunst des 19. Jahrhunderts erscheint das Thema mehrfach.

Siehe auchBearbeiten

Der Komponist Paul Hindemith schuf in den Jahren 1933/34 eine musikalische Fassung des Themas; es bildet den Ersten Satz der Symphonie Mathis der Maler und die Ouvertüre zur gleichnamigen Oper.

LiteraturBearbeiten

  • Björn R. Tammen: Engelsmusik in der Buchmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts. Erscheinungsweisen und Funktionen eines allzu vertrauten Bildmotivs. In: Das Mittelalter. Band 11 (2006), S. 49–85, Akademie Verlag, Berlin, ISSN (Online) 2196-6869, ISSN (Print) 0949-0345.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten