Hauptmenü öffnen

Die Puppenspieler (Film)

Film von Rainer Kaufmann

Die Puppenspieler ist ein zweiteiliger deutsch-tschechischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2017. Die Verfilmung des gleichnamigen Historienromans von Tanja Kinkel wurde am 27. und 29. Dezember 2017 im ersten Fernsehprogramm der ARD gezeigt. Unter der Regie von Rainer Kaufmann spielen Samuel Schneider und Helen Woigk die fiktiven Figuren Richard und Saviya, Herbert Knaup ist als Jakob Fugger und Ulrich Matthes als Papst Alexander VI. zu sehen.

Filmdaten
OriginaltitelDie Puppenspieler
ProduktionslandDeutschland, Tschechien
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge2 × 88 Minuten
Stab
RegieRainer Kaufmann
DrehbuchKathrin Richter,
Jürgen Schlagenhof
ProduktionRegina Ziegler
MusikKarim Sebastian Elias
KameraKlaus Eichhammer
SchnittSimon Blasi
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der Film zeigt als Rahmenhandlung das vorgebliche Geschäftsgebaren Jakob Fuggers am Ende des 15. Jahrhunderts. Um seine ungarischen Bergwerke vor dem Ansturm der Türken zu schützen, soll Jakob Fugger die Papstwahl 1492 zu seinen Gunsten beeinflusst haben. Sein Schützling Richard stellt sich zur gleichen Zeit dem Hexenwahn des Dominikaners Heinrich Institoris entgegen.

Teil 1 – Aus dem FeuerBearbeiten

Der junge Klosterschüler Richard muss 1484 mit ansehen, wie seine Mutter Zobeida nach Anklage und Folter von dem Fanatiker Heinrich Institoris als Hexe verbrannt wird. Der mächtige Augsburger Kaufmann Jakob Fugger nimmt den Waisen Richard bei sich auf und erklärt ihm, dass die am Tod seiner Mutter schuldigen Inquisitoren in Rom im Umfeld des derzeitigen kranken Papstes Innozenz VIII. zu suchen seien. Da dieser Papst kein Interesse an der Verteidigung Ungarns vor dem Ansturm des Osmanischen Heeres zeigt, andererseits Jakob Fugger seine dort gelegenen zahlreichen Silberminen geschützt wissen will, arbeitet er darauf hin, den ihm genehmen Kardinal Ascanio Sforza als Nachfolger auf den Stuhl Petri zu bekommen. Jakob Fugger, Richard und der Vertraute Anton Eberding reisen deshalb nach Italien, um die Kardinäle im Sinne Fuggers zu bestechen.

Teil 2 – Ans LichtBearbeiten

Die Fugger kommen über Florenz nach Rom, um die anstehende Papstwahl zu beeinflussen und den Machtkampf zwischen den Medicis und den Borgias zu erleben. Richards Liebe zu der geheimnisvollen Wahrsagerin und Tänzerin Saviya sowie seine Auseinandersetzung mit den Hexenverfolgern drohen die Mission Jakob Fuggers mehrmals scheitern zu lassen. Der ursprünglich erwünschte Kandidat lässt sich nicht durchsetzen, und es besteigt 1492 Rodrigo Borgia als Papst Alexander VI. schließlich den Heiligen Stuhl. Jakob Fugger gelingt es dennoch, den neuen Papst für seine Ziele zu gewinnen.

ProduktionBearbeiten

Die Puppenspieler ist eine Produktion von Ziegler Film und Zieglerfilm-München in Koproduktion mit Degeto Film, dem Bayerischen Rundfunk, dem Norddeutschen Rundfunk und MIA Film. Gefördert wurde der Film durch den Tschechischen Staatsfonds der Kinematografie, den FilmFernsehFonds Bayern und Nordmedia.

Der Film wurde von April bis Juli 2015 in der Tschechischen Republik, in Bayern und Italien gedreht.[1]

VeröffentlichungBearbeiten

Die Uraufführung fand am 30. Juni 2017 beim Filmfest München statt.[2] Bei der Ausstrahlung im Ersten am 27. Dezember 2017 erreichte Teil eins 5,33 Mio. Zuschauer und einen Marktanteil von 16,9 %,[3] zwei Tage später fiel Teil zwei auf 4,55 Mio. Zuschauer und 14,8 % Marktanteil ab.[4]

RezeptionBearbeiten

Für Willi Winkler, Kritiker in der Süddeutschen Zeitung, war Die Puppenspieler ein „süßsaurer Mittelalterkitsch“, der „zäh und kraftlos“ daherkomme. Er bemängelte die historisch fehlerhaft gestaltete Rolle des Jakob Fugger und deren „desinteressierte“ Darstellung durch Herbert Knaup. Die Dialoge seien von „kongenialer Dämlichkeit“.[5]

Auch für Oliver Jungen in der Frankfurter Allgemeinen war der ARD-Zweiteiler „Kitsch“. „Drei Stunden Seifenoper vor Palastkulisse, an deren Ende zwei Liebende in Zeitlupe in den Sonnenuntergang reiten. Frei Haus dazu nackte Haut, billige Klischees (die verführerische Zigeunerin) sowie – vereint in derselben Figur – kontrafaktischer Selbstbestimmungskitsch.“ Er lobte aber die „furiose Besetzung“ und befand, Rainer Kaufmann zeige eine „bildgewaltige Regie“.[6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. daserste.de: Die Puppenspieler: Vor und hinter der Kamera. Abgerufen am 1. Januar 2018
  2. Die Puppenspieler. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  3. Guter Auftakt für ARD-Fugger-Film „Die Puppenspieler“, RTL II erfolgreich mit „Der Hobbit“. In: meedia.de. Meedia, 28. Dezember 2017, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  4. RTL mäßig erfolgreich mit der Neuauflage des „Comedy Grand Prix“, „Die Puppenspieler“ verliert Zuschauer. In: meedia.de. Meedia, 30. Dezember 2017, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  5. Willi Winkler: "Die Puppenspieler" ist süßsaurer Mittelalterkitsch. Artikel auf sueddeutsche.de, abgerufen am 1. Januar 2018
  6. Oliver Jungen: Macht, Geld und Schleiertanz. Artikel auf faz.net, abgerufen am 1. Januar 2018