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Dietmar Vestweber

deutscher Biochemiker und Zellbiologe

Dietmar Vestweber (* 16. März 1956 in Wuppertal) ist ein deutscher Biochemiker und Zellbiologe. Als dessen Gründungsdirektor etablierte er 2001 das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. Er leitet dort die Abteilung „Vaskuläre Zellbiologie“.

Leben und WirkenBearbeiten

Nach dem Studium der Biochemie an den Universitäten Tübingen und München und am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried forschte Vestweber am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Nach seiner Promotion in Zoologie (1985) wechselte er als postdoc ans Biozentrum der Universität Basel, wo er sich 1990 in Biochemie habilitierte.

Im Jahr 1990 übernahm Vestweber die Leitung einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg und folgte 1994 dem Ruf auf eine Professur für Zellbiologie der medizinischen Fakultät der Universität Münster am neu eingerichteten Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE).

1998 erhielt Dietmar Vestweber den Ruf als Direktor einer Abteilung an das damalige Max-Planck-Institut für physiologische und klinische Forschung in Bad Nauheim, den er 1999 annahm. Nach einer zweijährigen Phase, in der Vestweber an beiden Instituten in Münster und Bad Nauheim tätig war, übernahm er 2001 die Leitung des neu gegründeten Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster.

ForschungBearbeiten

Seine Forschungsarbeiten haben sich auf drei unterschiedliche Arbeitsgebiete erstreckt. So hat er im Verlauf seiner Promotion die molekularen Grundlagen der Zellerkennung und Zell-Zell Adhäsion zwischen Epithelzellen und im Präimplantationsembryo der Maus untersucht und in der Arbeitsgruppe von Rolf Kemler grundlegende Arbeiten zu E-cadherin (damals uvomorulin) durchgeführt.[1]

In seiner Zeit als postdoc in der Gruppe von Gottfried Schatz am Biozentrum erforschte er Mechanismen der Biogenese von Mitochondrien und fand die erste Komponente (heute als TOM40 bezeichnet) der mitochondrialen Transportmaschinerie, die den Eintransport von Proteinen in Mitochondrien vermittelt.[2]

Seit 1990 widmet er sich der Erforschung der Regulation von Entzündungsprozessen. Bei Entzündungsprozessen kommt es zur Einwanderung von Immunzellen (Leukozyten) aus dem Blut in geschädigtes oder infiziertes Gewebe. Vestwebers Arbeitsgruppe untersucht die Mechanismen der Zellerkennung, Zelladhäsion und Zellmigration, die diesen Prozess kontrollieren und vermitteln.[3][4] Dabei stehen zurzeit Mechanismen im Vordergrund, die die Barrierefunktion der Blutgefäßwand und des Endothels der Blutgefäße kontrollieren.

Seine etwa 250 Publikationen wurden über 14.000 mal zitiert. Sein Hirsch-Index beträgt 84 (Stand Juli 2017)[5].

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. D Vestweber, R. Kemler. In: Exp Cell Res., 1984 May, 152(1), S. 169–178, PMID 6370707.
  2. D Vestweber, J Brunner, A Baker, G. Schatz. In: Nature, 1989 Sep 21, 341(6239), S. 205–209, PMID 2674724.
  3. D Schulte, V Küppers, N Dartsch, A Broermann, H Li, A Zarbock, O Kamenyeva, F Kiefer, A Khandoga, S Massberg, D. Vestweber. In: EMBO J., 2011 Aug 19, 30(20), S. 4157–4170, PMID 21857650.
  4. K Lühn, MK Wild, M Eckhardt, R Gerardy-Schahn, D. Vestweber. In: Nat Genet, 2001 May, 28(1), S. 69–72, PMID 11326279.
  5. https://www.scopus.com/authid/detail.uri?authorId=55931259700
  6. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Dietmar Vestweber (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 28. Juni 2016.