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Dorothea Sibylle von Brandenburg

Herzogin von Brieg
Dorothea Sibylle von Brandenburg, Herzogin von Brieg
Dorothea Sibylla (Alter 6 Jahre)
Gemälde Andreas Riehl d. J. 1596

Dorothea Sibylle von Brandenburg, auch (Herzogin) Dorothea Sibylla von Liegnitz und Brieg, geb. Markgräfin von Brandenburg (* 19. Oktober 1590 in Berlin; † 9. März 1625 in Brieg) war eine Prinzessin von Brandenburg und durch Heirat Herzogin von Brieg.

LebenBearbeiten

Dorothea Sibylle war eine Tochter des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg (1525–1598) aus dessen dritter Ehe mit Elisabeth (1563–1607), Tochter des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie in Crossen, dem Leibgedinge ihrer Mutter, erzogen.

Am 12. Dezember 1610 vermählte sie sich in Berlin mit dem Brieger Herzog Johann Christian (1591–1639). Aus der 15-jährigen Ehe gingen viele Kinder hervor.[1] Dorothea Sibylle, die als leutselig und fromm galt, hatte wesentlichen Einfluss auf den Übertritt ihres Mannes zum reformierten Glauben. 1619 beabsichtigte sie, in Brieg die erste Bibelgesellschaft für arme Landwirte zu gründen.[2]

Das im Jahr 1830 erschienene Werk Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Herzogin Dorothea Sibylla von Liegnitz und Brieg: geborenen Markgräfin von Brandenburg und ihrer Leib- und Hebeamme Margaretha Fuss. Wörtlich aus des Rothgerbers Valentin Gierths Haus- und Tagebuche mit einem Vorworte des Syndicus Koch (Falch, 1830[3]) stellte wenige Jahre später der Historiker Heinrich Wuttke als Erfindung des Verfassers heraus.

NachkommenBearbeiten

Aus ihrer Ehe hatte Dorothea Sibylle folgende Kinder:

⚭ 1. 1638 Prinzessin Sophia Katharina von Münsterberg-Oels (1601–1659)
⚭ 2. 1660 Pfalzgräfin Elisabeth Maria Karolina von Simmern (1638–1664)
  • Joachim (1612–1613)
  • Heinrich (*/† 1614)
  • Ernst (*/† 1614)
  • Anna Elisabeth (1615–1616)
  • Ludwig IV. (1616–1663), Herzog von Liegnitz
⚭ 1649 Prinzessin Anna Sophie von Mecklenburg-Güstrow (1628–1666)
  • Rudolf (1617–1633)
  • Christian (1618–1672), Herzog von Brieg
⚭ 1648 Prinzessin Luise von Anhalt-Dessau (1631–1680)
⚭ 1637 Graf Gerhard von Dönhoff († 1648)
⚭ 1642 Herzog Karl Friedrich I. von Münsterberg-Oels (1593–1647)

LiteraturBearbeiten

  • Colmar Grünhagen: Dorothea Sibylla. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 358 f.
  • Karl Adolf Menzel: Neuere Geschichte der Deutschen seit der Reformation. Band 3, Grass, Barth, 1854, S. 319 ff.
  • Ernst Daniel Martin Kirchner: Die Churfürstinnen und Königinnen auf dem Throne der Hohenzollern. Band 2, Wiegandt & Grieben, 1867, S. 63 ff.
  • Karl August Schmidt: Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Herzogin Dorothea Sibylla von Liegnitz und Brieg gebornen Markgräfin von Brandenburg. Brieg 1838.
  • Heinrich Wuttke: Ueber die Haus- und Tagebücher Valentin Gierth’s und die Herzogin Dorothea Sibylla von Liegnitz und Brieg, geborne Markgräfin von Brandenburg. Eine Untersuchung. Breslau 1838 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. K. F. Schönwälder, J. J. Guttmann: Geschichte des Königlichen Gymnasiums zu Brieg. Breslau 1869, S. 68–70.
  2. Dorothea Minkels: Elisabeth von Preussen: Königin in der Zeit des Ausmärzens. Books on Demand, 2007, S. 190.
  3. Koch: Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Herzogin Dorothea Sibylla von Liegnitz und Brieg: geborenen Markgräfin von Brandenburg und ihrer Leib- und Hebeamme Margaretha Fuss. Wörtlich aus des Rothgerbers Valentin Gierths Haus-und Tagebuche mit einem Vorworte … Mitgetheilt vom Syndikus Koch. Falch, 1830 (books.google.com).