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Domenico Alberti (* um 1710 in Venedig; † 14. Oktober 1746 in Rom) war ein italienischer Sänger und Komponist des Spätbarocks. Nach ihm wurde der Alberti-Bass benannt.

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Leben und WirkenBearbeiten

 
Beispiel Alberti-Bass, in Mozarts Klaviersonate KV 545

Domenico Alberti studierte unter Antonio Lotti. Er schrieb mehrere Serenaten nach Libretti von Pietro Metastasio (darunter Endimione), mehrere Arien und um die 36 Sonaten für Cembalo, von denen 14 überliefert sind. In seinen Sonaten verwendete er meist den nach ihm benannten Alberti-Bass, eine Wiederholung von Arpeggien, bei der die einzelnen Töne der Akkorde nicht gleichzeitig, sondern nacheinander in der Reihenfolge „tiefster, höchster, mittlerer, höchster Ton“ erklingen.

Heutzutage wird Alberti als relativ unbedeutend eingestuft, seine Bekanntheit verdankt er nicht seinen nur selten gespielten Werken, sondern dem Alberti-Bass, der von vielen Komponisten aufgegriffen wurde und zu einem wichtigen Element der Klassik geworden ist.

Zu seinen Lebzeiten war Domenico Alberti vor allem als Sänger bekannt und begleitete sich oft selbst auf dem Cembalo. Er war 1736 venezianischer Botschafter in Spanien, als er den bekannten Kastraten Farinelli mit seinem Gesang beeindruckte, obwohl er ein Amateur war.

WerkeBearbeiten

InstrumentalmusikBearbeiten

  • Op. 1: 8 Sonates pour le Clavecin composées par M.r Jozzi, Elève d’Alberti (Amsterdam, 1747; London, 1761) als Plagiat von Giuseppe Jozzi veröffentlicht. Mit richtiger Zuschreibung: 8 Sonate per Cembalo (Paris)
  • einige Werke in A collection of Lessons for the Harpsichord, compos'd by Sig.r Jozzi, St. Martini of Milan, Alberti, Agreli. Never before printed (drei Bücher, London, 1761–1764)
  • einige Werke in The Harpsichord Miscellany. Book second. Composed by Alberti, Pasquali and Tardini (London, 1763)
  • 3 Sonate in 20 Sonate per Cembalo, composte di vari Autori (Paris, um 1770)
  • 21 Sonate di Intavolatura (Manuskript)
  • Sonate und Toccate in Manuskripten

VokalmusikBearbeiten

  • Serenata Endimione (Libretto: Pietro Metastasio) (Venedig, 1737)
  • La Galatea (Libretto: Pietro Metastasio) (Venedig, 1737 oder 1738, aufgeführt 1740)
  • Un’Olimpiade (Venedig, 1737 oder 1739) (Zuschreibung unsicher)
  • Temistocle
  • Aria Vedrai che a te costante
  • Aria Allo splendor fugace
  • Aria Se in qualche volto
  • Aria Se per me non c’è speranza
  • Aria Caro sposo, amato oggetto
  • Motette Adoramus te Christe für vier Stimmen

LiteraturBearbeiten

  • Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. In drei Bänden und zwei Ergänzungsbänden. Alberti, Domenico. 12. völlig neubearbeitete Auflage. 1. Personenteil A–K. B. Schotts-Söhne, Mainz 1959, S. 19–20 (Erstausgabe: 1882).
  • Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. In drei Bänden und zwei Ergänzungsbänden. Alberti, Domenico. 12. völlig neubearbeitete Auflage. 4. Personenteil A–K. B. Schotts-Söhne, Mainz 1972, S. 11 (Erstausgabe: 1882).
  • Wolfgang Ruf: Alberti, Domenico. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 1 (Aagard – Baez). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 1999, ISBN 3-7618-1111-X (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  • Guido Piamonte: Alberti, Domenico. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 1: Aaron–Albertucci. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1960.
  • Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon (= Kröners Taschenausgabe. Band 407). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-40701-9, S. 13 (erster Eintrag).
  • Wilhelm Wörmann: Die Klaviersonate Domenico Albertis in Acta Musicologica Bd. 27 / 1955, S. 84–112

WeblinksBearbeiten