Danksagung (Wissenschaft)

Ausdruck der Dankbarkeit wegen Helfens bei einem Werk

Eine Danksagung (am. Englisch: Acknowledgment; brit. Englisch: Acknowledgement) ist eine weit verbreitete Form in publizierten Medien wie Büchern oder wissenschaftlichen Publikationen, Dank gegenüber Helfern und Unterstützern in Form einer Danksagung auszudrücken. Neben namentlich erwähnten Personen erstreckt sich der Dank auch auf geldgebende Institutionen, gastgebende Institutionen während eines Forschungssemesters oder einer Forschungsreise sowie auf Gäste bei Forschungsseminaren oder wissenschaftlichen Konferenzen.

Die Danksagung befindet sich bei Büchern in der Regel unmittelbar nach dem Vorwort oder der Widmung und bei Fachaufsätzen in der Regel als Fußnote auf der Titelseite. Sie ist damit eine Form des Paratexts.

FormenBearbeiten

Die Gründe für Autoren, Dank für Unterstützung während des wissenschaftlichen Prozesses auszudrücken, können vielfältig sein. Der Informationswissenschaftler Blaise Cronin subsumierte 1995 existierende Typologien und unterscheidet in sechs Kategorien:[1]

  1. Finanzierung (paymaster) durch Zuschüsse oder Stipendien
  2. moralische Unterstützung (moral support) durch die Heimatinstitution des Autors, seine Familie oder in Form der Überlassung von Ausrüstung
  3. redaktionelle Unterstützung (dogsbody) in Form von Sekretärstätigkeiten oder Assistenz mit der Datenanalyse
  4. technische Unterstützung (technical) für den Umgang mit Computerprogrammen und Programmiersprachen
  5. Ideengebung (prime mover) als Inspiration durch Doktorväter oder Mentoren
  6. intellektuelle Unterstützung (trusted assessor) durch Kritik und Kommentare von Kollegen

Die ersten beiden Kategorien beziehen sich auf den Zugang zu Ressourcen, Kategorie drei und vier beziehen sich auf Prozeduren, während die letzten beiden Kategorien Konzept-bezogen sind.[1] Nicht immer werden Kollegen namentlich in der Danksagung aufgeführt: Einem Gutachter im Peer-Review wird, da er dem Autor unbekannt ist, häufig anonym (anonymous referee) für Anregungen gedankt, zusätzlich zu anderen Ideengebern und Kritikern.

BedeutungBearbeiten

Die Bedeutung und Ausformung variieren deutlich über die verschiedenen Disziplinen, da in jeder Disziplin unterschiedliche Unterstützung erforderlich ist. Beispielsweise wurden im Jahr 1995 in drei wichtigen ökonomischen Fachzeitschriften (American Economic Review, Journal of Political Economy und Quarterly Journal of Economics) etwa doppelt so vielen Kollegen für intellektuelle Unterstützung gedankt wie in drei Pendants der Biologie (Quarterly Review of Biology, Journal of Experimental Biology und Biological Bulletin).[2] Dies hängt damit zusammen, dass in Naturwissenschaften (Labor-)Ausrüstung und physische Unterstützung weitaus bedeutender sei als in Sozialwissenschaften, wo soziale Interaktion eine weitaus größere Rolle spiele. Ein weiterer Grund seien unterschiedliche Publikationskulturen und die Intensität der Zusammenarbeit mit Redakteuren.

Die Bedeutung der Danksagungskategorien ändert sich auch im Zeitverlauf. So fand eine weitere Studie, die Publikationen der zellbiologischen Zeitschrift Cell untersuchte, 2006 heraus, dass die Bedeutung von moralischer (oder organisationeller) Unterstützung sowie Redaktionsassistenz zwischen 1975 und 2006 stagnierte, während die der anderen Kategorien stetig zunahm.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Blaise Cronin: The Scholar's Courtesy: The Role of Acknowledgment in the Primary Communication Process. Taylor Graham, Los Angeles 1995, ISBN 0-947568-66-2, S. 124 (englisch, Online [PDF; 290 kB]).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b B. Cronin (1995), S. 42–43
  2. David N. Laband, Robert D. Tollison: Intellectual Collaboration. In: Journal of Political Economy. Band 108, Nr. 3, 2000, S. 632–661, doi:10.1086/262132 (englisch).
  3. Blaise Cronin, Sara Franks: Trading Cultures: Resource Mobilization and Service Rendering in the Life Sciences as Revealed in the Journal Article’s Paratext. In: Journal of the American Society for Information Science and Technology. Band 57, Nr. 14, 2006, S. 1909–1918, doi:10.1002/asi.20407.