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Dieter Hattrup (* 17. August 1948 in Herne) war Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte ad personam an der Theologischen Fakultät Paderborn.

LebenBearbeiten

Dieter Hattrup studierte Mathematik, Physik und katholische Theologie in Münster, Regensburg und Bonn. 1978 promovierte er im Fachbereich Mathematik. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1980 war er sieben Jahre lang in der Pfarrseelsorge tätig. 1986 erfolgte eine zweite Promotion und 1990 die Habilitation im Fachbereich katholische Theologie. Seit 1991 ist er ordentlicher Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte ad personam an der Theologischen Fakultät Paderborn. Zum Ende des Sommersemesters 2018 wurde er nach 27 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.[1]

DenkenBearbeiten

Seine Denkform bezeichnet er selbst als Sesquiistik (von sesqui = anderthalb) und legt ihr drei Grundsätze oder Säulen zugrunde:

1. „Natur ist diejenige Wirklichkeit, die ich ergreifen kann; Gott diejenige Wirklichkeit, die mich ergreift.“

2. „Wahrheit ist die Fähigkeit, mich und den anderen am Leben zu erhalten; Interesse ist die Schrumpfform der Wahrheit, in der ich nur mich am Leben erhalten will.“

3. „Die Freiheit Gottes und des Menschen ist direkt nicht anschaubar; sie zeigt sich in der Welt im Schattenspiel von Zufall und Notwendigkeit.“

Werke (Auswahl)Bearbeiten

Zahlreiche Schriften, Beiträge und Bücher, im In- und Ausland.

  • Der δ-Operator auf Produkten streng pseudokonvexer Gebiete. Bonner Mathematische Schriften Nr. 107 (Dissertation). Bonn, 1978.

BücherBearbeiten

  • Die Bewegung der Zeit. Naturwissenschaftliche Kategorien und die christologische Vermittlung von Sein und Geschichte. Mit einem Vorwort von C. F. von Weizsäcker. Münster: Aschendorff, 1988.
  • Eschatologie. Paderborn: Bonifatius, 1992.
  • Ekstatik der Geschichte. Die Entwicklung der christologischen Erkenntnistheorie Bonaventuras. Paderborn: Schöningh, 1993.
  • Theologie der Erde. Paderborn: Bonifatius, 1994.
  • Einstein und der würfelnde Gott. An den Grenzen des Wissens in Naturwissenschaft und Theologie. Herder, Freiburg i. Br. 2001. 4. (broschierte) Sonderauflage 2008.
  • Die Wirklichkeitsfalle. Vom Drama der Wahrheitssuche in Naturwissenschaft und Philosophie. Herder, Freiburg i. Br. 2003.
  • Carl Friedrich von Weizsäcker – Physiker und Philosoph. WBG, Darmstadt 2004.
  • Frankenberger – Gottbekenntnisse großer Naturforscher. Erweitert und kommentiert von D. Hattrup. Neuauflage. Paulinus, Trier 2005.
  • Der Traum von der Weltformel oder Warum das Universum schweigt. Herder, Freiburg i. Br. 2006.
  • Darwins Zufall oder Wie Gott die Welt erschuf. Herder, Freiburg i. Br. 2008, ISBN 978-3-451-29930-8.
  • Freiheit als Schattenspiel von Zufall und Notwendigkeit – Vier Dialoge. Herder, Freiburg i. Br. 2009.
  • Die heilsame Sturheit der Kirche. Eine Denkschrift. Herder, Freiburg i. Br. 2012, ISBN 978-3-451-34128-1.
  • Luthers neue religiöse Erfahrung. Reflexion zum Text der Kantate von Johann Sebastian Bach: Christum wir sollen loben schon, BWV 121. Anlässlich der Aufführung in der ref. Kirche Trogen am 19. Dezember 2014.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.thf-paderborn.de/abschied-nach-27-jahren/
  2. Produktinformationen auf der Website der J. S. Bach-Stiftung, abgerufen am 30. April 2015.