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Constantin Gerhardinger

deutscher Maler

Constantin Gerhardinger (* 31. Juli 1888 in München; † 11. März 1970 in Törwang) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang und Arbeit als MalerBearbeiten

Nach dem Besuch des Luitpold-Gymnasiums in München verdiente Gerhardinger erstes Geld als Ministrant, dann als Volontär im Kunsthandel. Später besuchte Gerhardinger die Kunstgewerbeschule München und studierte dann ab 1911 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Angelo Jank und Adolf Hengeler. Bereits 1914 nahm er an Ausstellungen teil, ein Bild wurde von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angekauft. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg arbeitete Gerhardinger wieder in München und wurde Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft, 1920 war er Mitbegründer der Chiemseer Künstlergemeinschaft „Die Frauenwörther“.

Ab 1932 lebte Gerhardinger in Törwang, arbeitete jedoch weiterhin in seinem Münchner Atelier. In der Zeit des Nationalsozialismus zunächst hochgeehrt, 1938 mit dem Titel „Professor“ ausgezeichnet und 1939 zum Hochschullehrer an der Akademie in München aufgestiegen, überwarf sich Gerhardinger 1943 mit Adolf Hitler: Aufgrund der Gefährdung durch den Bombenkrieg hatte er sich entschlossen, seine Werke nicht weiter für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen; fortan galt er als Defätist und durfte nicht mehr unterrichten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Gerhardinger zu den Neubegründern der Münchner Künstlergenossenschaft und wurde ihr Präsident. Einen großen Teil seines Nachlasses vermachte er der Stadt Rosenheim.

FamilieBearbeiten

Gerhardinger war uneheliches Kind eines Juristen und einer Wäscherin. Verheiratet war er mit Else Schmitz-Scholl, der Adoptivtochter des Unternehmers Karl Schmitz-Scholl senior.

WerkBearbeiten

Gerhardinger malte Porträts und Landschaftsbilder in der Tradition der Chiemseemaler. Auf der Großen Deutschen Kunstausstellung 1941 stellte er das großformatige Werk „NS-Gemeinderatssitzung“ aus, das er später vernichtete. Viele seiner Werke befinden sich in der Städtischen Galerie Rosenheim, der er seinen Nachlass vermachte.

Ausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

TeilnahmeBearbeiten

EinzelausstellungenBearbeiten

  • Neue Galerie München, 1920
  • Haus der Kunst München, 1953
  • Herrenchiemsee, 1962
  • Städtische Galerie Rosenheim, fünf Ausstellungen zwischen 1963 und 1988

Auszeichnungen und EhrungenBearbeiten

  • Goldmedaille auf der Weltfachausstellung Paris 1937 für „Die Hände“
  • Titel „Professor“, 1938; aberkannt 1943
  • Ehrenpräsident der Münchner Künstlergenossenschaft
  • Ehrenbürger von Rosenheim, 1968
  • Ehrenbürger von Kallmünz, 1969

LiteraturBearbeiten

  • Allgemeines Künstlerlexikon (AKL). Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Begründet von Günther Meißner, Band 52, Saur, München 2006, ISBN 978-3-598-22792-9
  • Hans Constantin Faußner und Bernhard Hauser: Der Maler Constantin Gerhardinger. Landratsamt Rosenheim, Rosenheim 1988

WeblinksBearbeiten