Doktor beider Rechte

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Doktor beider Rechte (lateinisch Doctor utriusque iuris, Dr. utr. iur., englisch Doctor of both laws) ist ein akademischer juristischer Abschluss, der von einigen Universitäten verliehen wird. Er beinhaltet Qualifikationen im allgemeinen und dem Kirchenrecht. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hatte er eine größere Bedeutung als heute.

BezeichnungenBearbeiten

Historische Bezeichnungen waren

  • Utriusque Doctor Iuris, U.D.I.
  • Utriusque Doctor Juris, U.D.J.
  • Vtrivsqve Doctor Ivris, V.D.I.
  • Iuris Utriusque Doctor, I.U.D.
  • Juris Utriusque Doctor, J.U.D.
  • Ivris Vtrivsque Doctor, I.V.D.

GeschichteBearbeiten

Etwa seit dem 12. Jahrhundert gab es den akademischen Abschluss eines Doktors beider Rechte. Dieser war die höchste juristische Qualifikation. Er war eine gute Voraussetzung zum Bekleiden höherer Funktionen, vor allem im Staatswesen, zum Beispiel als Kanzler. Landesherren des 16. bis 18. Jahrhunderts umgaben sich gerne mit gut ausgebildeten Juristen als Räte und Verantwortliche in Diplomatie und Verwaltung.

GegenwartBearbeiten

Heute wird der Abschluss des Doktors beider Rechte nur noch von wenigen Hochschulen verliehen. In Deutschland sind dies die Universitäten in Erlangen, Heidelberg, Köln, Potsdam und Würzburg, in Rom die Päpstliche Lateranuniversität.

Seit 1917 gilt im katholischen Kirchenrecht der Codex Iuris Canonici (C.I.C.), davor war der Corpus Iuris Canonici verbindlich

WeblinksBearbeiten