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Dieter Gosewinkel (* 24. September 1956 in Fürth (Odenwald)) ist ein deutscher Historiker und Rechtswissenschaftler.

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Leben und WirkenBearbeiten

Gosewinkel verbrachte seine Schulzeit in Hamm (Westfalen), studierte von 1976 bis 1984 Rechtswissenschaft und Neuere Geschichte an den Universitäten Freiburg und Genf, legte das Erste juristische Staatsexamen 1982 in Freiburg ab, wo er 1984 auch den Magister im Fach Neuere Geschichte erwarb. Von 1983 bis 1990 war Gosewinkel in Freiburg Mitarbeiter am Institut für Öffentliches Recht bei Ernst-Wolfgang Böckenförde. Im Jahr 1990 erfolgte mit der Arbeit Adolf Arndt. Die Wiederbegründung des Rechtsstaats aus dem Geist der Sozialdemokratie (1945–1961) seine Promotion zum Dr. phil. Anschließend arbeitete Gosewinkel als Wissenschaftlicher Assistent bei Arnulf Baring an der Freien Universität Berlin, wo er sich im Jahr 2000 mit der Studie Einbürgern und Ausschließen. Die Nationalisierung der Staatsangehörigkeit vom Deutschen Bund bis zur Bundesrepublik Deutschland habilitierte.

Ab 2002 leitete Gosewinkel die Forschungsgruppe Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, im Jahr 2011 übernahm er dort die Leitung des Center for Global Constitutionalism.[1] Seit 2009 ist Gosewinkel zudem außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin. In seiner Forschung beschäftigt er sich hauptsächlich mit Fragen der Geschichte von Staatsbürgerschaft und Zivilgesellschaft, der Verfassungsgeschichte Deutschlands und Europas des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der politischen Geschichte Deutschlands und Frankreichs im 20. Jahrhundert.[2]

Gosewinkel wurde im Februar 2018 zum Vorsitzenden der Vereinigung für Verfassungsgeschichte gewählt.

Auszeichnungen und FellowshipsBearbeiten

  • 1991: Herbert-Wehner-Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung für seine Dissertation
  • 2001: Preisträger (Neuere Geschichte) und Preisträger (Neueste Geschichte) „Historisches Buch des Jahres 2001“ von H-Soz-u-Kult für seine Habilitationsschrift
  • 2010/11: Stifterverband-Fellow St.Antony`s College, Oxford University[3]
  • 2010/12: Fellow des Max-Weber-Kollegs, Universität Erfurt[4]
  • 2013/14: Résident, Institut d`Études Avancées de Paris[5]

Mitgliedschaften (Auswahl)Bearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonographienBearbeiten

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • mit Dieter Rucht/Wolfgang van den Daele/Jürgen Kocka (Hrsg.): Zivilgesellschaft – national und transnational, Berlin 2003, ISBN 3-89404-299-0.
  • (Hrsg.): Wirtschaftskontrolle und Recht in der nationalsozialistischen Diktatur. Klostermann, Frankfurt a. Ma. 2005, ISBN 978-3-465-03366-0.
  • mit Johannes Masing (Hrsg.): Die Verfassungen in Europa (1789–1949). Wissenschaftliche Textedition unter Einschluss sämtlicher Änderungen und Ergänzungen sowie mit Dokumenten aus der englischen und amerikanischen Verfassungsgeschichte. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-55169-7.
  • mit Alain Chatriot (Hrsg.): Les Figures de l’État en Allemagne et en France 1870–1945. Figurationen des Staates, Deutschland und Frankreich, 1870–1945, München 2006 (= Pariser Historische Studien, Bd. 72), ISBN 978-3-486-57671-9.
  • mit Gunnar Folke Schuppert (Hrsg.): Politische Kultur im Wandel von Staatlichkeit. Edition Sigma, Berlin 2008, ISBN 978-3-89404-007-9.
  • mit Alain Chatriot (Hrsg.): Koloniale Politik und Praktiken Deutschlands und Frankreichs 1880–1962 = Politiques et pratiques coloniales dans les empires allemands et français 1880–1962. Steiner, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-515-09670-6.
  • mit Paul Nolte (Hrsg.): Planung im 20. Jahrhundert, Göttingen 2008 (= Themenheft „Geschichte und Gesellschaft“, Jg. 34, H. 3).
  • mit Alain Chatriot (Hrsg.): Koloniale Politik und Praktiken Deutschlands und Frankreichs 1880–1962. Politiques et pratiques coloniales dans les empires allemands et français 1880–1962, Bd. 2, Wiesbaden 2010 (= Schriftenreihe des Deutsch-Französischen Historikerkomitees), ISBN 978-3-515-09670-6.
  • (Hrsg.): Anti-liberal Europe. A Neglected Story of Europeanism, Berghahn Books, Oxford/New York 2015 (= New Perspectives on German History), ISBN 978-1-78238-426-7.
  • mit Dieter Rucht (Hrsg.): Transnational Struggles for Recognition. New Perspectives on Civil Society since the 20th Century, Berghahn Books, New York/Oxford 2017, ISBN 978-1-78533-311-8.
  • mit Miloš Řezník/Roman Holec (Hrsg.): Eigentumsregime und Eigentumskonflikte im 20. Jahrhundert: Deutschland und die Tschechoslowakei im internationalen Kontext, Klartext Verlag, Essen 2018, ISBN 978-3-8375-1943-3.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Center for Global Constitutionalism
  2. Prof. Dr. Dieter Gosewinkel | WZB. Abgerufen am 21. März 2018.
  3. Prof. Dr. Dieter Gosewinkel | WZB. Abgerufen am 21. März 2018.
  4. Prof. Dr. Dieter Gosewinkel. Abgerufen am 14. März 2018.
  5. Résidents – Institut d'études avancées de Paris. Abgerufen am 14. März 2018 (fr-fr).
  6. Deutsche Mitglieder | Deutsch-französisches Historikerkomitee. Abgerufen am 21. März 2018 (fr-FR).
  7. www.dedering.de: Deutsch-Tschechische und Deutsch-Slowakische Historikerkommission. Abgerufen am 21. März 2018.