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Das Geständnis (1970)

Film von Costa-Gavras (1970)

Das Geständnis (französisch L’Aveu) ist ein französisch-italienischer Kinofilm des Regisseurs Costa-Gavras mit Yves Montand und Simone Signoret in den Hauptrollen.

Filmdaten
Deutscher TitelDas Geständnis
OriginaltitelL’Aveu
ProduktionslandItalien Frankreich[1]
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1970
Länge140 Minuten
Stab
RegieCosta-Gavras[2]
DrehbuchJorge Semprún nach
Berichten Artur Londons
ProduktionRobert Dorfmann, Bertrand Javal
MusikGiovanni Fusco
KameraRaoul Coutard
SchnittFrançoise Bonnot
Besetzung

Er basiert auf dem Tatsachenbericht des tschechoslowakischen Kommunisten Artur London, eines Angeklagten im Slánský-Prozess. Gavras beabsichtigte keinen antikommunistischen Film, sondern einen Aufruf gegen Totalitarismus, insbesondere Stalinismus.

HandlungBearbeiten

Der Film handelt von Artur Ludvik, alias Gerard, Vize-Außenminister der Tschechoslowakei. Er stellt fest, dass er beobachtet und beschattet wird. Eines Tages wird er verhaftet – von einer Organisation, die sich als „über der herrschenden Partei“ bezeichnet. Er wird für Monate in Einzelhaft gesperrt, ohne jemals die Gründe zu erfahren. Mit Gehirnwäsche-Methoden, unter anderem Schlafentzug und dem Zwang, dauernd auf und ab zu gehen, wird er langsam dazu gezwungen, imaginäre Verbrechen, einschließlich Verrat, zu gestehen. Er muss diese Geständnisse in einem Schauprozess wiederholen. Jahre später trifft er seinen mittlerweile in Ungnade gefallenen Peiniger, der versucht, seine damalige Rolle zu beschönigen.

HintergrundBearbeiten

Yves Montand musste sich für die Rolle mehr als 15 Kilogramm abhungern. Montand war von dem ungarischen Volksaufstand 1956 erschüttert und sagte später: „Das war eine Art Sühne, die ich mir [für diese Rolle] selber angetan habe.“[3] Montand hatte bis zur Niederschlagung des Prager Frühlings Sympathien für den Kommunismus.

RezeptionBearbeiten

In Frankreich trug der Film zur Desillusionierung vieler linker Intellektueller und Künstler mit der Parti communiste français und der Sowjetunion bei und wurde zu einem Symbol für den verlorenen Traum von einem "Sozialismus mit menschlichen Antlitz".[4] In Deutschland inspirierte er den Liedermacher Reinhard Mey zu seinem Lied In Tyrannis.[5]

KritikenBearbeiten

„Gleich nach dem rechten Terror in „Z“ beschäftigte sich der Regisseur mit dem linken zur Zeit stalinistischer Verfolgung in der CSSR, fixiert an der Person eines Vize-Außenministers. Anders als beim temporeichen, vor allem in den Schlußszenen satirisch angehauchten „Z“-Film versuchte Costa-Gavras mit „Das Geständnis“ einen eher sachlich-analytischen Dokumentar-Stil.“

Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Band 2, S. 175, Berlin 2001

„Eine beklemmende Studie der Wirkungen politischen Terrors, die über die Einzelschicksale hinaus allgemeingültige Aussagen macht.“

„Dieser neue Film [...] des griechischen Regisseurs […] ist ein weiteres Pamphlet gegen politischen Betrug und totalitäre Willkür. […] Der Film ist lehrreich, kompromißlos, nüchtern und – notwendig.“

PreiseBearbeiten

Der Film wurde 1971 für den Golden Globe[8] und den British Academy Film Award als bester ausländischer Film nominiert.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. L’Aveu. In: La Cinémathèque française. cinema.encyclopedie.films.bifi.fr, abgerufen am 12. Februar 2016.
  2. The Confession. The Criterion Collection, abgerufen am 12. Februar 2016.
  3. Yves Montand. In: Paris Match. Nr. 2217, 21. November 1991, S. 63.
  4. Maud Bracke: Which Socialism, Whose Détente?: West European Communism and the Czechoslovak Crisis of 1968. Central European University Press, 2007, ISBN 978-615-5211-26-3, S. 275–322 ( Kapitel 7 - Paragraph 44)
  5. Jan Feddersen: Liedermacher Reinhard Mey - "Waldeck war Sehnsucht". Taz.de, 28. April 2008.
  6. Das Geständnis im Lexikon des internationalen FilmsVorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet
  7. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 524/1970.
  8. L’aveu. KG productions, abgerufen am 12. Februar 2016.
  9. Film in 1971 – Nominees. awards.bafta.org, 1971, abgerufen am 12. Februar 2016.