Weizenbaum-Institut

interdisziplinäres Forschungsinstitut
(Weitergeleitet von Deutsches Internet-Institut)

Das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut wurde 2017 mit Sitz in Berlin gegründet.[1] Es ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundprojekt. Dem Verbund gehören an: die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) als Koordinator.[2]

Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut
Kategorie: Forschungsinstitut
Bestehen: seit 2017
Standort der Einrichtung: Berlin
Art der Forschung: interdisziplinäre und problemorientierte Grundlagenforschung
Grundfinanzierung: 50 Mio. Euro: 2017 bis 2022
Leitung: Herbert Zech (Rechtswissenschaftler)
Homepage: https://weizenbaum-institut.de/

Aufgabe des nach dem Informatiker Joseph Weizenbaum benannten Instituts ist es, aktuelle gesellschaftliche Veränderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu untersuchen und künftige politische und wirtschaftliche Handlungsoptionen zu entwickeln. Das Institut soll unabhängig und interdisziplinär den digitalen Wandel (Digitale Revolution, Digitale Kluft, Digitale Transformation) einschließlich der rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen erforschen.[3]

Die übergreifende Fragestellung des Instituts lautet: „Wie lassen sich die Ziele individueller und gesellschaftlicher Selbstbestimmung in einer von digital vermittelten Transformations- und Entgrenzungsprozessen geprägten Welt realisieren und welche Rahmenbedingungen und Ressourcen sind für ihre Verwirklichung notwendig?“[4]

GeschichteBearbeiten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter Johanna Wanka gab am 23. Mai 2017 die Gewinner des Wettbewerbs zur Gründung des Deutschen Internet-Instituts bekannt. Das Konsortium aus den Universitäten FU Berlin, HU Berlin, TU Berlin, UdK Berlin, Universität Potsdam sowie das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) als Koordinator haben sich dabei in einem seit September 2015 laufenden zweistufigen wettbewerblichen Verfahren durchgesetzt. In den nächsten fünf Jahren stehen dem Institut zum Aufbau rund 50 Millionen Euro an Fördermitteln bereit.[5]

Eine international besetzte Expertenjury unter dem Vorsitz des Österreichers Viktor Mayer-Schönberger vom britischen Oxford Internet Institute (OII, gegründet 2001), begutachtete die Bewerber. Nach einem ersten Auswahlverfahren waren fünf Kandidaten übrig geblieben. Neben der Bewerbung aus Berlin waren das die Bayerische Akademie der Wissenschaften in München, die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, das Karlsruher Institut für Technologie und die Ruhr-Universität Bochum.

Mit der Arbeitsaufnahme des Instituts im September 2017 erfolgte eine Umbenennung in „Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut“.

Im April 2019 wurde das Gründungsdirektorium, bestehend aus Martin Emmer, Axel Metzger und Ina Schieferdecker, verabschiedet und ein neues Direktorium unter der Leitung von Herbert Zech konstituiert.[6]

ArbeitsfelderBearbeiten

Die Forschung des Instituts umfasst 6 Bereiche mit insgesamt 20 Forschungsgruppen:[7]

Arbeit, Innovation und Wertschöpfung[8]Bearbeiten

FG 1: Arbeit in hoch automatisierten, digital-hybriden Prozessen.
FG 2: Produktionsmöglichkeiten der Maker-Kultur.
FG 3: Arbeiten und Kooperieren in der Sharing Economy.

Vertrag und Verantwortung auf digitalen Märkten[9]Bearbeiten

FG 4: Daten als Zahlungsmittel.
FG 5: Datenbasierte Geschäftsmodellinnovation.
FG 6: Verantwortung und das Internet der Dinge.

Wissen, Bildung und soziale Ungleichheit[10]Bearbeiten

FG 7: Bildung und Weiterbildung in der digitalen Gesellschaft.
FG 8: Ungleichheit und digitale Souveränität.
FG 9: Digitale Technologien und Wohlbefinden.
FG 10: Digitale Integration.
FG 11: Digitalisierung der wissenschaftlichen Wertschöpfung.

Demokratie, Partizipation und Öffentlichkeit[11]Bearbeiten

FG 12: Demokratie und Digitalisierung.
FG 13: Digital Citizenship.
FG 14: Nachrichten, Kampagnen und die Rationalität öffentlicher Diskurse.
FG 15: Digitalisierung und transnationale Öffentlichkeit.

Governance und Normsetzung[12]Bearbeiten

FG 16: Verlagerungen in der Normsetzung.
FG 17: Vertrauen in verteilten Umgebungen.
FG 18: Quantifizierung und gesellschaftliche Regulierung.

Technikwandel[13]Bearbeiten

FG 19: Digitalisierung und vernetzte Sicherheit.
FG 20: Kritikalität KI-basierter Systeme

Zusätzlich zu den 6 Arbeitsfeldern gibt es 3 begleitende Querschnittsformate, die sich auf übergreifende Fragen der Ethik und politischen Gestaltung des Verhältnisses von Technik und Gesellschaft konzentrieren:

FinanzierungBearbeiten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dem Institut bis zum Jahr 2022, 50 Millionen Euro bereit.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Deutsche Internet-Institut nimmt seine Arbeit auf | WZB. Abgerufen am 14. August 2018.
  2. Das Institut. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  3. Das Institut. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  4. Forschung. In: Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. Abgerufen am 11. Mai 2018.
  5. Pressemitteilung: 051/2017 - Das Deutsche Internet-Institut entsteht in Berlin. In: bmbf.de. 23. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.
  6. Neues Direktorium nimmt seine Arbeit auf. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  7. Factsheet. In: Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. Abgerufen am 11. Mai 2018.
  8. Arbeit, Innovation und Wertschöpfung. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  9. Vertrag und Verantwortung auf digitalen Märkten. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  10. Wissen, Bildung und Soziale Ungleichheit. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  11. Demokratie, Partizipation und Öffentlichkeit. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  12. Governance und Normsetzung. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  13. Technikwandel. Abgerufen am 19. Mai 2019.